Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Marie Curie Training Site" an der Universität Gießen

15.01.2002


Internationales Doktoranden-Ausbildungszentrum in der Giessener Physik

Wie sind die Elementarteilchen, aus denen unsere Welt im Kleinsten aufgebaut ist, beschaffen? Wie wirken sich die Quarks in ihnen aus? Und wie verhalten sich die Elementarteilchen, wenn sie im Inneren von Sternen stark verdichtet und aufgeheizt werden. Diesen Fragen gehen Wissenschaftler der Hadronen- und Kernphysik an der Justus-Liebig-Universität Gießen nach. Schon seit über zehn Jahren untersuchen sie die Eigenschaften von Teilchen und deren Wechselwirkungen in Experimenten und theoretischen Modellbildungen und Simulationen. Gefördert werden diese Forschungsarbeiten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in einem Verbundforschungsbereich, aber auch durch die DFG, die GSI Darmstadt und das Forschungszentrum Jülich. Die internationale Beachtung, die diese Arbeiten finden, hat sich jetzt in der Bewilligung eines "Marie Curie Training Site for Hadron Physics" durch die Europäische Kommission (EC) niedergeschlagen.

"Marie Curie Training Sites" sind Internationale Ausbildungszentren an Universitäten der Europäischen Union, die der vertieften Ausbildung von Doktoranden dienen. Doktoranden anderer Universitäten in Ländern der Europäischen Union und deren Kandidatenländern können zwischen drei und zwölf Monate an einem "Marie Curie Training Site" verbringen, um ihre Doktorarbeit voranzubringen. Danach kehren sie an ihre Heimatuniversität zurück und werden dort promoviert. Während ihres Aufenthaltes an einem "Marie Curie Training Site" werden sie von diesem finanziell großzügig unterstützt.

Von den "Training Sites" verlangt die EC neben langjähriger Erfahrungen in der Ausbildung von Doktoranden auch international sichtbare Spitzenleistungen in der Forschung. Beide Aspekte müssen in einem ausführlichen Antrag belegt werden, der dann international evaluiert wird. Der Antrag der Giessener Hadronen- und Kernphysiker hat hier mit sehr guten Ergebnissen abgeschnitten; dabei hat insbesondere auch das Europäische Graduiertenkolleg "Complex Systems of Hadrons and Nuclei", das in Gießen (gemeinsam mit Kopenhagen) seit dem Herbst 2000 arbeitet, eine positive Rolle gespielt. Im Rahmen dieses Graduiertenkollegs wird ein strukturiertes Ausbildungsprogramm für Doktoranden geboten, das durch seine internationalen Komponenten, wie beispielsweise Vorlesungen in englischer Sprache, ausländische Gastwissenschaftler und Gastprofessoren, Lecture Weeks auch im Ausland, über die üblichen Lehrveranstaltungen weit hinausgeht.

Im gesamten Gebiet der Physik gibt es in Deutschland nur wenige "Marie Curie Training Sites", an der Justus-Liebig-Universität Gießen ist dies das erste dieser internationalen Doktoranden-Ausbildungszentren. Seine Finanzierung erfolgt durch die Europäische Kommission; die Betreuung der ausländischen Doktoranden wird von den beteiligten Giessener Professoren Wolfgang Cassing, Michael Düren, Wolfgang Kühn, Volker Metag, Ulrich Mosel und Werner Scheid sowie dem apl. Professor Horst Lenske wahrgenommen. Geleitet wird der "Marie Curie Training Site" von Professor Ulrich Mosel vom Institut für Theoretische Physik.

