Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schätzung der Niederschlagsmengen in Echtzeit über neuronale Netze

23.03.2005


Die Vorhersage von Niederschlägen ist ein wichtiger Bestandteil der täglichen Wettervorhersage in allen Teilen der Welt. Die Niederschlagsanalyse und -überwachung durch europäische Satelliten bietet Schätzungen zur Niederschlagsmenge für die gesamte Erde in Echtzeit.


Heute werden quantitative Daten zur Niederschlagsmenge aus Regenmessungen und Wetterradarnetzen gewonnen. Diese Netze decken jedoch nicht die gesamte Erdoberfläche ab und können auch keine unmittelbaren Informationen liefern. Durch den Einsatz geostationärer Satelliten, deren Umlaufbahn so berechnet ist, dass sie sich immer in einer festen Position zu einem bestimmten Punkt auf der Erde befinden, können Echtzeitdaten zur Niederschlagsüberwachung in weitaus größerem Maßstab gewonnen werden.

Beim EurainSat-Projekt wurden neuronale Netze eingesetzt, um eine neue Methode zur Simulation komplexer Regenschätzungsmodelle zu entwickeln. Neuronale Netze sind dann besonders nützlich für die Vorhersage von Ereignissen, wenn sie auf eine große Datenmenge zu früheren Ereignissen zurückgreifen können. Im Rahmen des Projektes wurde UOB Net 1.0 entwickelt. Dabei werden Daten, die durch Infrarot-Technologien und über sichtbare Beobachtungen gewonnen wurden, mit Daten kombiniert, die über Messungen mit Mikrowellensensoren erhoben wurden.


Diese satellitenbasierten Niederschlagsdaten tragen zur präzisen Schätzung der Niederschlagsmengen für den gesamten Erdball in Echtzeit bei. Diese Informationen sind deshalb besonders wertvoll, weil sie genauere Wettervorhersagen in globalem Maßstab sowie eine bessere Verfolgung ernsthafter witterungsbedingter Phänomene ermöglichen. Die Schätzungen sind nützlich für effizientes Hydrologie- und Wassermanagement und unterstützen die Entscheidungsfindung beim Schutz der Bevölkerung, da sie direkten Einfluss auf die Überwachung von Katastrophen und anderen ernsthaften Zwischenfällen haben (Vorhersage und Bewältigung von Flutkatastrophen, Such- und Rettungsaktionen). Außerdem sind die Vorhersagen und Untersuchungen nützlich für Studien zum globalen Klimawandel, zur Überwachung entlegener Gebiete, für die Landwirtschaft und für die Bekämpfung des Hungers auf der Welt.

Zu den potenziellen Nutzern dieser Innovation zählen Organisationen, die Satelliten nutzen, nationale und regionale Wetterdienste und Wetterberichte im Fernsehen, alle internationalen Organisationen, die sich mit der Wetteranalyse befassen sowie Einrichtungen zur Wettervorhersage und zum Schutz der Bevölkerung. Auch die Food and Agriculture Organisation (FAO) der UNO wird von den Schätzungen profitieren, da sie die Überwachung der Nahrungsmittelproduktion, insbesondere in Entwicklungsländern, vereinfachen.

Dr. Chris Kidd | ctm
Weitere Informationen:
http://www.gees.bham.ac.uk/

Weitere Berichte zu: Echtzeit Niederschlagsmenge Satellit Schätzung Vorhersage Überwachung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation
13.07.2018 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Gegen das Verblassen historischer Dokumente
11.07.2018 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Europaweit erste Patientin mit neuem Hybridgerät zur Strahlentherapie behandelt

19.07.2018 | Medizintechnik

Waldrand oder mittendrin: Das Erbgut von Mausmakis unterscheidet sich je nach Lebensraum

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Automatisiertes Befüllen von Regalen im Einzelhandel

19.07.2018 | Verkehr Logistik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics