M&A-Geschäft kommt in Schwung – Westeuropa realisiert erstmals höheres Transaktionsvolumen als USA

Der weltweite Markt für Unternehmenstransaktionen kommt spürbar in Schwung. So hatte das Volumen der weltweiten M&A-Aktivitäten Anfang Juni 2005 mit 671 Mrd. US$ schon fast das Niveau des gesamten 1. Halbjahres 2004 erreicht (675 Mrd. US$). Bis Ende Juni wird es voraussichtlich auf 771 Mrd. US$ steigen und damit 14 Prozent über dem Vorjahreszeitraum liegen. Erstmals übertrifft dabei Westeuropa im Dealvolumen die USA: Während in Westeuropa im ersten Halbjahr 2005 bereits 3.897 Transaktionen im Wert von 298 Mrd. US$ zu verzeichnen sind, kommen die USA bisher nur auf 3.652 Transaktionen mit einem Dealvolumen von 279 Mrd. US$. Auffallend: Während das Transaktionsvolumen in Westeuropa im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 24 Prozent stieg, verzeichnen die USA im selben Zeitraum einen Rückgang um 27 Prozent. So das Ergebnis einer Analyse des Bereichs Corporate Finance von KPMG, die auf Daten des Marktforschungsunternehmens Dealogic beruht. (Die Analyse beinhaltet nur abgeschlossene Transaktionen, um eine Darstellung der tatsächlichen Zahlungsströme im Zusammenhang mit Unternehmenstransaktionen zu liefern.) Die Anzahl der weltweiten Transaktionen wird den Berechnungen zufolge Ende Juni 12.432 betragen; ein Zuwachs von 14 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2004.

Auch in Deutschland lässt sich eine Belebung des M&A-Marktes erkennen. Bis Anfang Juni 2005 konnte ein Transaktionsvolumen von 40 Mrd. US$ erzielt werden, das bis Ende des Monats auf 47 Mrd. US$ ansteigen dürfte; eine Steigerung von 6,9 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004. Mit 571 Transaktionen liegt die Transaktionsanzahl zwar Anfang Juni 2005 noch leicht unter der des ersten Halbjahres 2004, doch dürfte das Vorjahresniveau von 666 Transaktionen bis Ende des Monats noch erreicht werden.

Thomas Ehren, Managing Partner im Bereich Advisory von KPMG: „Das M&A-Geschäft kommt spürbar in Schwung, der Ausblick auf das zweite Halbjahr ist erfreulich. Die Unternehmen schauen trotz konjunktureller Unsicherheiten wieder positiver in die Zukunft, so dass wir auch für das zweite Halbjahr 2005 einen Zuwachs der Transaktionsvolumina erwarten. Zum einen wurden bereits einige sehr große Transaktionen angekündigt, beispielsweise die Übernahme der HVB durch die italienische Unicredito, der Erwerb der HeidelbergCement durch Spohn Cement und der Kauf des Blutwäsche-Dienstleisters Renal durch Fresenius Medical Care, die öffentlich zugänglichen Informationen zufolge zusammen ein Volumen von fast 26 Mrd. Euro erreichen werden. Aber auch im mittleren Segment erwarten wir aufgrund der ungebremsten Kauflust der Private Equity-Häuser und zunehmender Aktivitäten von strategischen Käufern, die sich wieder stärker auf externes Wachstum fokussieren, eine deutliche Belebung. Zudem überprüfen viele Konzerne weiterhin ihre einzelnen Geschäftsbereiche auf Profitabilität beziehungsweise Wachstumsstärke und stoßen Bereiche ab, die nicht zum Kerngeschäft gehören oder die defizitär sind. Ein Beispiel ist der angekündigte Verkauf der Siemens-Handysparte an den taiwanesischen Elektronikkonzern BenQ.“

Deutsche Unternehmen geben Kaufzurückhaltung auf

Das Volumen der weltweiten grenzüberschreitenden Transaktionen stieg bis Anfang Juni 2005 gegenüber dem ersten Halbjahr 2004 deutlich um 15 Prozent auf 235 Mrd. US$. Der Wert der grenzüberschreitenden Transaktionen mit deutscher Beteiligung bis Anfang Juni unterschied sich nur geringfügig vom Vergleichswert der Vorjahresperiode (26 Mrd. US$ in 2005 vs. 28 Mrd. US$ in 2004). Allerdings lässt sich eine merkliche Veränderung in den Auslandsaktivitäten deutscher Unternehmen beobachten: Die noch im letzten Jahr konstatierte Kaufzurückhaltung wurde aufgegeben. Dies macht sich in einer Steigerung des Transaktionsvolumens bemerkbar, für das deutsche Unternehmen als Käufer verantwortlich zeichneten. Es stieg von 10,3 Mrd. US$ im ersten Halbjahr 2004 auf knapp 14 Mrd. US$ bis Anfang Juni 2005. Die Tatsache, dass sich die Transaktionsanzahl in den genannten Zeiträumen wenig verändert hat, lässt vor allem auf eine Steigerung der durchschnittlichen Transaktionsgrößen schließen.

Der Wert der Transaktionen, in denen deutsche Unternehmen als Target beteiligt waren, ging dagegen bis Anfang Juni 2005 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2004 um 30 Prozent auf 12,4 Mrd. US$ zurück. Die größte im ersten Halbjahr 2005 abgeschlossene grenzüberschreitende Transaktion mit deutscher Beteiligung war der Erwerb der Schweizer Roche Holding AG durch die Bayer AG (Transaktionsvolumen 2,96 Mrd. US$).

Thomas Ehren: „Deutsche Unternehmen haben erkannt, wie wichtig Zukäufe im Ausland für den Erhalt ihrer internationalen Wettbewerbsposition im Rahmen der Globalisierung sind. Neben der Realisierung von Kostenvorteilen durch Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland ist vor allem die Erschließung und Durchdringung neuer Märkte zur Erzielung von zusätzlichem Wachstum Ziel der gesteigerten Auslandsaktivitäten.“

Hinweis: Die komplette Pressemitteilung – u.a. mit M&A-Trends in einzelnen Branchen – finden Sie unter www.kpmg.de

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Marita Reuter presseportal

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