Kontakt:

Prof. Dr. Ulrich Mosel
Institut für Theoretische Physik
Heinrich-Buff-Ring 16
35392 Gießen
Tel.: 0641/99-33300,
Fax : 0641/99-33309
E-Mail: mosel@physik.uni-giessen.de

Christel Lauterbach | idw

Weitere Berichte zu: Curie Doktorand Site

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Interdisziplinäre Forschung:

nachricht Flexibles Fügen und wandlungsfähige Prozessketten: der Schlüssel für effiziente Produktion
17.02.2020 | Universität Paderborn

nachricht Mit Hightech-Analytik besser erkennen, ob der Krebs zurückkehrt
11.02.2020 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Interdisziplinäre Forschung >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

Forscher des Max-Born-Instituts für Nichtlineare Optik und Kurzpulsspektroskopie (MBI) und des Max-Planck-Instituts für Mikrostrukturphysik haben durch die Kombination von Experiment und Theorie die Frage gelöst, wie Laserpulse die Magnetisierung durch ultraschnellen Elektronentransfer zwischen verschiedenen Atomen manipulieren können.

Wenige nanometerdünne Filme aus magnetischen Materialien sind ideale Testobjekte, um grundlegende Fragestellungen des Magnetismus zu untersuchen. Darüber...

Im Focus: Freiburg researcher investigate the origins of surface texture

Most natural and artificial surfaces are rough: metals and even glasses that appear smooth to the naked eye can look like jagged mountain ranges under the microscope. There is currently no uniform theory about the origin of this roughness despite it being observed on all scales, from the atomic to the tectonic. Scientists suspect that the rough surface is formed by irreversible plastic deformation that occurs in many processes of mechanical machining of components such as milling.

Prof. Dr. Lars Pastewka from the Simulation group at the Department of Microsystems Engineering at the University of Freiburg and his team have simulated such...

Im Focus: Transparente menschliche Organe ermöglichen dreidimensionale Kartierungen auf Zellebene

Erstmals gelang es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, intakte menschliche Organe durchsichtig zu machen. Mittels mikroskopischer Bildgebung konnten sie die zugrunde liegenden komplexen Strukturen der durchsichtigen Organe auf zellulärer Ebene sichtbar machen. Solche strukturellen Kartierungen von Organen bergen das Potenzial, künftig als Vorlage für 3D-Bioprinting-Technologien zum Einsatz zu kommen. Das wäre ein wichtiger Schritt, um in Zukunft künstliche Alternativen als Ersatz für benötigte Spenderorgane erzeugen zu können. Dies sind die Ergebnisse des Helmholtz Zentrums München, der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Technischen Universität München (TUM).

In der biomedizinischen Forschung gilt „seeing is believing“. Die Entschlüsselung der strukturellen Komplexität menschlicher Organe war schon immer eine große...

Im Focus: Skyrmions like it hot: Spin structures are controllable even at high temperatures

Investigation of the temperature dependence of the skyrmion Hall effect reveals further insights into possible new data storage devices

The joint research project of Johannes Gutenberg University Mainz (JGU) and the Massachusetts Institute of Technology (MIT) that had previously demonstrated...

Im Focus: Skyrmionen mögen es heiß – Spinstrukturen auch bei hohen Temperaturen steuerbar

Neue Spinstrukturen für zukünftige Magnetspeicher: Die Untersuchung der Temperaturabhängigkeit des Skyrmion-Hall-Effekts liefert weitere Einblicke in mögliche neue Datenspeichergeräte

Ein gemeinsames Forschungsprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat einen weiteren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage am 14. und 15. März 2020: „Mach es einfach!“

12.02.2020 | Veranstaltungen

4. Fachtagung Fahrzeugklimatisierung am 13.-14. Mai 2020 in Stuttgart

10.02.2020 | Veranstaltungen

Alternative Antriebskonzepte, technische Innovationen und Brandschutz im Schienenfahrzeugbau

07.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste Untersuchungsergebnisse zum "Sensations-Meteoritenfall" von Flensburg

17.02.2020 | Geowissenschaften

Lichtpulse bewegen Spins von Atom zu Atom

17.02.2020 | Physik Astronomie

Freiburger Forscher untersucht Ursprünge der Beschaffenheit von Oberflächen

17.02.2020 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics