Junge Wirtschaftselite setzt auf Wachstum

Im Rahmen einer informellen Netzwerkveranstaltung zum Thema „Das Ende der Krise – was kommt danach?“ traf Bain & Company junge Führungskräfte, um über aktuelle Fragestellungen, Erfahrungen und Lösungsansätze zu diskutieren. Ziel dieses ersten „Bain Business Circle“ war die Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken der Krise und wie deren Auswirkungen das zukünftige strategische Handeln verändern.

Seit 2008 hat die Finanz- und Wirtschaftskrise nahezu alle Branchen erfasst. Eine steigende Staatsverschuldung, das Aufkommen völlig neuer Wettbewerber und eine immer kritischere Öffentlichkeit sind nur einige der zum Teil neuartigen und komplexen Veränderungen, die seit Beginn der Rezession das unternehmerische Handeln beeinflussen. Noch herrscht in vielen Unternehmen große Unsicherheit über den Fortgang der Krise und vor allem über die Zeit danach. Das volle Ausmaß der Veränderungen des Wirtschaftslebens lässt sich bisher noch kaum abschätzen und wird sich erst zeigen, wenn in vielen Branchen schon wieder Wachstum zu verzeichnen ist. Ein wesentliches Erfolgskriterium für Unternehmenslenker wird deshalb sein, in diesem neuen Umfeld vorausschauend zu agieren und nicht steuerbare Einflussfaktoren noch stärker als bisher in der Strategiearbeit zu berücksichtigen.

Nur 21 Prozent der Führungskräfte beim Bain Business Circle glaubt, dass die Unternehmen die Krise frühzeitig erkannt und entsprechend gegengesteuert haben, drei Viertel bezweifeln das rückblickend. 64 Prozent der Teilnehmer sehen das Thema Wachstum in diesem Jahr ganz oben auf der Management-Agenda, nur 16 Prozent glauben, dass weiterhin Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen dominieren werden. „Das stellen wir auch in unserer Kundenarbeit fest. Nach 18 Monaten der operativen Krisenbewältigung blicken die Unternehmen nun wieder strategischer in die Zukunft und arbeiten unter Hochdruck an nachhaltigen Wachstumspfaden“, sagt Rolf-Magnus Weddigen, Deutschlandchef von Bain & Company.

Wenngleich in der Vergangenheit das Risikomanagement in vielen Unternehmen versagt hat, ist für mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Diskussionsteilnehmer die Stärkung und Verbesserung des eigenen Risikomanagements die zentrale Lehre aus der Krise. Dies bestätigen auch aktuelle Bain-Untersuchungen, wonach die Bedeutung von Aufsichts- und Verwaltungsräten steigen und deren Einflussnahme auf die Unternehmensführung zunehmen wird.

Um am Aufschwung spürbar zu partizipieren und als Gewinner aus der Krise hervorzugehen, müssen die Unternehmen – nach Einschätzung von gut 60 Prozent der Veranstaltungsteilnehmer – vor allem ihre Innovationskraft stärken. Nur knapp ein Viertel setzt dabei auf die Fokussierung auf das Kerngeschäft und gerade einmal zwei Prozent betrachten den Erhalt der Zahlungsfähigkeit als zentralen Erfolgsfaktor.

Hauptredner beim Bain Business Circle und Geschäftsführer von eBay Deutschland, Dr. Stephan Zoll, betont, dass gerade in schnelllebigen Märkten Stillstand ein gravierender Fehler sei und die Unternehmen kontinuierlich an ihrer Innovationsfähigkeit arbeiten müssen. Gerade in schwierigen Zeiten hänge viel von den eigenen Mitarbeitern ab: „Auch als gesundes und ertragsstarkes Unternehmen darf man sich nicht ausruhen. Innovation muss immer ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie sein“, betont Zoll. Auch Bain bestätigt das in einer aktuellen Studie: Demnach sind Innovationen heutzutage zwar überlebenswichtig für deutsche Unternehmen, aber kaum eine Firma ist nach Ansicht der eigenen Mitarbeiter ausreichend innovativ. „Gerade vor dem Hintergrund des immer schneller werdenden Wandels erfolgreicher Geschäftmodelle ist die Innovationsfähigkeit von Unternehmen in Zukunft der entscheidende Wettbewerbsvorteil“, resümiert Rolf-Magnus Weddigen.

Die Karrierechancen für Nachwuchsführungskräfte bewerten die Veranstaltungsteilnehmer trotz Krise weiterhin positiv. Drei Viertel der Befragten sind der Meinung, dass ihre Karrierechancen durch die Krise unverändert gut sind oder sich im Zuge der Krise sogar noch verbessert haben. Einige Branchen wurden in den letzten Monaten stark „durchgeschüttelt“, so dass auch Platz für den Nachwuchs freigeworden ist. Allerdings spielt bei Führungskräften zunehmend auch die Erfahrung, in Krisenzeiten ein Unternehmen sicher und profitabel zu steuern, eine entscheidende Rolle. Deshalb ist der Wettbewerb um die wenigen sehr guten Kandidaten nach wie vor hart.

Der Bain Business Circle trifft sich in regelmäßigen Abständen zum industrieübergreifenden Erfahrungsaustausch und Networking.

Media Contact

Leila Kunstmann-Seik presseportal

Weitere Informationen:

http://www.bain.com

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