UCLA präsentiert mobile Wasseraufbereitungsanlage

Ein Forschungsteam der University of California Los Angeles (UCLA) hat ein membranbasiertes Kompaktsystem zur Entsalzung und Filterung von Salzwasser entwickelt.

Vor dem Hintergrund der sukzessive steigenden Wasserknappheit in Kalifornien haben die Ingenieure mit „M3“ eine bereits mit einem gewöhnlichen Van transportierbare Apparatur konstruiert. Diese Aufbereitungsanlage im Miniaturformat eigne sich besonders für die Untersuchung von Wasserquellen und könne somit wesentlich zu Planung und Konstruktion von Großanlagen beitragen, so die Experten.

Wasserknappheit stellt mittlerweile ein globales Problem dar, das auch EU-Mitglieder wie Spanien in immer stärkerem Maße betrifft. Daher überrascht es nicht, dass die Forschungsarbeit in Zusammenarbeit mit der Universität Tarragona vorangetrieben wurde.

„Wir haben unser System im Rahmen eines Feldversuches im San Joaquin Valley bereits getestet. Dabei konnten wir aus dem zugeführten Brackwasser 65 Prozent Trinkwasser gewinnen“, sagt Yoram Cohen, Forschungsleiter an der UCLA. Das im Zuge der Tests gereinigte Wasser war vorwiegend mit Kalziumsulfaten durchsetzt. Käme zusätzlich ein ebenfalls an der UCLA entwickeltes chemisches Verfahren zur beschleunigten Demineralisierung zur Anwendung, ließen sich sogar 90 Prozent und mehr Trinkwasser wiedergewinnen, so Cohen weiter.

„Die erzielbaren Ausbeuten hängen stark von der Qualität des zugeführten Rohwassers oder Meerwassers ab. Im Falle von Ultrafiltration wird der Umkehrosmose das Wasser in deutlich höherer Qualität zugeführt als bei konventionellen Vorbehandlungsmethoden. Aus diesem Grund hat sich die Ultrafiltration als bevorzugte Technologie zur Vorbehandlung von Meerwasser für die nachfolgende Entsalzung etabliert“, erklärt Peter Berg, CTO der inge watertechnologies AG http://www.inge.ag , auf Anfrage von pressetext. Auch das an der UCLA entwickelte Miniaufbereitungssystems basiert auf dem Prinzip der Umkehrosmose. Dabei wird eine Substanz unter Druck gegen eine semipermeable Membran gepresst, die nur bestimmte Molekühle und Ionen passieren lässt. Das übrigbleibende Konzentrat wird abgeführt.

M3 kann mit größeren Kraftfahrzeugen schnell vor Ort gebracht werden und soll bei Meerwasser rund 22.000 Liter Trinkwasser täglich bzw. rund 30.000 Liter im Falle von leicht salzigem Brackwasser herstellen. M3 misst dabei PH-Wert, Temperatur, Salzgehalt und Trübungsgrad des Wassers in Echtzeit, seine Ventile werden per Computer angesteuert. Laut Angaben der Forscher könnten damit bis zu 12.000 Personen mit Trinkwasser versorgt werden. Das Kompaktsystem bietet sich demnach auch für Notsituationen oder eben für eingehende Voruntersuchungen von Wasserquellen an, die sich für die Konstruktion stationärer Aufbereitungssysteme als sehr fruchtbringend erweisen könnten.

Media Contact

Nikolaus Summer pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://www.ucla.edu http://www.urv.es

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie

Dieses Fachgebiet umfasst wissenschaftliche Verfahren zur Änderung von Stoffeigenschaften (Zerkleinern, Kühlen, etc.), Stoffzusammensetzungen (Filtration, Destillation, etc.) und Stoffarten (Oxidation, Hydrierung, etc.).

Unter anderem finden Sie Wissenswertes aus den Teilbereichen: Trenntechnologie, Lasertechnologie, Messtechnik, Robotertechnik, Prüftechnik, Beschichtungsverfahren und Analyseverfahren.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neutronen-basierte Methode hilft, Unterwasserpipelines offen zu halten

Industrie und private Verbraucher sind auf Öl- und Gaspipelines angewiesen, die sich über Tausende von Kilometern unter Wasser erstrecken. Nicht selten verstopfen Ablagerungen diese Pipelines. Bisher gibt es nur wenige…

Dresdner Forscher:innen wollen PCR-Schnelltests für COVID-19 entwickeln

Noch in diesem Jahr einen PCR-Schnelltest für COVID-19 und andere Erreger zu entwickeln – das ist das Ziel einer neuen Nachwuchsforschungsgruppe an der TU Dresden. Der neuartige Test soll die…

Klimawandel und Waldbrände könnten Ozonloch vergrößern

Rauch aus Waldbränden könnte den Ozonabbau in den oberen Schichten der Atmosphäre verstärken und so das Ozonloch über der Arktis zusätzlich vergrößern. Das geht aus Daten der internationalen MOSAiC-Expedition hervor,…

Partner & Förderer