Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ausgezeichnete Geschäftsidee

27.04.2001


Gründerpreis Multimedia geht an Wissenschaftler des ZGDV


Die Rostocker Forscher Ulf Stelbe und Dr. Nico Günther wurden für ihre Geschäftsidee auf dem Gebiet immersiver 3D-Präsentationssysteme mit dem Gründerpreis Multimedia 2000 ausgezeichnet. Das Wissenschaftler-Team des Zentrums für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) hat einen der 16 Hauptpreise des renommierten IT-Wettbewerbs gewonnen. Aus der Hand von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller erhielten die beiden Forscher die begehrte Auszeichnung am 18. April in dem Berliner Multimedia- und IT-Zentrum »Backfabrik«. Ihre Integrationslösungen, die auf der Virtual-Reality-Technologie basieren, lassen sich in allen mit 3D-Konstruktion befassten Unternehmen einsetzen, würdigte die Jury die Leistung der zukünftigen Jungunternehmer in ihrer Begründung. Das nutzerfreundliche Visualisierungssystem sei damit problemlos in bestehende Infrastrukturen integrierbar, so das Preiskommitee.

Das Forscherduo Stelbe und Günther entwickelte ein mobiles System, mit dem komplexe CAD-Daten aus Bereichen wie Engineering, Fahrzeugbau, Architektur oder Luft- und Raumfahrt als digitales Modell visualisiert werden können. »Damit kann der Entwickler einzelne Konstruktionsschritte detailliert nachvollziehen und der Kunde erhält eine konkrete Vorstellung vom Endprodukt, indem er beispielsweise durch das virtuelle Modell interaktiv navigiert,« erklärt Preisträger Dr. Nico Günther. Zunächst hat der 39jährige Ingenieur mit dem innovativen Softwaresystem die Marktsegmente Schiffbau und Maritime Industrie anvisiert. Denn in diesem komplexen Umfeld lassen sich mit dem System zum Beispiel Trainingsszenarien optimal durchführen: So kann ein Ausbilder mit Hilfe des dreidimensional visualisierten Schiffsmodells völlig gefahrlos einen Havariefall für die Kursteilnehmer simulieren. Die vielfältigen Funktionen von Maschinen und Elektronik können somit anschaulich vermittelt werden und die Teilnehmer können das richtige Vorgehen im Ernstfall präzise einüben und beliebig oft wiederholen. Auf großes Interesse stieß das neue Präsentationssystem bereits bei den Besuchern der Schiffahrtsmesse »Cruise Shipping«, die im März in Miami stattfand.



»Wir brauchen das Engagement und die Flexibilität der jungen Forschungsgeneration um das enorme Marktpotenzial der Multimedia-Anwendungen zu erschließen und um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen« betonte Prof. José L. Encarnação in seiner Rede an die diesjährigen Preisträger in Berlin. Der Leiter des INI-GraphicsNet fördert selbst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsnetzwerkes, die sich mit einer erfolgversprechenden Geschäftsidee selbständig machen wollen.

Existenzgründungen in der Software- und Internetbranche fördern will das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) mit dem Gründerwettbewerb Multimedia, der seit 1997 stattfindet. Prämiert werden innovative Geschäftsmodelle, die besonders gute Chancen für eine erfolgreiche Gründung und eine nachhaltige Unternehmensentwicklung erkennen lassen. Das Spektrum der Gründungsideen der jungen Visionäre reichte diesmal von mobilen Internetanwendungen über nutzerfreundliche Visualisierungs- und Audiodarstellungen im Internet bis hin zu einer elektronischen »Kreidetafel«.

Insgesamt 379 Teilnehmer hatten sich im vergangenen Jahr mit ihren innovativen Geschäftsideen beworben. Unter 88 ausgewählten Gewinnern erhielten die ersten sechzehn Teilnehmer jeweils 20.000 Mark, weitere 40.000 Mark erhalten diese nach erfolgter Geschäftsgründung. Die übrigen Ideenskizzen waren mit 10.000 Mark dotiert. Ferner erhalten zehn ausgewählte Preisträger des Gründerwettbewerbs Multimedia die Chance, auf einem speziellen Experten-Forum Multimedia ihre zukunftsträchtigen Geschäftsideen einem Kreis von ausgewählten Investoren vorzustellen.

Der Erfolg des Gründerwettbewerbs ist offensichtlich: Die jüngst erfolgte Evaluierung des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung hat ergeben, dass die Teilnehmer der bisherigen drei Wettbewerbe bereits mehr als 1000 Firmengründungen initiiert haben. Seit 1997 konnten damit mehr als 4.000 neue Arbeitsplätze im IT-Sektor geschaffen werden.

Nähere Informationen erhalten Sie unter der URL:
http://www.gruenderwettbewerb.de


Kurzprofil INI-GraphicsNet

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in der Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Fraunhofer Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur und das Centro de Computação Gráfica (CCG) in Coimbra (Portugal).

Innerhalb des Netzverbundes sind an den sechs Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 450 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 70 Millionen DM bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Bernad Lukacin |

Weitere Berichte zu: Geschäftsidee Luft- und Raumfahrt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Schönheit der organischen Form in 3D
12.07.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Infektionen und Krebs: Welche Rolle spielen spezielle weiße Blutkörperchen?
06.07.2018 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics