Effizientes Umweltmanagement steigert den Unternehmenswert

Aktuelle Studie von PricewaterhouseCoopers zeigt, wie Umweltmanagement Unternehmenswert schafft / Ausrichtung am Shareholder Value-Ansatz ohne Berücksichtigung des Optionswertes ist unzureichend

Mit einem effizienten Umweltmanagement können Unternehmen ihren Unternehmenswert nachhaltig steigern. Das geht aus einer aktuellen Studie des Prüfungs- und Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Center for Sustainability Management (CSM) e.V. der Universität Lüneburg entstanden ist. Konzentrieren Unternehmen sich hierbei jedoch einseitig auf den Shareholder Value-Ansatz, werden wichtige Wertsteigerungschancen nicht ausreichend berücksichtigt oder übersehen. Aus diesem Grund kombiniert die Studie Shareholder Value- und Optionswert-Ansatz und stellt eine Checkliste für die praktische Umsetzung in Unternehmen vor. Umweltmanagementaktivitäten können so auf ihren Beitrag zum Unternehmenswert hin gestaltet und überprüft werden.

Shareholder Value-Ansatz alleine unzureichend

Um Unternehmen ein praxisorientiertes Instrument für die Gestaltung ihres Umweltmanagements an die Hand geben zu können, verknüpfen die Umweltexperten von PricewaterhouseCoopers und der Universität Lüneburg erstmals die Erfahrungen des Shareholder Value-Konzepts mit dem Optionswertverfahren. „Es reicht nicht, dass das Umweltmanagement eines Unternehmens Gewinne produziert. Buchhalterische Gewinne allein sind noch kein Beweis dafür, dass der Wert des Unternehmens tatsächlich steigt“, erklärt Nachhaltigkeitsexperte Dieter Horst von PricewaterhouseCoopers.

Das Shareholder Value-Konzept ermittelt den Wert eines Unternehmens aus Sicht der Eigenkapitalgeber und betrachtet dabei vor allem die Fähigkeit, bestehende Prozesse oder Produkte optimal zu nutzen. Dieser Ansatz unterschätzt jedoch den Wert unternehmerischer Flexibilität und damit den Wert von Maßnahmen, die den Handlungsspielraum eines Unternehmens vergrößern und hierdurch Wert schaffen. Hierzu gehört die Entwicklung innovativer neuer Prozesse und Produkte.

So unterschätzt der Shareholder Value-Ansatz meist den Wert „ökologischer“ Forschungs- und Entwicklungserfolge, die nicht unmittelbar auf den Markt gebracht werden. Die Folge ist, dass genau die Bereiche wenig attraktiv erscheinen, die deutliche Umweltentlastungen und Unternehmenswertbeiträge versprechen. Die Entwicklung neuartiger alternativer Energiequellen, deren Einsatz noch nicht abgeschätzt werden kann, erscheint so beispielsweise weniger attraktiv als die zunehmend schwierigere Optimierung bestehender Energiesysteme.

Optionswertverfahren zeigt Chancen für Wertentwicklung auf

An der Schwäche des Shareholder Value-Ansatzes setzt das Optionswertverfahren an: Analog zu den in der Finanzindustrie bekannten Optionen werden hier nicht bestehende Aktivitäten, sondern vielmehr zukünftige Handlungsmöglichkeiten bewertet. Ein Beispiel: Ein Automobilhersteller plant ein Drei-Liter-Auto, verzichtet wegen der unsicheren Marktlage dann aber auf die Einführung. Aus Shareholder Value-Sicht stehen den Kosten keine Erträge entgegen; Unternehmenswert wurde vernichtet. Der Optionswert-Ansatz zeigt hingegen, dass das Unternehmen dank der Pläne auf eine Veränderung der Marktlage flexibler als die Konkurrenz reagieren kann. Es wurde Optionswert geschaffen. Die zusätzliche Ausrichtung am Optionswert-Ansatz bedeutet daher eine Verbesserung: Chancen werden bewahrt und Risiken gleichzeitig abgesichert. Damit führt der Optionswert-Ansatz zu einer ganzheitlichen Betrachtung des Umweltmanagements, die dazu beiträgt, den Wert des gesamten Unternehmens zu erhöhen.

Checkliste für Unternehmen zum Umweltmanagement

„Die beiden Ansätze widersprechen sich nicht, sondern ergänzen einander. Ein Umweltmanagement, bei dem Kosten und Nutzen heute und in Zukunft in einem ungünstigen Verhältnis stehen, schafft keinen Unternehmenswert. Daran ändert natürlich auch die Wahl des Bewertungsverfahrens nichts“, erläutert Dr. Frank Figge vom Center for Sustainability Management der Universität Lüneburg. Umweltschutzaktivitäten müssen daher aus der Sichtweise des jeweils geeigneten Bewertungsverfahrens betrachtet werden. Hierbei hilft die in der Studie vorgelegte 13-Punkte-Checkliste. Sie nennt die wichtigsten Faktoren, die den Unternehmenswert beeinflussen und durch das betriebliche Umweltmanagement gestaltet werden können.

Neue Perspektiven für Berichterstattung und Bewertung

Die Berücksichtigung dieser Punkte ermöglicht, ein betriebswirtschaftlich- und wertorientiertes Umweltmanagement umzusetzen. So werden mit der Betrachtung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsaktivitäten unter Shareholder Value- und Optionswert-Ansatz neue, interessante Sichtweisen hinsichtlich des Wertes von Unternehmen möglich. Die Studie zeigt damit Perspektiven auf, die auch für die allgemeine Berichterstattung sowie Bewertung von Unternehmen relevant werden können. Ein erster Beleg für diese Entwicklung ist die aktuelle Empfehlung der EU-Kommission zur Berücksichtigung von Umweltaspekten im Jahresabschluss sowie im Lagebericht des Geschäftsberichtes.

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Stefanie Bauerdick ots

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