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Deutsche Biathlon-Asse könnten mit Clausthaler Technologie noch schneller werden

29.02.2008
Hinterher ist man immer schlauer. Gerade im Sport ist diese Erkenntnis ebenso alltäglich wie ärgerlich. Es geht allerdings auch anders.

Informatiker der Technischen Universität Clausthal entwickeln derzeit ein System, das schon während der Bewegung die sportliche Technik überprüft und sofort Korrekturen ermöglicht. Einen ersten Prototyp für softwaregestütztes Training im Biathlon und Skilanglauf stellen die Forscher vom 4. bis 9. März auf der weltgrößten Computermesse CeBIT (Halle 9, Stand 22) in Hannover vor. Wenn Ministerpräsident Christian Wulff am Mittwoch die Messe besucht, soll er die Neuentwicklung testen.

Werden die deutschen Biathlon-Asse wie Magdalena Neuner und Kati Wilhelm mit der Clausthaler Trainingssteuerung noch schneller? Möglich ist es. "Denn technische Unsauberkeiten beim Laufen könnten schon bereinigt werden, bevor sie sich verfestigen", sagt Diplom-Informatiker Holger Klus. Er und sein Kollege André Appel betreuen das Projekt des Fachbereichs "Software Systems Engineering" von Professor Andreas Rausch.

Die neue Technologie funktioniert wie ein "Trainingsflüsterer". An jeden Skistock wird eine kleine Box befestigt, sie ist nicht größer als eine Streichholzschachtel. Darin enthalten sind sogenannte Beschleunigungssensoren. Während der Athlet im Diagonalschritt oder Doppelstockeinsatz durch die Loipe gleitet, werden ständig Daten an einen Laptop übermittelt. Ein komplexes System stellt sofort fest, wenn die Werte von einem idealtypischen Muster abweichen. Über ein Funksignal erhält der Athlet postwendend eine Fehlerkorrektur.

Neben dem Technikcheck können genauso Puls, Position und Geschwindigkeit gemessen werden. "Dem Trainer entgeht nichts. Er merkt am Laptop sogar, wenn der Sportler abkürzt oder eine Pause einlegt", erläutert Holger Klus. Das Projekt ist bereits mit dem Institut für Angewandte Trainingswissenschaft in Leipzig abgestimmt worden. Sportwissenschaftler und professionelle Trainer sind begeistert. Auf der CeBIT erhoffen sich die Clausthaler nun weitere Rückmeldungen. Professor Rausch hat dabei nicht nur Leistungssportler im Blick: "Wir wollen sehen, ob es auch im Breitensport Bedarf oder sogar einen größeren Markt für elektronische Technikunterstützung gibt." Schließlich fehlt es gerade Freizeitsportlern an Feedback, da sie im Trainingsalltag oft auf sich allein gestellt sind.

Bestens vernetzt sind dagegen die Oberharzer Forscher. "Das Projekt besitzt in dieser Region ein besonderes Potenzial", betont Informatikexperte Rausch. Einerseits sei der Harz mit dem Clausthaler Sportinstitut, dem Ski-Internat und dem Landesleistungszentrum Biathlon am Sonnenberg für Sport prädestiniert. Andererseits bringe die in unmittelbarer Nähe beheimatete TU das technische Wissen ein. "Die Zutaten", sagt Professor Rausch, "für eine Sporttechnikschmiede sind vorhanden."

Christian Ernst | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

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