Herber Einbruch an den Aktienmärkten

An den internationalen Aktienmärkten standen die Zeichen in dieser Woche ganz auf Konsolidierung. Weltweit knickten die Kurse teilweise kräftig ein. Der DAX fiel zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 3.300 Punkten. Viele Investoren nutzten offenbar das in der Vorwoche gestiegene Kursniveau, um Gewinne zu realisieren. Hinzu kamen einige fundamentale Entwicklungen, die verunsicherten: So belastete der wiedererstarkte Euro die Titel exportorientierter Unternehmen und nährte generell Zweifel an der wirtschaftlichen Erholung. In dieselbe Richtung zeigte der neue ifo-Konjunkturklimaindex, der zwar im September zum fünften Mal in Folge stieg, allerdings ausschließlich aufgrund besserer Erwartungen, während die aktuelle Lage von den Unternehmen schlechter eingeschätzt wird. Schließlich gab die überraschende Ankündigung der Opec-Staaten, die Öl-Fördermengen zu drosseln, den Konjunktur-Skeptikern frische Nahrung. Es waren aber auch positive Nachrichten aus den Unternehmen zu verzeichnen: Altana profitierte von den günstigeren Einschätzungen einiger Analysten, die Chiphersteller glänzten aufgrund erwarteter Preissteigerungen und DaimlerChrysler meldete weitere Erfolge im Restrukturierungsprozess. Die bevorstehende Berichtssaison für das dritte Quartal sollte für zusätzliche Fantasie sorgen. Die Commerzbank sieht daher in den aktuell gedrückten Kursen eine gute Einstiegsgelegenheit bei Werten wie ThyssenKrupp, Allianz oder Münchener Rück.

Am europäischen Rentenmarkt hat sich im Gefolge der fallenden Aktienkurse eine festere Tendenz herausgebildet. Als hilfreich erwies sich die auf der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Dubai geforderte höhere Flexibilität der Wechselkurse, die umgehend zu Umschichtungen aus dem US-Dollar in Euro und Yen führte und den Euro bis auf 1,15 US-Dollar steigen ließ. Der feste Euro dämpft die Konjunkturerwartungen und mildert den Preisanstieg in Europa und ist somit ein Kaufargument für festverzinsliche Wertpapiere, zumal auf dem in den Sommermonaten kräftig erhöhten Niveau. Die Commerzbank empfiehlt privaten Anlegern weiterhin vor allem Engagements im mittleren Laufzeitenbereich zwischen 3 und 5 Jahren.

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