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Start für neues Naturschutzprojekt: 800.000 Euro für "Oelener Höhe im Osterzgebirge"

09.05.2003


Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath und der Präsident der Bundesamtes für Naturschutz Professor Dr. Hartmut Vogtmann haben heute den Startschuss für ein weiteres Naturschutzprojekt im Osterzgebirge gegeben.

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Sie überreichten den Fördermittelbescheid für das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (E+E) in Höhe von 800 000 Euro an den Projekträger Landesverein Sächsischer Heimatschutz. Die Kosten werden zu zwei Dritteln vom Bund und zu einem Viertel vom Freistaat Sachsen getragen. Der Rest wird vom Projekträger finanziert. Mit dem Geld sollen für die kommenden vier Jahre naturschutzgerechte und gleichzeitig ökonomisch tragfähige Bewirtschaftungsformen von einzigartigen und artenreichen Lebensräumen in der Gemeinde Oelsen entwickelt werden. So ist die Region um Oelsen ein wichtiges Rückzugs- und Wiederbesiedlungsgebiet für mehrere bundesweit gefährdete und zum Teil vom Aussterben bedrohte Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten wie für das Preußische Laserkraut, die Buschnelke, die Blaue Teufelskralle, die Feuerlilie, den Wachtelkönig und das Birkhuhn. "Das Vorhaben kann auch zu einer Weiterentwicklung von Vertragsnaturschutz- und Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen der EU-Agrarpolitik beitragen", sagte Hartmut Vogtmann. "Die Arbeit der Bauern ist Voraussetzung für den Erhalt der einmaligen Kulturlandschaft", fügte Umweltminister Steffen Flath hinzu.

Die Projektfläche umfasst 180 Hektar. In Zusammenarbeit mit Landwirte sollen Kleinode wie Bergwiesen, Borstgrasrasen, Feuchtwiesen und Niedermoore erhalten und miteinander vernetzt werden. Ziel des Erprobungs- und Entwicklungsprojektes ist es, Maßnahmen der Regeneration, der nachhaltigen und naturschutzgerechten Nutzung und -pflege der montanen Grünlandbiotope beispielhaft zu erproben. Die schutzwürdigen Biotoptypen der Berg- und Feuchtwiesen sind vor allem durch Aufgabe der ursprünglich extensiven Nutzung zunehmend gefährdet. Zur Wiederherstellung und dauerhaften Offenhaltung der Lebensräume bedarf es einer über die bisherigen Schutzkonzepte hinausgehenden neuartigen Naturschutzstrategie, die verschiedene Methoden differenziert anwendet und miteinander verbindet.


Die Entwicklung einer solchen Strategie ist aus Bundessicht vor allem deshalb von besonderer Bedeutung, weil acht Lebensraumtypen innerhalb des Vorhabensgebietes Lebensräume von europäischem Interesse (FFH-Anhang I) sind. Gemäß Art. 6 Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) sind die Mitgliedstaaten neben der Ausweisung entsprechender Schutzgebiete auch dazu verpflichtet, die nötigen Erhaltungsmaßnahmen festzulegen, die den ökologischen Erfor-dernissen der vorkommenden FFH-Lebensraumtypen bzw. -Arten entsprechen. Das Vorhaben kann dazu beitragen, belastbare Empfehlungen für solche Erhaltungsmaßnahmen für die betreffenden Lebensraumtypen abzugeben, die in ihrer Anwendbarkeit auch über den nationalen Bereich hinausgehen.

Ansprechpartner:

Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
Dirk Reelfs
Telefon 0351 - 564-6819/6818
Telefax 0351 - 564-6817

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.smul.sachsen.de

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