Lösungsansätze für mehr Sicherheit im Straßenverkehr – Fokus auf besserer Information und Fahrerassistenz

Lösungsansätze für mehr Sicherheit im Verkehr hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit Partnern auf dem Ersten Verkehrstechnischen Tag am 25. November 2004 in Braunschweig vorgestellt. Bessere Information, sichere Fahrzeuge und innovative Fahrerassistenz standen dabei im Mittelpunkt. Die Forscher des DLR zeigten, wie sie ihre Kompetenz aus der Luft- und Raumfahrt nutzen, um auf Erden sicher zum Ziel zu kommen.

Die Verkehrsleistung nimmt immer weiter zu. Der Personenverkehr wird bis 2015 gegenüber 1997 um 20 Prozent anwachsen, der Güterverkehr um 64 Prozent. Doch das Verkehrssystem ist trotz deutlicher Fortschritte nicht zufrieden stellend sicher. Die Fahrzeugsicherheit und die Fahrerunterstützung sind deshalb Schwerpunkte der Forschung im DLR.

Eine wichtige Rolle für höhere Verkehrssicherheit spielen Satelliten. Vom Galileo-Satellitensystem können über 50 Anwendungen im Verkehr erwartet werden. Das DLR hat 20 Themen identifiziert, zu denen es wichtige Beiträge leisten kann. Auf dem Ersten Verkehrstechnischen Tag wurde gemeinsam mit externen Partnern gezeigt, wie die Nutzung von Galileo-Daten für Verkehrsassistenz und Verkehrslageerfassung beispielsweise in der Schifffahrt zu sicherem, wirtschaftlichem und umweltschonendem Seeverkehr beitragen kann.

Bei der Betrachtung des Faktors Mensch im Straßenverkehr ist in Studien ein Unterstützungsbedarf insbesondere für ältere Fahrzeugführer festgestellt worden. Besondere Aufmerksamkeit gilt Situationen an Kreuzungen. Dafür das richtige Maß an Assistenzfunktionen anzubieten, ist eine Forschungsaufgabe im DLR. Damit will man gegen die Unfallursache „Human Error“ angehen. Dieses Ziel haben auch die Arbeiten zum Thema Müdigkeit im Straßenverkehr. Dass man mit Müdigkeit umgehen lernen kann, zeigt eine DLR-Studie zum so genannten Alertness Management, deren erste Ergebnisse auf dem Verkehrstechnischen Tag vorgestellt wurden.

Wie neue Fahrzeuge mit gasförmigen Kraftstoffen sicher gemacht werden, wurde am Beispiel des Brennstoffzellen-Versuchsfahrzeugs HyLite des DLR dargestellt. Gemeinsam mit der Industrie arbeiten DLR-Wissenschaftler an einem Kraftstoffsystem, das die speziellen Eigenschaften von Wasserstoff berücksichtigt. Ziel ist ein systematisches, gestuftes Sicherheitskonzept für das Kraftstoffsystem und das elektrische System, das schließlich in Normen und Standards mündet. Vorgestellt wurde ebenfalls, wie Modellierungen und Simulationen in die Entwicklung von Regelsystemen für die Fahrdynamik bei BMW eingingen. Ein weiterer Beitrag auf der Veranstaltung war Strömungsuntersuchungen gewidmet, mit denen der Einfluss von Seitenwind auf Schienenfahrzeuge ermittelt wird. Diese Forschungen haben zum Ziel, geeignete Simulationswerkzeuge zu entwickeln, um Strömungen im Interesse der Sicherheit von Schienenfahrzeugen beeinflussen zu können.

Was vom Satelliten TeraSAR-X, der im Frühjahr 2006 starten soll, für die Verkehrssicherheit erwartet werden kann, wurde an einem Beispiel gezeigt: Unfallschwerpunkte können mittels Fernerkundungsdaten in bisher nicht möglicher Detailgenauigkeit analysiert werden. Die Vision: eine neue Generation von Radarsatelliten für die operationelle Verkehrsbeobachtung. Weniger um Weltraum, als viel mehr um irdische Messfühler ging es im Schlussbeitrag. Sensoren im Infraroten und im sichtbaren Spektralbereich bieten insbesondere bei Nacht eine verbesserte Sicht. Demonstriert wurde das am aktuellen Projekt eines erweiterten Sichtsystems für die Luftfahrt. Im Ensemble mit Sensoren anderer Spektralbereiche wie abbildendes Radar oder Lidar und anschließender Echtzeit-Bildprozessierung können diese Sensoren zum intelligenten Fahrerassistenzsystem der Zukunft und damit zu mehr Sicherheit bei wachsender Mobilität beitragen.

Dem Thema Mobilität wird der Zweite Verkehrstechnische Tag des DLR im Jahr 2005 in Berlin gewidmet sein.

Media Contact

Cordula Tegen DLR

Weitere Informationen:

http://www.dlr.de

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