eCommerce-Studie zur Textilwirtschaft sieht Chancen für Mittelstand

Fast eine halbe Million Mikrospiegel trägt dieses mechatronische Bauteil, das seit längerem für Videoprojektionen eingesetzt wird. In einem neuen Messgerät tasten feine Lichtstrahlen Oberflächen berührungslos ab.&nbsp;<br> ©Fraunhofer IPT


Die neuen Informationstechnologien werden zunehmend auch von Unternehmen traditioneller
Branchen wie der deutschen Textil- und Bekleidungswirtschaft genutzt. Sie eröffnen
gerade kleinen und mittleren Betrieben neue Möglichkeiten zur Bewältigung ihres
Strukturwandels und zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dabei wird eCommerce
die Unternehmensprozesse und die Zusammenarbeit der verschiedenen Stufen der
textilen Kette nachhaltig verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie
des Beratungsunternehmens KPMG im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft
und Technologie (BMWi) (Befragt wurden Ende 2000 rund 120 deutsche Unternehmen
der Textilwirtschaft. Zusätzlich wurden rund 40 Expertengespräche mit der Branche
in Deutschland und den USA geführt.), die die Chancen und Risiken des Einsatzes
von eCommerce-Anwendungen in der textilen Kette untersucht.

Danach verfügen mehr als drei Viertel aller Unternehmen über eine eigene Homepage
im Internet und über 90 Prozent nutzen eMails zum Kontakt mit ihren Geschäftspartnern.
Allerdings wird das Internet von nur knapp einem Fünftel der befragten Unternehmen
als zusätzlicher Vertriebskanal (Online-Shop) oder für die Beschaffung und den
Verkauf von textilen Gütern genutzt. Auch die Vernetzung von Unternehmen entlang
der textilen Kette zur Optimierung der Prozesse gehört eher zu den Ausnahmen.
Besonders hier, im Verhältnis der Unternehmen untereinander, dem sog. Business-to-Business-Bereich,
sieht KPMG die größten Potenziale für Rationalisierungsgewinne und Kosteneinsparungen.
Als geeignete Strategien für den Einsatz von E-Business-Anwendungen in der Textilwirtschaft
empfiehlt die Studie unter anderem die Bildung vertikaler Netzwerke und Firmenpartnerschaften,
die konsequente Anwendung des ECR (Efficient Consumer Response)-Ansatzes und
die Einführung der kundenindividuellen Massenfertigung in der Bekleidungsindustrie.

Ein wesentliches Hindernis für die stärkere Nutzung moderner Informations- und
Kommunikationstechniken in der Textilwirtschaft ist laut KPMG-Studie das Fehlen
von Standards bei der Datenübertragung, bei der Produktklassifizierung und bei
Softwaresystemen. Hinzu kommt ein Mangel an Fachkräften in den Unternehmen und
die fehlende Kooperationsbereitschaft innerhalb der textilen Wertschöpfungskette.

Bundeswirtschaftsminister Dr. Werner Müller: "Die deutsche Textilwirtschaft muss
die Chancen, die das Internet für eine effiziente Gestaltung der betrieblichen
Abläufe und Marktbeziehungen bietet, noch konsequenter nutzen, um im internationalen
Wettbewerb zu bestehen. Dies kann nur in stufenübergreifender Kooperation zwischen
allen Beteiligten erfolgen. Ziel muss es sein, die textile Kette enger zu knüpfen.
Wir wollen hier nicht zusehen, sondern im Dialog mit Unternehmen, Verbänden und
Organisationen nach Lösungen suchen, die allen Unternehmen den Schritt in die
Internetwirtschaft ermöglichen. Die Studie liefert hierfür interessante Ansatzpunkte
und wichtige Impulse".

Die Kurzfassung der Studie  "eCommerce in der Textilwirtschaft – Chancen und
Herausforderungen" kann kostenlos angefordert werden bei:
BMWi, Tel. (030) 2014-7486, Fax (030) 2014-54 22, eMail: sandra.schmitt@bmwi.bund.de
oder
KPMG, Tel. (030) 3 47 93 8-1131, Fax (030)3 47 93 8-2055, eMail: aclaassen@kpmg.com

Pressekontakt:
BMWi, Frank Bonaldo, Scharnhorststr. 34-37, 10115 Berlin, Tel. (030) 2014-6121
und
KPMG, Marita Reuter, Taubenstraße 44 – 45, 10117 Berlin, Tel. (030) 2068-1118

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