IAQ untersucht Alterungsprozesse in der IT-Wirtschaft

Die noch junge Informationstechnik-Wirtschaft (IT) kommt in die Jahre: Der Anteil der über 50-Jährigen ist zwischen 1999 und 2004 um 78 Prozent gestiegen –in einer Branche, deren stressreicher Arbeitsalltag die „Wissensarbeiter“ hochgradig psychisch belastet und krank macht, wie Untersuchungen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen zeigen. Massive Personalprobleme zeichnen sich ab, zumal es aufgrund sinkender Absolventenzahlen in den IT-Studiengängen auch am Nachwuchs mangelt.

Wie Gesundheit und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten in der IT-Wirtschaft über den gesamten Erwerbsverlauf hinweg gefördert und erhalten werden können, ist Gegenstand des Projektes „Demografischer Wandel und Prävention in der IT“ (DIWA-IT).

Es wird vom IAQ in Kooperation mit dem Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung (ISF/München) und dem Büro Moderne Arbeitszeiten (Dortmund) durchgeführt. Zum Auftakt haben sich in Gelsenkirchen heute (7. Februar 2008) Projektpartner aus Wissenschaft und Wirtschaft für einen ersten Erfahrungsaustausch getroffen.

Hoher Arbeitsdruck und unzureichende Erholung bei der Projektarbeit sind die Ursachen dafür, dass IT-Fachleute häufiger als andere Berufsgruppen von Stress und Burnout betroffen sind, berichtet die IAQ-Projektleiterin Dr. Anja Gerlmaier. 67 Prozent der Projektmitarbeiter verzichten immer oder oft bei Überlast auf Pausen, 55 Prozent schränken für den Job ihre Freizeitaktivitäten ein, weitere 29 Prozent tun das zumindest „manchmal“.

Weit über dem Durchschnitt sind sie von Müdigkeit, Nervosität, Schlafstörungen und Magenschmerzen betroffen. Zudem ist Wissensarbeit besonders alternskritisch, wenn es darum geht, verschiedene Aufgaben gleichzeitig im Auge zu behalten, bei der Arbeit gestört zu werden oder Termin- und Leistungsdruck auszuhalten.

Im Rahmen des Projektes soll eine Akteursallianz zur Prävention in der IT-Wirtschaft aufgebaut werden, an der sich auch weitere Unternehmen aus der Branche beteiligen können. In Pilotunternehmen sollen Lösungen entwickelt und erprobt werden, die sich an den Arbeitslebensphasen der Beschäftigten orientieren. Nach einer Wirksamkeitsbewertung sollen diese Präventionskonzepte praxisorientiert aufbereitet und auch anderen Interessenten zur Verfügung gestellt werden. Das Forschungsprojekt läuft bis Mai 2010.

Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0209/1707-176, 0170-8761608,
presse-iaq@uni-due.de

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Claudia Braczko Universität Duisburg-Essen

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