Hessisches Zentrum für Reproduktionsmedizin

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat kürzlich eine Studie vorgelegt, die zeigt, dass mittlerweile in Deutschland mehr Ehepaare ohne Kinder als mit Kindern zusammenleben. Ein Drittel aller Frauen und Männer eines Jahrgangs bleibt zeitlebens kinderlos, wobei bei etwa 200.000 Paaren davon ausgegangen werden muss, dass die Kinderlosigkeit ungewollt ist. Diese Entwicklung führt durch die niedrige Geburtenrate und die Alterung der Bevölkerung dazu, dass im Jahr 2050 jeder dritte Deutsche älter als 65 Jahre sein wird, die Zahl der unter 20-jährigen wird von 21 % auf 16 % sinken. Neben der sozialpolitischen Brisanz dieser Veränderungen bleibt die ungewollte Kinderlosigkeit eine schwere Hypothek für ein junges Paar, das Kinder bekommen möchte.

Aus diesem Grund haben sich bereits vor 10 Jahren unterschiedliche Gruppen des Klinikums und der Veterinärmedizin zu einer Initiative zusammengeschlossen, die unter dem Label „Hessisches Zentrum für Reproduktionsmedizin“ Strukturen aufgebaut hat, Paaren mit ungewollter Kinderlosigkeit zu Kindern zu verhelfen.

Das Hessische Zentrum für Reproduktionsmedizin ist ein Zusammenschluss von Klinikern und Grundlagenforschern des Klinikums und des Fachbereichs Veterinärmedizin der Universität mit dem Ziel, kinderlosen Paaren die bestmögliche medizinische Behandlung zuteil werden zu lassen, um zu ihrem Wunschkind zu kommen. Dabei ist die klinische Zielsetzung eng mit der wissenschaftlichen Aufklärung von Störungen der reproduktiven Gesundheit und ihrer zugrunde liegenden Mechanismen verknüpft. Die für Deutschland einzigartige gemeinsame Anordnung der reproduktionsmedizinisch aktiven Abteilungen, die unterschiedlichste Fachgruppen in Gießen zusammenführt, wird in einer neuen Broschüre zusammengefasst.

Für kinderlose Paare ist eine Hotline eingerichtet worden, die unter der Nummer 0641 – 99- 44522 angewählt werden kann, die e-mail ist: Kinderwunsch@uniklinikum-giessen.de.

Bis zum Ende 2005 wurden in den letzten Jahren über 15.000 Patienten im Kinderwunschzentrum in den unterschiedlichen Abteilungen des Reproduktionsmedizinischen Zentrums behandelt.

Ansprechpartner für Medien

Petra Stein idw

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