Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verkehrssicherheitspreis 2012 für Untersuchung zum Fahrtraining älterer Autofahrer

15.10.2012
Der Verkehrssicherheitspreis des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung wurde am 5. Oktober 2012 in Baden-Baden verliehen.

Den ersten Platz belegte ein Team vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund für seine Untersuchung „Trainierbarkeit der Fahrkompetenz älterer Kraftfahrer im Realverkehr: Eine kontrollgruppenbasierte Evaluationsstudie“.

Dr. Sebastian Poschadel, Dr. Dirk Boenke, Dr. Anke Blöbaum und Silke Rabczinski zeigten, dass die Fahrkompetenz von über 70-jährigen Autofahrern durch ein Fahrtraining im Realverkehr längerfristig erhöht werden kann. Durch das Training erreichten sie ein Niveau, das dem Niveau von Fahrern mittleren Alters entspricht.

In der Gesellschaft wird über altersbezogene Regelungen für die Fahrerlaubnis und die Mobilitätssicherung im Alter diskutiert. Damit ist das Ergebnis des Fahrtrainingsprojektes, das den Gedanken der Entwicklungsfähigkeit älterer Fahrerinnen und Fahrer durch Training unterstützt, auch politisch von Bedeutung. Fahrtrainings sowie Feedbackfahrten im Realverkehr bieten die Möglichkeit, die Fahrkompetenz älterer Fahrer zeitlich zu verlängern und hierdurch die individuelle Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe zu erhalten.

Die Wirksamkeit eines Fahrtrainings im Realverkehr wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts, mit finanzieller Unterstützung durch die Eugen-Otto-Butz-Stiftung untersucht. Projektleiter Sebastian Poschadel: „Wir wollen dazu beitragen, dass ältere Kraftfahrer länger sicher am Straßenverkehr teilnehmen können“.

Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass das Älterwerden nicht zwangsläufig zu einem Ausstieg aus der aktiven Teilnahme am motorisierten Straßenverkehr führen muss.

Über 70-jährige Autofahrer steigerten mit dem Training ihre Fahrkompetenz auf ein Leistungsniveau, das dem jüngerer Autofahrer (Durchschnittsalter 44 Jahre) entspricht.

Bei den Ergebnissen zeigten sich auch einige Überraschungen: Für gute ältere Fahrer reichen schon wenige Feedbackfahrstunden aus, um einen Trainingseffekt zu erzielen, bei sehr guten älteren Fahrern ist überhaupt nur noch eine geringe Verbesserung der Fahrkompetenz zu erreichen.

Anderseits zeigte sich aber auch, dass schwache Fahrer von einem Training in besonderer Weise profitieren. Bei schwachen Fahrern reicht ein Training im Umfang von 3 Feedbackfahrten nicht aus, um die Leistungen der jüngeren Vergleichsgruppe zu erreichen.

Den meisten Profit zeigen diejenigen älteren Fahrer, die eingangs der Untersuchung eher eine schwächere Fahrkompetenz gezeigt haben und das volle Trainingsprogramm absolviert haben.

In der Untersuchung wurden mit Begleitung durch einen Fahrlehrer schwierige Fahrsituationen (komplexe Kreuzungen, Linksabbiegen) im Realverkehr geübt. Der Effekt des Trainings blieb auch über einen Zeitraum von einem Jahr stabil.

Das Forschungsprojekt befasste sich zudem mit der Frage, wie ein Fahrtraining für Ältere breiter eingeführt werden könnte. Hierzu wurden die Teilnehmer an der Untersuchung sowie Experten für Verkehrssicherheit befragt. Die Durchführung von Fahrtrainings wurde einhellig als positiv angesehen. Sebastian Poschadel: „Wenn wir flächendeckend die Fahrkompetenz älterer Menschen durch Training möglichst lange erhalten können, ist das für sie ein wichtiger Baustein für eine selbstständige Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“.

