Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Duftnote in der Lupinenzüchtung

11.09.2012
Die heimischen Eiweißpflanzen, wie zum Beispiel Lupinen, gewinnen wieder an Bedeutung für die Human- und Tierernährung.
Nun wird der Anbau durch Schädlinge bedroht. Der Projektträger BLE hat über das BMELV-Innovationsprogramm ein dreijähriges Forschungsprojekt zur Resistenzentwicklung koordiniert.

In jüngster Zeit wird dem Anbau heimischer Eiweißpflanzen mehr Beachtung geschenkt. Seine Vorteile liegen in der Auflockerung enger Fruchtfolgen verbunden mit einem hohen Vorfruchtwert und den positiven Effekten hinsichtlich Bodenstruktur und Humusbilanz. Ferner werden mineralischer Stickstoff und Phosphat eingespart und die biologische Vielfalt in Agrarökosystemen ausgedehnt.

Leguminosen als Eiweißlieferanten

Zu den Leguminosen gehören neben den weltweit bedeutenden Sojabohnen, auch heimische Pflanzenarten wie Ackerbohnen, Futtererbsen, Lupinen- und Kleearten sowie Luzernen und Wicken.

Für den lange Zeit zu beobachtenden Rückgang des Leguminosenanbaus gab es vielfältige Gründe wie die vergleichsweise niedrigen Preise für Mineralstickstoff, die weitgehende Deckung des Futterproteinbedarfs aus importiertem Sojaextraktionsschrot sowie die Bevorzugung von Kulturarten mit hohen Deckungsbeiträgen.

Vorteile der Lupinen

Unter den Leguminosen zeichnen sich Lupinen durch hohe Eiweißgehalte im Korn und in der Grünmasse aus. Ihr Anbau konzentriert sich auf Ostdeutschland, wo sie insbesondere auf leichten Böden eine Anbaualternative darstellen. Vor dem ersten Auftreten der pilzlichen Brennfleckenkrankheit (Anthraknose) im Jahr 1995 wurden vor allem Gelbe und Weiße Lupinen angebaut. In der Folgezeit kam deren Anbau fast völlig zum Erliegen. Schon bald gelang es entsprechende Resistenzen in Blaue Lupinen einzulagern, so dass diese Art inzwischen überwiegend angebaut wird.

Der heimische Lupinenanbau wird zunehmend durch Schädlinge wie den Blattrandkäfern bedroht, die früher nur in wärmeren Regionen Europas vorkamen. Die Käfer treten im Frühjahr auf und schädigen die Keimlinge durch Blattfraß. Der Hauptschaden entsteht durch den später auftretenden Larvenfraß an den Lupinenwurzeln.

Forschungsergebnisse
Das Ziel des Verbundvorhabens des Züchterhauses Saatzucht Steinach und den Universitäten in Rostock und Bochum war es, mit biochemischen, verhaltensbiologischen und freilandökologischen Ansätzen, funktionelle Inhaltsstoffe in Lupinen zu identifizieren. Diese haben einen Einfluss auf das Verhalten und die Entwicklung von spezifischen Lupinenblattrandkäfern.

Bei verschiedenen Genotypen der Blauen, Weißen und Gelben Lupine wurden im Freiland spezifische Fraßschäden an Blättern und Wurzeln erfasst. Dabei zeigte sich, dass die Blauen und Weißen Lupinen stärker als die Gelben Lupinen vom Käferbefall betroffen waren. Der Bitterstoffgehalt der Lupinenblätter hatte keinen Einfluss auf die Wirtswahl der Käfer – wohl aber die flüchtigen Inhaltsstoffe. Daher sind künftig Duftstoffe ein Ansatzpunkt um auf züchterischem Weg Resistenzen zu erreichen.

Tassilo Frhr. v. Leoprechting | idw
Weitere Informationen:
http://www.ble.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Mit gezücktem Laserschwert Schadinsekten in Vorratslagern bekämpfen
13.11.2018 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Wildpflanzen für Biogas: Untersuchungen zur Samenausbreitung abgeschlossen
12.11.2018 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rasende Elektronen unter Kontrolle

Die Elektronik zukünftig über Lichtwellen kontrollieren statt Spannungssignalen: Das ist das Ziel von Physikern weltweit. Der Vorteil: Elektromagnetische Wellen des Licht schwingen mit Petahertz-Frequenz. Damit könnten zukünftige Computer eine Million Mal schneller sein als die heutige Generation. Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) sind diesem Ziel nun einen Schritt nähergekommen: Ihnen ist es gelungen, Elektronen in Graphen mit ultrakurzen Laserpulsen präzise zu steuern.

Eine Stromregelung in der Elektronik, die millionenfach schneller ist als heutzutage: Davon träumen viele. Schließlich ist die Stromregelung eine der...

Im Focus: UNH scientists help provide first-ever views of elusive energy explosion

Researchers at the University of New Hampshire have captured a difficult-to-view singular event involving "magnetic reconnection"--the process by which sparse particles and energy around Earth collide producing a quick but mighty explosion--in the Earth's magnetotail, the magnetic environment that trails behind the planet.

Magnetic reconnection has remained a bit of a mystery to scientists. They know it exists and have documented the effects that the energy explosions can...

Im Focus: Eine kalte Supererde in unserer Nachbarschaft

Der sechs Lichtjahre entfernte Barnards Stern beherbergt einen Exoplaneten

Einer internationalen Gruppe von Astronomen unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Astronomie in Heidelberg ist es gelungen, beim nur sechs Lichtjahre...

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Kalikokrebse: Erste Fachtagung zu hochinvasiver Tierart

16.11.2018 | Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mikroplastik in Kosmetik

16.11.2018 | Studien Analysen

Neue Materialien – Wie Polymerpelze selbstorganisiert wachsen

16.11.2018 | Materialwissenschaften

Anomale Kristalle: ein Schlüssel zu atomaren Strukturen von Schmelzen im Erdinneren

16.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics