Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

UDE-Forscher untersuchen den Klimawandel in der Region

22.02.2010
Der Klimawandel wird in Zukunft die Städte aufheizen. Mit gravierenden Folgen für Menschen, Umwelt und Wirtschaft. Wie können sich Kommunen auf die Veränderungen einstellen und ihnen entgegenwirken?

Das untersucht das Verbundprojekt DynAKlim in den kommenden fünf Jahren für die Emscher-Lippe-Region. Die 13 beteiligten Einrichtungen, darunter die Universität Duisburg-Essen (UDE), erhalten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt zwölf Millionen Euro Fördermittel.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Wilhelm Kuttler prüfen die Klimatologen der UDE, wie städtische Gewässer- und Grünflächen dafür sorgen können, die Städte abzukühlen. Weil diese dicht bebaut sind, viel Beton und Asphalt, aber wenig Grün haben, staut sich die Hitze dort stärker auf als im Umland.

Klettert das Thermometer nach oben, werden sie im Wortsinn zu einem heißen Pflaster - eine Belastung für Herz, Kreislauf und Atemwege. Neben stickiger Luft könnten auch steigende Bodentemperaturen problematisch werden: Das Trinkwasser in den Leitungen würde wärmer und damit Keimen und Mikroorganismen einen guten Nährboden bieten.

Um verlässliche Aussagen über die Folgen der Bodenerwärmung, über die positiven Effekte von Verdunstung und Flächennutzung auf das Stadtklima zu erhalten, führen die UDE-Wissenschaftler ab Mitte des Jahres umfangreiche Langzeitmessungen durch - stellvertretend für die Kommunen der Emscher-Lippe-Region in Oberhausen. Bei ihren experimentellen Forschungen für DynAKlim (Dynamische Anpassung regionaler Planungs- und Entwicklungsprozesse an die Auswirkungen des Klimawandels) konzentrieren sie sich vor allem auf die Innenstadt und gewässernahe Wohnquartiere.

Was ließe sich gegen die "thermische Belastung", so nennen die Wissenschaftler den Hitzestau, tun? Für Prof. Kuttler und sein Team ist Verschiedenes denkbar, etwa Wasserrohre tiefer zu legen, um der Verkeimung entgegenzuwirken. Eine andere Idee ist eine städtebauliche Strategie: mehr offene Wasserflächen in der Stadt, um für mehr Verdunstung zu sorgen. Diese entzieht der Luft Wärme, die Temperaturen sinken. Solche Empfehlungen könnten im Handlungsleitfaden stehen, den die UDE-Forscher für die Kommunen erstellen wollen. Bis zu diesem Projektziel bleibt ihnen noch viel Arbeit und wohl auch so manch heißer Sommer.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Wilhelm Kuttler, Tel. 0201/183-2734, wilhelm.kuttler@uni-due.de, Dr. Andreas-Bent Barlag, Tel. 0201/183-2297, andreas.barlag@uni-due.de, www.dynaklim.de

Redaktion: Sabine Loh, Tel. 0203/379-2429

Ulrike Bohnsack | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-duisburg-essen.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Biber verändern das Gesicht der Arktis
16.07.2018 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Drohnen zählen Tiere in Afrika
11.07.2018 | Schweizerischer Nationalfonds SNF

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics