Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Realistische virtuelle 3D-Welten beeindrucken mit noch besserer Optik

27.02.2008
Realistische virtuelle 3D-Welten können CeBIT-Besucher bei den Computergrafik-Wissenschaftlern des Hasso-Plattner-Instituts im "Future Parc" bestaunen (Halle 9 C08). Mit "SmartCity" wird hier erstmals eine neu entwickelte Software vorgestellt, mit der virtuelle 3D-Welten vollautomatisch so detailreich und realitätsnah hergestellt werden können, wie das mit herkömmlichen Verfahren bisher nicht möglich war. Wer am Computerbildschirm einen virtuellen Stadtrundgang unternimmt, gerät ins Staunen darüber, wie präzise alles wiedergegeben wird, vor allem auch der Bodenraum.

Vorteil der neuen Software: Selbst für große Städte lassen sich realitätsnahe 3D-Modelle auf diese Weise systematisch und kosteneffizient erzeugen. Bislang hatte die 3D-Modellierung realistischer virtueller Städte und Landschaften im Computer mit traditionellen Methoden einen sehr aufwändigen und daher kostenintensiven Prozess dargestellt.

"Solche virtuellen 3D-Stadtmodelle werden immer häufiger zum Beispiel in Navigationssystemen, Stadt- und Landschaftsplanung, Funknetzplanung, Katastrophenmanagement, Logistik, Tourismus und Entertainment eingesetzt", berichtet Prof. Jürgen Döllner, Leiter des HPI-Fachgebiets "Computergrafische Systeme". Mit der neuen SmartCity-Software, die marktübliche Geodaten wie Straßenverläufe, Gebäudegrundrisspläne und Baumstandorte verarbeiten kann, werde eine neue Qualitätsstufe erreicht: "Die so erzeugten virtuellen Landschaften haben einen direkten und sehr engen Bezug zur Realität", betont Döllner. Außerdem werde es dank SmartCity-Software möglich, aktuell vorgenommene Geodaten-Änderungen unmittelbar in der virtuellen Welt sichtbar zu machen.

Zugrunde liegt eine am HPI entwickelte Computergrafik-Basistechnologie. Sie wird unter anderem von Städten genutzt, um sich auf dem virtuellen Globus "Google Earth" dreidimensional und realitätsnah im Internet zu präsentieren. Den Anfang damit hatte vor einem Jahr Berlin gemacht.

Fahrer von Details oft abgelenkt: Neue Navi-3D-Software vereinfacht

Beim Vordringen von 3D-Stadmodellen in Navigationssysteme wird allerdings ein Problem sichtbar: Allzu detaillierte Darstellungen lenken Autofahrer oft ab, das Unfallrisiko steigt. Um den Autofahrern unangemessen komplexe Routendarstellungen zu ersparen, haben die Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts eine neue Software entwickelt, die aus fotorealistischen 3D-Stadtmodellen automatisch vereinfachte, abstraktere Varianten erzeugt. Beim Fahren kann dadurch der räumliche Bezug zur Stadtumgebung gezielter dargestellt und einfacher verstanden werden.

Die erstmals auf der CeBIT präsentierte "SmartSimplification"-Software des HPI verbindet die gewohnte schematische Darstellung von zweidimensionalen Stadtplänen mit einer interaktiven 3D-Visualisierung, die für den Nutzer relevante Informationen besonders hervorhebt.

"Der städtische Raum wird anhand von Infrastrukturinformationen, etwa über das Straßennetz, vorhandene Wasserläufe oder den Verlauf von Verwaltungs-grenzen, in einer Zellstruktur abgebildet. Während des Abstraktionsprozesses werden in jeder Zelle weniger bedeutende Einzelgebäude zu Blöcken zusammengefasst, wichtige Gebäude und Straßen hingegen hervorgehoben. Die Abstraktion betont so individuelle Referenzen und Merkmale, die den Nutzern die Interpretation und die Orientierung in dargestellten Geoinformationen erleichtern", beschreibt HPI-Prof. Jürgen Döllner das Verfahren.

Zusammen mit seinem Team zeigt Döllner auf der CeBIT auch, wie es gelingt, leistungsstarke 3D-Stadtmodelle aufzubauen, wenn dafür Daten aus unterschiedlichen Quellen dynamisch zusammengeführt werden müssen. "Standardisierung und Austauschbarkeit bilden hierfür zwei Grundvoraus-setzungen", erläutert der Wissenschaftler. An seinem Fachgebiet wurde in Kooperation mit dem HPI-Spin-off 3D Geo GmbH (www.3dgeo.de) Software entwickelt, welche die langfristige Vorhaltung und Fortführung solcher hochwertigen virtuellen 3D-Stadtmodelle unterstützt. Das "LandXplorer CityGML Tools"-Programm arbeitet mit CityGML, einem neuen internationalen Standard für virtuelle 3D-Stadtmodelle des Open Geospatial Consortium (OGC). "In Echtzeit modelliert werden kann damit nicht nur die Geometrie, sondern auch die Semantik und Struktur von Stadtmodellkomponenten wird visualisiert", erläutet Döllner.

