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Spitzenforschung braucht Freiraum - Projektarbeit zu Innovationsprozessen in Deutschland

21.12.2007
Forscher brauchen ausreichend Freiraum, um innovativ zu sein - dies ist ein zentrales Ergebnis der Projektarbeit "Innovationsprozesse in Deutschland", die drei Studierende der TU München (TUM) zum Deutschen Zukunftspreis erstellt haben. Angestoßen durch Bundespräsident Horst Köhler untersuchte das Team die Bedingungen, unter denen bahnbrechende Innovationen in Deutschland entstehen.

Basis der Projektarbeit von Michael Krause, Andreas Heckner (beide TUM-BWL) und Andreas Haese (MBA) am Lehrstuhl für Wirtschaftsrecht und Geistiges Eigentum der TUM (Prof. Christoph Ann) war die Untersuchung aller 41 nominierten und ausgezeichneten Projekte des Deutschen Zukunftspreises der vergangenen zehn Jahre.

Zusätzlich führten die Studenten Einzelinterviews mit zahlreichen Preisträgern, darunter auch MP3-Erfinder Prof. Karlheinz Brandenburg, Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie in Ilmenau, und Prof. Prof. Wilhelm Barthlott, Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen in Bonn, Ergründer des Lotus-Effekts. Kriterium für eine Nominierung zum Deutschen Zukunftspreis ist, dass ein Projekt innovativ und patentfähig ist und dass es - ausgehend von exzellenter Forschung - zu anwendungs- und damit marktreifen Produkten führt.

Aus den Befragungen konnten typische Strukturen erfolgreicher Innovationsprozesse ermittelt werden. Bei der Verleihung des 11. Deutschen Zukunftspreis in Berlin präsentierte das Team die teils verblüffenden Ergebnisse dem Bundespräsidenten und dem Kuratorium des Preises. So spielt finanzieller Gewinn für Spitzenforscher nur eine untergeordnete Rolle, sie wollen also nicht etwa "reich werden". Eindeutig auch: Spitzenforschung braucht ausreichend Freiraum. Dem schaden kurzfristige Berichtspflichten gegenüber Kapitalmärkten und Analysten.

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Ein klares Votum der Befragten gab es auch für interdisziplinäre Kompetenz, das "über den Tellerrand schauen". Besonders Naturwissenschaftlern und Technikern wurde empfohlen, Zusatzqualifikationen in Wirtschaft und Recht zu erwerben. Differenziert gesehen wurde hingegen die Beiziehung externer Berater. Zwar gehe es auf dem Weg zur Marktreife einer Innovation nicht ohne kompetente (patent-)rechtliche und betriebswirtschaftliche Beratung. Zur Wahrung des Freiraums, den schöpferische Phantasie beim Vorstoss in neue Dimensionen braucht, sollten aber speziell Unternehmensberater nicht zu früh zugezogen werden. Forschergeist, so die Befragten, werde sonst leicht von kurzfristigem Gewinnstreben erstickt.

Dr. Ulrich Marsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-muenchen.de/

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