Der vollständige Forschungsbericht ist in der Schriftenreihe „Mobilität und Alter“ der Eugen-Otto-Butz-Stiftung unter dem Titel „Ältere Autofahrer: Erhalt, Verbesserung und Verlängerung der Fahrkompetenz durch Training“ im TÜV-Verlag erschienen. Eine Kurzfassung kann auf der Mitarbeiterseite unter http://www.ifado.de/profil/Mitarbeiter/Poschadel/index.php heruntergeladen werden.

Fachlicher Kontakt
Dr. Sebastian Poschadel, IfADo – Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, poschadel@ifado.de

Sebastian Poschadel | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifado.de/profil/Mitarbeiter/Poschadel/index.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Europa-Preis: DFG zeichnet ausgewählte „Jugend forscht“-Sieger aus
22.05.2019 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht DFG fördert 13 neue Graduiertenkollegs
13.05.2019 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Direkte Abbildung von Riesenmolekülen

Physiker am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (MPQ) konnten riesige zweiatomige Moleküle erzeugen und mit einem hochaufgelösten Mikroskop direkt abbilden.

Die optische Auflösung einzelner Konstituenten herkömmlicher Moleküle ist aufgrund der kleinen Bindungslänge im Sub-Nanometerbereich bisher nicht möglich....

Im Focus: New studies increase confidence in NASA's measure of Earth's temperature

A new assessment of NASA's record of global temperatures revealed that the agency's estimate of Earth's long-term temperature rise in recent decades is accurate to within less than a tenth of a degree Fahrenheit, providing confidence that past and future research is correctly capturing rising surface temperatures.

The most complete assessment ever of statistical uncertainty within the GISS Surface Temperature Analysis (GISTEMP) data product shows that the annual values...

Im Focus: Geometrie eines Elektrons erstmals bestimmt

Physiker der Universität Basel können erstmals zeigen, wie ein einzelnes Elektron in einem künstlichen Atom aussieht. Mithilfe einer neu entwickelten Methode sind sie in der Lage, die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons im Raum darzustellen. Dadurch lässt sich die Kontrolle von Elektronenspins verbessern, die als kleinste Informationseinheit eines zukünftigen Quantencomputers dienen könnten. Die Experimente wurden in «Physical Review Letters» und die Theorie dazu in «Physical Review B» veröffentlicht.

Der Spin eines Elektrons ist ein vielversprechender Kandidat, um als kleinste Informationseinheit (Qubit) eines Quantencomputers genutzt zu werden. Diesen Spin...

Im Focus: The geometry of an electron determined for the first time

Physicists at the University of Basel are able to show for the first time how a single electron looks in an artificial atom. A newly developed method enables them to show the probability of an electron being present in a space. This allows improved control of electron spins, which could serve as the smallest information unit in a future quantum computer. The experiments were published in Physical Review Letters and the related theory in Physical Review B.

The spin of an electron is a promising candidate for use as the smallest information unit (qubit) of a quantum computer. Controlling and switching this spin or...

Im Focus: Optische Superlinsen aus Gold

Oldenburger Forscher entwickeln neues optisches Mikroskop mit extrem hoher Auflösung

Eine kegelförmige Spitze aus Gold bildet das Kernstück eines neuen, extrem leistungsfähigen optischen Mikroskops, das Oldenburger Wissenschaftler in der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Effizientes Wertstoff-Recycling aus Elektronikgeräten

24.05.2019 | Veranstaltungen

Früherkennung 2.0: Mit Präzisionsmedizin Screeningverfahren weiterentwickeln

23.05.2019 | Veranstaltungen

Kindermediziner tagen in Leipzig

22.05.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schweißen ohne Wärme

24.05.2019 | Maschinenbau

Bakterien in fermentierten Lebensmitteln interagieren mit unserem Immunsystem

24.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Wie Einzelzellen und Zellverbünde beim Navigieren zusammenwirken

24.05.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics