Ausgezeichnete Geschäftsidee

Gründerpreis Multimedia geht an Wissenschaftler des ZGDV

Die Rostocker Forscher Ulf Stelbe und Dr. Nico Günther wurden für ihre Geschäftsidee auf dem Gebiet immersiver 3D-Präsentationssysteme mit dem Gründerpreis Multimedia 2000 ausgezeichnet. Das Wissenschaftler-Team des Zentrums für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) hat einen der 16 Hauptpreise des renommierten IT-Wettbewerbs gewonnen. Aus der Hand von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller erhielten die beiden Forscher die begehrte Auszeichnung am 18. April in dem Berliner Multimedia- und IT-Zentrum »Backfabrik«. Ihre Integrationslösungen, die auf der Virtual-Reality-Technologie basieren, lassen sich in allen mit 3D-Konstruktion befassten Unternehmen einsetzen, würdigte die Jury die Leistung der zukünftigen Jungunternehmer in ihrer Begründung. Das nutzerfreundliche Visualisierungssystem sei damit problemlos in bestehende Infrastrukturen integrierbar, so das Preiskommitee.

Das Forscherduo Stelbe und Günther entwickelte ein mobiles System, mit dem komplexe CAD-Daten aus Bereichen wie Engineering, Fahrzeugbau, Architektur oder Luft- und Raumfahrt als digitales Modell visualisiert werden können. »Damit kann der Entwickler einzelne Konstruktionsschritte detailliert nachvollziehen und der Kunde erhält eine konkrete Vorstellung vom Endprodukt, indem er beispielsweise durch das virtuelle Modell interaktiv navigiert,« erklärt Preisträger Dr. Nico Günther. Zunächst hat der 39jährige Ingenieur mit dem innovativen Softwaresystem die Marktsegmente Schiffbau und Maritime Industrie anvisiert. Denn in diesem komplexen Umfeld lassen sich mit dem System zum Beispiel Trainingsszenarien optimal durchführen: So kann ein Ausbilder mit Hilfe des dreidimensional visualisierten Schiffsmodells völlig gefahrlos einen Havariefall für die Kursteilnehmer simulieren. Die vielfältigen Funktionen von Maschinen und Elektronik können somit anschaulich vermittelt werden und die Teilnehmer können das richtige Vorgehen im Ernstfall präzise einüben und beliebig oft wiederholen. Auf großes Interesse stieß das neue Präsentationssystem bereits bei den Besuchern der Schiffahrtsmesse »Cruise Shipping«, die im März in Miami stattfand.

»Wir brauchen das Engagement und die Flexibilität der jungen Forschungsgeneration um das enorme Marktpotenzial der Multimedia-Anwendungen zu erschließen und um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen« betonte Prof. José L. Encarnação in seiner Rede an die diesjährigen Preisträger in Berlin. Der Leiter des INI-GraphicsNet fördert selbst Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsnetzwerkes, die sich mit einer erfolgversprechenden Geschäftsidee selbständig machen wollen.

Existenzgründungen in der Software- und Internetbranche fördern will das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) mit dem Gründerwettbewerb Multimedia, der seit 1997 stattfindet. Prämiert werden innovative Geschäftsmodelle, die besonders gute Chancen für eine erfolgreiche Gründung und eine nachhaltige Unternehmensentwicklung erkennen lassen. Das Spektrum der Gründungsideen der jungen Visionäre reichte diesmal von mobilen Internetanwendungen über nutzerfreundliche Visualisierungs- und Audiodarstellungen im Internet bis hin zu einer elektronischen »Kreidetafel«.

Insgesamt 379 Teilnehmer hatten sich im vergangenen Jahr mit ihren innovativen Geschäftsideen beworben. Unter 88 ausgewählten Gewinnern erhielten die ersten sechzehn Teilnehmer jeweils 20.000 Mark, weitere 40.000 Mark erhalten diese nach erfolgter Geschäftsgründung. Die übrigen Ideenskizzen waren mit 10.000 Mark dotiert. Ferner erhalten zehn ausgewählte Preisträger des Gründerwettbewerbs Multimedia die Chance, auf einem speziellen Experten-Forum Multimedia ihre zukunftsträchtigen Geschäftsideen einem Kreis von ausgewählten Investoren vorzustellen.

Der Erfolg des Gründerwettbewerbs ist offensichtlich: Die jüngst erfolgte Evaluierung des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung hat ergeben, dass die Teilnehmer der bisherigen drei Wettbewerbe bereits mehr als 1000 Firmengründungen initiiert haben. Seit 1997 konnten damit mehr als 4.000 neue Arbeitsplätze im IT-Sektor geschaffen werden.

Nähere Informationen erhalten Sie unter der URL:
http://www.gruenderwettbewerb.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet

Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in der Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Fraunhofer Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur und das Centro de Computação Gráfica (CCG) in Coimbra (Portugal).

Innerhalb des Netzverbundes sind an den sechs Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie mehr als 450 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 70 Millionen DM bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Ansprechpartner für Medien

Bernad Lukacin

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