Belastung der Bevölkerung mit Umweltschadstoffen ist gesunken

Die Ergebnisse des Umwelt-Surveys geben Auskunft

Das Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht die Ergebnisse des 3. Umwelt-Surveys, einer Studie zur Ermittlung von Schadstoffbelastungen der Bevölkerung in Deutschland. Aus dem Erhebungszeitraum 1997 bis 1999 stehen jetzt repräsentative Daten – zu durchschnittlichen Schadstoffgehalten in Blut und Urin zur Verfügung. Die Ergebnisse belegen: Die Arsen-, Blei-, Cadmium- und Quecksilberbelastung der Bevölkerung in Deutschland ist gegenüber früher erhobenen Daten weiter zurückgegangen. Zu erklären ist dies vor allem durch Rückgang der Belastung der Luft und der Nahrung mit diesen Stoffen. Die Ergebnisse der sehr umfangreichen Auswertung wurden unter dem Titel „Umwelt-Survey 1998, Band III: Human-Biomonitoring“ veröffentlicht und werden zudem im Internet auf der UBA-Homepage http://www.umweltbundesamt.de bereitgestellt. Am Umwelt-Survey nahmen 4.822 Personen aus 120 Erhebungsorten teil.

Jetzt stehen aktuelle repräsentative Daten zu den durchschnittlichen Gehalten an Arsen, Blei, Cadmium, Quecksilber, Gold und Platin sowie zu den Gehalten an Organochlorverbindungen und zu Stoffwechselprodukten von aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) in Blut und Urin zur Verfügung. Diese sind wichtig, um Ergebnisse von Einzeluntersuchungen, zum Beispiel in umweltmedizinischen Ambulanzen, besser einschätzen zu können sowie zeitliche Trends der Belastung der Bevölkerung festzustellen.

Die im Körper vorhandene Belastung mit den krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) hat vor allem in den neuen Ländern abgenommen. Sie hat sich damit den niedrigeren Werten in den alten Ländern angenähert. Dieser Rückgang ist auch ein Ergebnis der verminderten Belastung der Luft, die auf verringerte Emissionen durch Hausbrand und Industrie zurückzuführen ist.

Die Umweltbelastung mit dem inzwischen verbotenen Holzschutzmittel-Wirkstoff Pentachlorphenol (PCP) ist deutlich zurückgegangen. Damit hat auch der durchschnittliche PCP-Gehalt im Urin im Vergleich zu vorangegangenen Surveys deutlich abgenommen.

Erstmalig wurden im Umwelt-Survey eine Reihe von Organochlorverbindungen im Blut untersucht. Bei der Bevölkerung der neuen Länder war zum Beispiel die Belastung mit DDE (Dichlordiphenyldichlorethylen), einem Stoffwechselprodukt von DDT (bekannt als Schädlingsbekämpfungsmittel), deutlich höher als in den alten Ländern. DDT wurde bis 1989 in der DDR angewandt, in den alten Ländern ist es seit 1972 verboten.

Die gemessenen Belastungen der deutschen Bevölkerung liegen im unteren Bereich der in Europa bekannten Werte. In Osteuropa sowie in weniger entwickelten Ländern bestehen zum Teil deutlich höhere Belastungen der jeweiligen Bevölkerung.

Seit Beginn der ersten Erhebung 1985/86 wurden zufällig ausgewählte 18- bis 69-jährige Personen bundesweit untersucht und befragt; seit 1991/92 sind auch Bürgerinnen und Bürger der neuen Länder einbezogen. Die jeweils untersuchten Querschnittsstichproben waren hinsichtlich des Geschlechts, des Lebensalters und der Gemeindegröße repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland.

Neben Blut- und Urinproben wurden im Umwelt-Survey zusätzlich Hausstaub- und häusliche Trinkwasserproben untersucht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden zudem über relevante Belastungen der Umgebungs- und Wohnbedingungen (Wohnumgebung, Wohnsituation) sowie persönliche Verhaltensweisen (Rauch- und Ernährungsgewohnheiten) befragt.

Ausführliche Informationen und Untersuchungsergebnisse zum Umwelt-Survey sind im Internet unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de/survey/index.htm veröffentlicht.

Die Studie „Umwelt-Survey 1998, Band III: Human-Biomonitoring – Stoffgehalte in Blut und Urin der Bevölkerung in Deutschland“ ist in der Reihe WaBoLu-Hefte, Band 1/2002 erschienen, umfasst 340 Seiten und kostet 10 Euro. Sie ist erhältlich bei Werbung und Vertrieb, Ahornstr. 1-2, 10787 Berlin, Telefon: 030/2 11 60 61, Fax: 030/2 18 13 79. Eine Bestellung ist auch über Internet http://www.umweltbundesamt.de „Publikationen“ möglich.

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Ulrike Bauer idw

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