"Innovative Verkehrskonzepte gegen Stau"

Am (heutigen) Mittwoch wurde in Berlin-Adlershof der Kooperationsvertrag zwischen dem Land Berlin und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR) zur Gründung eines neuen Instituts für Verkehrsforschung unterzeichnet. Das Institut wurde mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eingerichtet. Die Aufgabe des Instituts ist die Erforschung neuer und innovativer Verkehrskonzepte, die die Mobilität verbessern sollen. Es ist Bestandteil des vom BMBF initiierten Schwerpunktes Verkehrsforschung beim DLR. Durch die neue Kombination von Verkehrsforschung und Erfahrungen des DLR aus der Luft- und Raumfahrt versprechen sich Fachleute und Politik wichtige Impulse für das Verkehrssystem.

Für den Aufbau eines Forschungsschwerpunktes „Verkehr“ beim DLR stellt das BMBF bis 2002 insgesamt 25 Millionen Mark an zusätzlichen Fördermitteln zur Verfügung. Durch ergänzende Aufbauhilfen der DLR-Sitzländer in Höhe von insgesamt knapp 100 Millionen Mark werden neben dem neuen Institut für Verkehrsforschung in Berlin noch weitere Institute des DLR aufgebaut: ein Institut für Verkehrsführung und Fahrzeugsteuerung in Braunschweig sowie ein Institut für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart. Daneben unterstützen Bayern und Nordrhein-Westfalen den neuen Schwerpunkt durch zusätzliche Projektmittel. Am Bayerischen DLR-Standort Oberpfaffenhofen steht eine durchgängige Entwurfs- und Bewertungsmethodik für Fahrzeuge hierbei im Vordergrund.

Anlässlich der Eröffnung des neuen DLR-Instituts für Verkehrsforschung (IVF) wies Staatssekretär Uwe Thomas am Mittwoch auf die Notwendigkeit einer umweltgerechten und nachhaltigen Mobilität hin: „In unserer stark arbeitsteiligen, zugleich aber auch zunehmend freizeitorientierten Gesellschaft spielt effiziente Mobilität eine zentrale Rolle. Allein die volkswirtschaftlichen Verluste durch Staus im Straßenverkehr belaufen sich jedes Jahr auf 4,7 Milliarden Stunden, die deutsche Autofahrer und Autofahrerinnen jährlich im Stau stehen, 12 Milliarden Liter Treibstoff-Mehrverbrauch oder 190 Milliarden Mark wirtschaftlichen Schaden. Das neue Institut in Berlin wird sich vor allem den Themen Verkehrsinformatik, Verkehrssystemanalyse, Verkehrssystemtechnik sowie dem Luftverkehr widmen. Es ist wichtig, uns Wege aus den Dauerstaus zu zeigen.“

Die Bundesregierung habe daher in ihrem Forschungsprogramm Mobilität und Verkehr ein umfassendes Maßnahmenbündel geschaffen, für das bis Ende 2004 Fördermittel von bis zu 500 Millionen Mark vorgesehen sind. Die Stärkung der deutschen Forschungslandschaft im Verkehrsbereich sei dabei ein wichtiger Punkt. Vor allem das DLR solle seine langjährigen Kompetenzen aus dem Bereich der Luft- und Raumfahrt soweit möglich dafür nutzen, auch die bodengebundenen Verkehrsträger deutlich zu verbessern. „Das DLR bietet die Chance, die Infrastruktur einer staatlichen Großforschungseinrichtung in den Dienst der gesamten Mobilitäts- und Verkehrsforschung zu stellen“, sagte Uwe Thomas.

Staatssekretär Uwe Thomas erwartet, dass das neue Institut für Verkehrsforschung den guten Ruf der Region Berlin-Brandenburg als wichtiges Zentrum für Mobilitäts- und Verkehrsforschung stärkt und dazu beiträgt, dass es sich in absehbarer Zeit zu einem internationalen Kompetenzzentrum der Verkehrsforschung entwickelt.

Media Contact

Pressereferat (LS 13) BMBF-Pressedienst

Weitere Informationen:

http://www.bmbf.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik

Von allen Aktivitäten zur physischen Raum- und Zeitüberbrückung von Gütern und Personen, einschließlich deren Umgruppierung – beginnend beim Lieferanten, durch die betrieblichen Wertschöpfungsstufen, bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Berichte und Artikel, unter anderem zu den Teilbereichen: Verkehrstelematik, Maut, Verkehrsmanagementsysteme, Routenplanung, Transrapid, Verkehrsinfrastruktur, Flugsicherheit, Transporttechnik, Transportlogistik, Produktionslogistik und Mobilität.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege ist „Insekt des Jahres 2022“

Heute wurde die Schwarzhalsige Kamelhalsfliege zum „Insekt des Jahres 2022“ gekürt. Das Kuratorium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Thomas Schmitt, Senckenberg Deutsches Entomologisches Institut in Müncheberg, wählte das Tier…

Abbau von 3D-Proteinstrukturen: Als Öse eingefädelt

Ein Eiweiß in unserem Körper kennt den alten Handarbeitstrick: Anstatt das Garn vom Ende her ins Öhr zu fädeln, kann es leichter sein, eine Schlaufe hindurchzuführen. Auf diese Weise arbeitet…

Mikrobatterie für Halbleiterchips

Forschungsergebnisse über einkristallines Silizium als Batteriebestandteil. In der Mikroelektronik weiß man: je kleiner, effizienter und mobiler Mikrochips sind, umso vielfältiger sind die Anwendungen. Professor Michael Sternad von der Technischen Hochschule…

Partner & Förderer