Neues Konzept für Elektro-Recycling: Geräte, die sich selbst zerlegen

„ComputerPartner“: Intelligente Metalle lösen Plastikverbindungen ab

Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund zwei Millionen Computer, drei Millionen Faxgeräte und mehr als sechs Millionen Telefone und Handys entsorgt, Tendenz steigend. Sinnvolle Recyclingkonzepte werden immer notwendiger. Nach einem Bericht des IT-Fachhandelsmagazins „ComputerPartner“ wollen Forscher nun Geräte entwickeln, die sich nach ihrer Ausmusterung selbst zerlegen.

Ein Entwicklungsteam hat innerhalb des von der EU und der Industrie geförderten Forschungsprojekts bereits ein Handy entwickelt, das sich selbst zerlegt. Die Technik: Die Klammern, die die einzelnen Plastikschalen zusammenhalten, werden aus einem sogenannten Gedächtnismetall hergestellt. Als solches wird eine Legierung bezeichnet, die in kaltem Zustand beliebig verformt werden kann, bei Erhitzung aber wieder ihre ursprüngliche Form annimmt, berichtet „ComputerPartner“. So können aus „intelligenten“ Metallstreifen Haltewinkelklammern für Plastikgehäuse von Handys gebogen werden. Erhitzt man nun ein ausgedientes, zu recycelndes Handy, öffnen sich die Klammern und die Halbschalen fallen von allein auseinander.

Mehrere dieser Klammern, die bei unterschiedlichen Temperaturen reagieren, erlauben nun eine automatische Trennung der einzelnen Bestandteile von Elektronikgeräten. So sei ein Fließband denkbar, auf dem ein Altgerät unterschiedliche Temperaturzonen durchläuft. Hier zerlegt sich Elektronikschrott automatisch und die sortenreinen Kunststoffe können an den verschiedenen Temperaturzonengrenzen eingesammelt und verwertet werden.

Nach Ansicht der Wissenschaftler sei mit marktreifen Produkten dieser Art erst im Jahr 2010 zu rechnen. „ComputerPartner“ weist dabei darauf hin, dass sich die Hersteller auf einen gemeinsamen Standard einigen sollten, damit auch Geräte verschiedener Fabrikate in derselben Anlage vollautomatisch recycelt werden können.

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Hans-Jürgen Humbert ots

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