Männer verlieren mit den Jahren mehr "braunes" Fett als Frauen

Dieses sogenannte „braune“ Fettgewebe ist in der Lage, überschüssige Pfunde, die als „weißes“ Fett gespeichert sind, als Energielieferant zu verbrennen.

Weltweit konnten Forscher, u.a. auch vom Universitätsklinikum Tübingen (1), belegen, dass die Masse des braunen Fetts mit zunehmendem Alter abnimmt und damit auch zur Gewichtszunahme älterer Menschen beiträgt.

Jetzt konnte am Universitätsklinikum Tübingen gezeigt werden (2), dass dieser Prozess bei Frauen und Männern unterschiedlich verläuft. doi:10.2337/db10-0004

Endokrinologen und Radiologen des Tübinger Uniklinikums untersuchten in einem aktuellen Forschungsprojekt, ob es beim altersbedingten Abbau des braunen Fettes Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. Sie fanden heraus (2), dass das Altern diesen Prozess bei Männern und Frauen unterschiedlich beeinflusst.

Bei Männern verringerte sich die braune Fettmasse mit zunehmendem Alter viel schneller als bei Frauen. Die Tübinger Experten konnten weiterhin erstmalig zeigen, dass mit zunehmendem Alter die braune Fettmasse bei Männern weniger stark mit dem BMI korreliert als bei Frauen. Norbert Stefan, Wissenschaftler und Heisenberg Stipendiat an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen: „Diese neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Strategien zur Aufrechterhaltung der Masse des braunen Fetts bei Männer viel früher als bei Frauen angewendet werden müssen, um der Entstehung des Übergewichts entgegenzuwirken.

Wie kann man überhaupt feststellen, ob und wie viel braunes Fett jemand besitzt? „Das ist“, so PD Dr. Norbert Stefan, „derzeit leider nur über eine aufwendige PET-CT Untersuchung möglich. Wir arbeiten aber schon fieberhaft an einfacheren Nachweismethoden.“

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am 31. März 2010 in der Fachzeitschrift Diabetes (2) vorab in elektronischer Version publiziert.

Ansprechpartner für die Presse

Universitätsklinikum Tübingen
Medizinische Klinik, Abteilung IV
PD Dr. Norbert Stefan
Otfried-Müller-Straße 10, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 03 90 , Fax 0 70 71 / 29-59 74
norbert.stefan@med.uni-tuebingen.de
Originalpublikationen
(1) The importance of brown adipose tissue. Stefan N, Pfannenberg C, Häring HU. N Engl J Med. Jul 23;361(4):416-7.

(2) Impact of Age on the Relationships of Brown Adipose Tissue with Sex and Adiposity in Humans. Pfannenberg C, Werner MK, Ripkens S, Stef I, Deckert A, Schmadl M, Reimold M, Häring HU, Claussen CD, Stefan N. Diabetes published ahead of print March 31, 2010, doi:10.2337/db10-0004

Media Contact

Dr. Ellen Katz idw

Weitere Informationen:

http://www.uni-tuebingen.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Medizin Gesundheit

Dieser Fachbereich fasst die Vielzahl der medizinischen Fachrichtungen aus dem Bereich der Humanmedizin zusammen.

Unter anderem finden Sie hier Berichte aus den Teilbereichen: Anästhesiologie, Anatomie, Chirurgie, Humangenetik, Hygiene und Umweltmedizin, Innere Medizin, Neurologie, Pharmakologie, Physiologie, Urologie oder Zahnmedizin.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Ein 2D-Material, das immer breiter wird

Ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Chemiker Prof. Thomas Heine von der TU Dresden hat ein neues Material mit wundersamen Eigenschaften entdeckt: Es handelt sich um einen zweidimensionalen Kristall, der…

Instrument an BESSY II zeigt, wie Licht MoS2-Dünnschichten katalytisch aktiviert

Dünnschichten aus Molybdän und Schwefel gehören zu einer Klasse von Materialien, die als (Photo)-Katalysatoren infrage kommen. Solche günstigen Katalysatoren werden gebraucht, um mit Sonnenenergie auch den Brennstoff Wasserstoff zu erzeugen….

Eine nahe, glühend heiße Super-Erde

Eine heiße Super-Erde in unserer Nachbarschaft ist vermutlich geeignet, um Atmosphärenmodelle von Gesteinsplaneten zu überprüfen. In den letzten zweieinhalb Jahrzehnten haben Astronomen Tausende von Exoplaneten aus Gas, Eis und Gestein…

Partner & Förderer