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CeBIT: Internet-Fernsehen (IPTV) in Deutschland auf dem Vormarsch

15.02.2008
  • Breitbandgeschäft verspricht hohe Erträge
  • Sieben von zehn Surfern nutzen bereits einen Breitband-Zugang
  • Jeder zehnte Verbraucher lässt sich von Web-Werbung zum Kauf verführen
  • Vor vielen Jahren ragten noch große Antennenmasten über den Hausdächern hervor, später dann zierten Satelliten-Schüsseln die Hausfassaden. Das ist alles bald vorbei, denn Internet-Fernsehen (IPTV) ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Die CeBIT zeigt vom 4. bis 9. März in Hannover, welche Technologien dabei zum Einsatz kommen und wie das Internet für künftige Marketingaktivitäten eingesetzt werden kann.

    Die deutsche Telekommunikations­branche verspricht sich vom Breitband­geschäft hohe Erträge. Einer Untersuchung von Steria Mummert Consulting zufolge ('TELCO Trend') stufen sieben von zehn Entscheidern der Branche DSL als wichtigste Übertragungstechnologie ein. Allein das regelmäßige Update eines gewöhnlichen PC-Betriebssystems sorgt für einen Datenverkehr von mehreren hundert Megabyte pro Jahr. Aktuelle Unterhaltungsangebote wie Internet-TV oder der Online-Vertrieb von Filmen (Video on Demand) sind über schmalbandige Anschlüsse kaum denkbar. Bereits heute verbrauchen einzelne Web-Anwendungen extrem hohe Anteile der weltweit zur Verfügung stehenden Bandbreite. So ist die populäre Web-2.0-Plattform YouTube laut der Studie mit ihren Videoclips für zehn Prozent des gesamten Datenverkehrs verantwortlich.

    Download-Markt wächst
    Auch der Download-Markt wächst: In Deutschland wurden 2007 nach einer GfK-Untersuchung für den Bundesverband Informations­wirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) mehr als 40 Millionen legal erworbene Musiktitel, Videos, Hörbücher und Spiele herunter geladen. Der erzielte Gesamtumsatz liegt bei 168 Millionen Euro - ein neuer Rekord. 'Zugpferd bei den Downloads bleibt die Musik', berichtet Prof. August-Wilhelm Scheer, Präsident des BITKOM. Hierauf entfallen allein rund 60 Millionen Euro.
    Mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher
    Vor allem junge Deutsche verbringen inzwischen mehr Zeit im Internet als vor dem Fernseher. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie des Branchenverbandes der Online-Vermarkter, European Interactive Advertising Association (EIAA). Durchschnittlich surfen die 16- bis 24-Jährigen knapp 14 Stunden pro Woche im Netz, während sie 13,5 Stunden vor dem TV-Gerät sitzen. Die jungen Verbraucher schalten ihren Computer aber nicht nur länger ein als den Fernseher, sondern auch häufiger: Drei Viertel der Befragten sind an fünf bis sieben Tagen pro Woche online. Als wichtigsten Grund für die weiter zunehmende Beliebtheit des Internet führt die EIAA den Boom bei den Breitbandanschlüssen an. Nach der Erhebung nutzen hierzulande bereits sieben von zehn Surfern einen schnellen Zugang zum Netz.
    Fernsehen im Internet bald so normal wie per Sat-Schüssel oder Kabel
    Experten wissen es bereits: In einigen Jahren wird das Fernsehen über das Internetprotokoll (IPTV) so normal sein wie heute per Sat-Schüssel oder Kabel. Noch liegt die Zahl der Nutzer in Deutschland im unteren sechsstelligen Bereich. Doch dies wird sich rasch ändern: Bis 2011 prognostiziert die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouse­Coopers ein jährliches Wachstum von mehr als 150 Prozent. Vor allem zwei große Unternehmen treiben die IPTV-Vermarktung voran: die Deutsche Telekom und Arcor. Die Telekom hat unlängst den 100 000. Kunden ihres IPTV-Angebots T-Home Entertain begrüßt, das in rund 750 deutschen Städten empfangen werden kann - über das VDSL-Glasfaser­netz sogar in gestochen scharfer HDTV-Qualität. Der Konzern hat sogar einen Wettbewerb mit Prämien im Wert von einer Million Euro ins Leben gerufen, mit dem man Ideen für spannende neue IPTV-Dienste fördern will. 'Lassen Sie uns mit Entwicklungen 'made in Germany' Maßstäbe für das Fernsehen der Zukunft setzen', erklärte der Telekom-Vorstands­vorsitzende René Obermann beim IT-Gipfel der Bundesregierung im Dezember 2007 in Hannover.
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    Auch Arcor will sein IPTV-Portfolio stark ausbauen, wie Department Director Bernd Wirnitzer auf der CeBIT-PreView in Hamburg im Januar 2008 ankündigte. Bis zum Frühjahr soll das Internet-Fernsehangebot des Unternehmens in mehr als 60 Städten verfügbar sein. Der Einstieg in den zukunftsträchtigen Markt für VDSL-Anschlüsse ist ebenfalls geplant. Außerdem wird Arcor eine neue Set-Top-Box mit 160 Gigabyte Speicher­kapazität und attraktive Video-on-Demand-Pakete anbieten. Ein weiteres, interessantes Produkt kommt vom Netzwerkspezialisten AVM: Die Berliner werden auf der CeBIT eine Set-Top-Box für besonders komfortablen IPTV-Spaß präsentieren. Der Media-Receiver FRITZ! Media 8160 mit schnellem W-LAN und HDMI-Anschluss bringt Video-on-Demand-Streifen und IPTV-Programme in hoch auflösender HD-Qualität auf den Fernseher. Darüber hinaus unterstützt das Modell 5.1-Mehrkanalton und bindet über seinen Audioanschluss die Stereoanlage ins Netzwerk ein.

    Gleichzeitig verliert die klassische Werbung gegenüber dem Internet immer mehr an Bedeutung. Nach einer in der Marketingzeitschrift 'w&v' veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Booz, Allen, Hamilton lässt sich im Web jeder Zehnte von Werbung zum Kauf verführen, während es in TV und Printmedien nur jeder Zwanzigste sei. Welche Möglichkeiten Online-Marketing bietet, erfährt der CeBIT-Besucher unter anderem in der 'Marketing Solutions Area' in Halle 4, Stand F58.

    Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
    Weitere Informationen:
    http://www.cebit.de

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