Küstenschutzbauten zur Wahrung der Meeresflora und -fauna

Wellenbrecher verlangsamen zwar die Küstenerosion, sie gefährden aber auch das ausgewogene Gleichgewicht zwischen den lokalen Meereslebewesen und ihrer Umwelt. Die Marine Biological Association in Großbritannien hat verschiedene klar formulierte Konstruktionsempfehlungen entwickelt, welche die marine Artenvielfalt eher fördern als hemmen.


Die Anzahl und die Arten der Meeresorganismen, die in einem bestimmten Bereich einer Felsenküste leben, sind abhängig von den geografischen, physikalischen und biologischen Merkmalen der Region. Das gilt auch für Unterwasserstrukturen (Low Crested Structures – LCS), die mit felsigen Küsten viel gemeinsam haben, obwohl sie von Menschenhand und allein zum Schutz der Küste errichtet wurden.

Auch wenn die mit LCS verbundene biologische Diversität oder Artenvielfalt bis zu einem gewissen Grad vorherbestimmt ist, haben die Forscher der Marine Biological Association gelernt, wie sie jede Situation optimal nutzen können. Insbesondere haben sie verschiedene universelle Maßnahmen zur Maximierung der LCS-Artenvielfalt entdeckt.

So fördert beispielsweise die Einbeziehung unregelmäßiger Oberflächeneigenschaften die Kolonisation verschiedener Epibionten. Wenn sich eine solche Spezies einmal niedergelassen hat, werden in der Nahrungskette höher angesiedelte Räuber angelockt, die dann diese Region besiedeln. Die Forscher entdeckten noch weitere solcher Vorgänge, bei denen ein anfängliches Konstruktionsmerkmal über den Domino-Effekt zu einer Anreicherung der marinen Lebensgemeinschaft in den LCS führt. So fand man beispielsweise heraus, dass weiche karbonathaltige Baumaterialien ebenfalls die schnelle Besiedlung begünstigen.

Nachdem ein Lebensraum entstanden ist, tragen weitere Faktoren dazu bei, die Überlebenschancen gegenüber externen Kräften zu stärken. Die stabile Befestigung von LCS und zusätzliche Bermen verhindern einen Rückgang der Epibionten bei starkem Seegang bzw. durch Auskolkungen und mindern ebenso die Gefahr der Ablösung während der Fortpflanzung. Die angemessene Positionierung von LCS in Regionen mit starken Gezeiten bietet den Meereslebewesen bei Ebbe einen Schutzort, an dem sie nicht entdeckt werden.

Neben der Steigerung der Artenvielfalt birgt die Beachtung dieser Empfehlungen für die jeweiligen Regionen weitere Vorteile, die in erster Linie wirtschaftlich sind. Eine angemessene Artenvielfalt gewährleistet, dass dieses Gebiet weiterhin Besucher anzieht. Ebenso sind viele Freizeitaktivitäten von einer gesunden, nachhaltigen Meeresumgebung abhängig. Diese Besucher kurbeln den Tourismus und somit die lokale Wirtschaft an.

In Anbetracht der neuesten Tendenzen mit Hinblick auf Überflutung und Küstenerosion wurden LCS zu einem notwendigen Übel. Forschungsarbeiten wie diese stellen aber sicher, dass LCS auf intelligente Weise konstruiert werden, damit sie den marinen Lebensraum und gleichzeitig den Küstenstreifen schützen.

Ergänzende Arbeiten durch Partner der Marine Biological Association in ganz Europa vom Mittelmeer bis zur Nordsee bestätigten die breite Anwendbarkeit dieser LCS-Konstruktionsrichtlinien. Im Rahmen einer weit reichenden Veröffentlichung sollen die erworbenen Kenntnisse an die gewünschte Zielgruppe weitergegeben werden von Unternehmen, die LCS konstruieren und bauen, über öffentliche Behörden bis hin zur akademischen Welt.

Media Contact

Dr. Paula Moschella ctm

Weitere Informationen:

http://www.mba.ac.uk/

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