Baden-Württemberger schätzen Klimawandel als größtes Risiko ein

Baden-Württembergs Bevölkerung fürchtet sich vor dem globalen Klimawandel mehr als vor Kriminalität oder gentechnisch veränderten Lebensmitteln. Das hat eine aktuelle Umfrage ergeben, die im Auftrag der Akademie für Technikfolgenabschätzung (TA-Akademie) im Februar insgesamt 1500 Baden-Württemberger über 16 Jahren nach ihrer subjektiven Einschätzung von Risiken befragt hat. Auf einer Skala von eins bis sieben konnten die Befragten ankreuzen, wie hoch sie die Bedrohung durch unterschiedliche Risiken einschätzen. Der Klimawandel lag auf dem Höhepunkt der BSE-Krise immerhin deutlich vor dem Rinderwahnsinn, den 17 Prozent als sehr große Bedrohung empfinden. 15 Prozent der Befragten fürchten sich danach besonders vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln, 14 Prozent vor Kriminalität, 13 Prozent vor Atomstrahlung. Lediglich vier Prozent schätzen die Handystrahlung als besonders starke Bedrohung ein.
Auch das Katastrophenpotential des globalen Klimawandels wird von 49 Prozent aller Befragten als sehr hoch bezeichnet. Damit liegt der Klimawandel weit vor den vorgegebenen Risiken BSE (39 Prozent), Atomkraft (27 Prozent), Genfood (25 Prozent), Rauchen (23 Prozent) und Handy-Strahlung (sieben Prozent). Allerdings glauben nur 34 Prozent aller Befragten, über die Risiken des Globalen Klimawandels einen hohen Wissensstand zu haben. 55 Prozent fühlen sich mittelmäßig informiert, sieben Prozent geben gar nur ein geringes Wissen an. Zum Vergleich: Beim Rauchen sind immerhin 73 Prozent der Befragten der Meinung, über eventuelle Risiken gut Bescheid zu wissen. Bei BSE sind es 39 Prozent und bei der Atomkraft immerhin 38 Prozent der Befragten.
,,ie Ergebnisse zeigen, dass die Politik den Klimaschutz weltweit ernst nehmen muss, ,, sagt Prof. Ortwin Renn, Leitender Direktor der TA-Akademie. Beim Klimagipfel in Bonn, der an diesem Donnerstag beginnt, müssten deshalb alle Anstrengungen unternommen werden, doch noch ein verbindliches Protokoll zu erreichen. Renn: ,,as Kyoto-Protokoll ist eine historische Chance.’’ Der 49jährige ist Mitunterzeichner eines Appells von über 100 Wissenschaftlern an US-Präsident George W. Bush, das Kyoto-Protokoll doch noch zu ratifizieren. Selbst ein Scheitern des Bonner Klimagipfels dürfe aber nicht zum Anlass genommen werden, in den Bemühungen um eine Reduktion der Treibhausgase nachzulassen. ,,Neueste Modellrechnungen zeigen, dass bei einem ungebremsten Anstieg der Kohlendioxidemissionen im Südwesten Stürme wie der Orkan Lothar zu regelmäßigen Erscheinungen werden könnten,’’ so Renn. ,,Viele Risiken werden deshalb bald nicht mehr versicherbar sein’’ prophezeit der Leitende Direktor der TA-Akademie, der auch Vorsitzender der Risikokommission des Deutschen Bundestages ist.
Ansprechpartnerin: Dr. Birgit Spaeth, Tel: 0711/9063-226 E-Mail: birgit.spaeth@ta-akademie.de

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Dr. Birgit Spaeth idw

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