Bildangebote zu unseren CeBIT-Themen finden Sie auf der Website des HPI unter
http://www.hpi.uni-potsdam.de/hpi/veranstaltungen/cebit_2008.html oder unter
http://www.hpi.uni-potsdam.de/presse/download.html.
Pressekontakt:
Hans-Joachim Allgaier
AllgaierCommunication
Tel.: 0331 55 09-119
06081 57 76 30
Mobil: 0179 267 54 66
Fax: 06081 96 25 17
hansjoachim.allgaier@hpi.uni-potsdam.de
info@allgaiercommunication.de
Kontakt für Fotos, Illustrationen und Logos:
Katrin Augustin
Hasso-Plattner-Institut
Tel.: 0331 55 09-150
Fax: 0331 55 09-169
katrin.augustin@hpi.uni-potsdam.de

| Deutsche Messe AG
Weitere Informationen:
http://www.cebit.de

Weitere Berichte zu: 3D-Stadtmodell 3D-Welt HPI Navigationssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2008:

nachricht Die neue CeBIT setzt Maßstäbe
10.03.2008 | Deutsche Messe AG Hannover

nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2008: Trends und Themen
10.03.2008 | Deutsche Messe AG Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2008 >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Geminiden - Die Wünsch-dir-was-Sternschnuppen vor Weihnachten

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und des Hauses der Astronomie in Heidelberg - Die Geminiden, die Mitte Dezember zu sehen sind, sind der "zuverlässigste" der großen Sternschnuppen-Ströme mit bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde. Leider stört in diesem Jahr der Mond zur besten Beobachtungszeit.

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember immer für ein schönes Sternschnuppenschauspiel. In diesem Jahr sind die...

Im Focus: Electronic map reveals 'rules of the road' in superconductor

Band structure map exposes iron selenide's enigmatic electronic signature

Using a clever technique that causes unruly crystals of iron selenide to snap into alignment, Rice University physicists have drawn a detailed map that reveals...

Im Focus: Das 136 Millionen Atom-Modell: Wissenschaftler simulieren Photosynthese

Die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie ist für das Leben unerlässlich. In einer der größten Simulationen eines Biosystems weltweit haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler diesen komplexen Prozess an einem Bestandteil eines Bakteriums nachgeahmt – am Computer, Atom um Atom. Die Arbeit, die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht wurde, ist ein wichtiger Schritt zum besseren Verständnis der Photosynthese in einigen biologischen Strukturen. An der internationalen Forschungskooperation unter Leitung der University of Illinois war auch ein Team der Jacobs University Bremen beteiligt.

Das Projekt geht zurück auf eine Initiative des inzwischen verstorbenen, deutsch-US-amerikanischen Physikprofessors Klaus Schulten von der University of...

Im Focus: Developing a digital twin

University of Texas and MIT researchers create virtual UAVs that can predict vehicle health, enable autonomous decision-making

In the not too distant future, we can expect to see our skies filled with unmanned aerial vehicles (UAVs) delivering packages, maybe even people, from location...

Im Focus: Freiformflächen bis zu 80 Prozent schneller schlichten: Neue Werkzeuge und Algorithmen für die Fräsbearbeitung

Beim Schlichtfräsen komplexer Freiformflächen können Kreissegment- oder Tonnenfräswerkzeuge jetzt ihre Vorteile gegenüber herkömmlichen Werkzeugen mit Kugelkopf besser ausspielen: Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelte im Forschungsprojekt »FlexiMILL« gemeinsam mit vier Industriepartnern passende flexible Bearbeitungsstrategien und implementierte diese in eine CAM-Software. Auf diese Weise lassen sich große frei geformte Oberflächen nun bis zu 80 Prozent schneller bearbeiten.

Ziel im Projekt »FlexiMILL« war es, für die Bearbeitung mit Tonnenfräswerkzeugen nicht nur neue, verbesserte Werkzeuggeometrien zu entwickeln, sondern auch...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

Intelligente Transportbehälter als Basis für neue Services der Intralogistik

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verstopfung in Abwehrzellen löst Entzündung aus

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Vorbild Zelle: Internationales Forschungsteam sucht neue Wege für umweltfreundliche Chemie-Prozesse

09.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

RNA-Modifikation - Umbau unter Druck

06.12.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics