DIBBIOPACK – erfolgreiche europäische Kooperation bringt bioabbaubare, smarte Verpackungen voran

Die neue Materialklasse der bioORMOCER®e vereint Barriereeigenschaften von konventionellem Plastik mit zeitlich steuerbarer biologischer Abbaubarkeit. Quelle: Fraunhofer ISC

Die Projektpartner von DIBBIOPACK (Development of injection and blow extrusion molded biodegradable and multifunctional packages by nanotechnology: improvement of structural and barrier properties, smart features and sustainability) konzentrierten sich auf die drei wichtigsten Verpackungssektoren:

Nahrungsmittel, Kosmetik und pharmazeutische Produkte. Diese Bereiche stellen spezielle Anforderungen an die Haltbarkeit sowie den Schutz vor Sauerstoff und Feuchte an die verwendeten Verpackungsmaterialien – bisher eine spürbare Hürde für den Einsatz von herkömmlichen bioabbaubaren Kunststoffen.

Ziel des Projekts waren deshalb modifizierte Verpackungsmaterialien aus Bioplastik, die entsprechende Eigenschaftsprofile ermöglichen. Als Ausgangsbasis wurden kompostierbare, biologisch abbaubare Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, zum Beispiel Polylactid, verwendet. Eigens entwickelte Nanoadditive gaben dem Plastik die erforderliche Haltbarkeit und mechanische Beständigkeit und verbesserten die Prozesseigenschaften.

Als Schutz vor Sauerstoff und Feuchte wurde ein Funktionslack auf der Basis von bioORMOCER®en vom Fraunhofer ISC entwickelt. Das anorganisch-organische Hybridpolymer weist sehr gute Barriereeigenschaften gegenüber Wasserdampf, Sauerstoff, Aromen und Weichmachern auf, seine biologische Abbaubarkeit lässt sich über spezielle Modifizierungen zeitlich steuern. Zusätzlich können antimikrobiell wirksame Additive integriert werden, die bei Kontakt mit Feuchtigkeit wirksam werden. Der Barrierelack wird nasschemisch auf die Verpackungsfolien aufgetragen.

Darüber hinaus entwickelten die Partner Etiketten in IML-Technik, die je nach Zustand der Verpackung – wie beispielsweise die Menge an Sauerstoff im Inneren – ihre Farbe ändern und sogar mittels RFID-Chip Information an Smartphones oder Tablets schicken können.

Mit dem Einsatz von umweltfreundlichen, bioabbaubaren oder recyclingfähigen Verpackungen aus erneuerbaren Ressourcen könnten nicht nur erdöl-basierte Rohstoffe bei der Produktion eingespart werden. Auch die Belastung der Biosphäre durch langlebigen Plastikabfall – mit seinen potenziellen Auswirkungen auf die Nahrungskette – können so vermieden werden. Das Projekt ist damit ein entscheidender Schritt weg von erdölbasierten Kunststoffen und gibt der Verpackungsindustrie wichtige Impulse, um sowohl wertvolle als auch kritische Wertstoffe verantwortungsvoller zu nutzen und eine effizientere, nachhaltigere Wirtschaft aufzubauen.

Berta Gonzalvo, Projektkoordinatorin und Leiterin der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Aitiip, bekräftigte die Vorteile der neuen Verpackungen, insbesondere für Endverbraucher: »Das Projekt eröffnet unendlich viele Möglichkeiten, da insbesondere Endkunden nun die Qualität und Haltbarkeit ihrer eingekauften Lebensmittel selbst überwachen können, während sie mit der Verpackung aus nachhaltiger Herstellung gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

Was jedoch die Zukunft betrifft, ist unsere Aufgabe noch nicht vorbei«, ergänzte sie. »Im Moment prüfen wir mit Industriepartnern, wie wir die Entwicklungen nun tatsächlich für den kommerziellen Gebrauch fit machen und wie die Rechte daran geschützt werden können. Auf jeden Fall gibt es bereits Produkte, die sich relativ kurzfristig in den Markt einführen lassen, aber auch Themen, die weiteren Forschungs- und Entwicklungsaufwand sowie finanzielle Unterstützung von EU-Projektträgern oder auch von Industriepartnern benötigen.«

Projektpartner DIBBIOPACK
Aitiip (Spanien), INSTM (Italien), CNR (Italien), Vito (Belgien), Fraunhofer ISC (Deutschland), Tecos (Slovenien), Universität von Galway (Irland), Avanzare (Spanien), Condensia (Spanien), Archa (Italien), Tehnos (Slovenien), Plasma (Mazedonien), Innovia Films (Großbritannien), Gorenje (Slovenien), Nutreco (Spanien), Help Pharmaceuticals (Griechenland), Cosmetic (Griechenland), Alma (Frankreich), Sogama (Spanien)

Ansprechpartner
Interviews, zusätzliches Material: Santiago Izuel, prensa@izecomunicacionindustrial.es
Projektkoordination: Berta Gonzalvo, berta.gonzalvo@aitiip.com
Technische Koordination: Víctor Peinado, victor.peinado@aitiip.com
bioORMOCER®e: Dr. Sabine Amberg-Schwab, sabine.amberg-schab@isc.fraunhofer.de

Terminhinweis
Mehr Informationen zum Projekt und den neuartigen bioORMOCER®en erfahren Interessierte auf der Konferenz mit begleitender Fachausstellung ICCG – The International Conference on Coatings on Glass and Plastics in Braunschweig vom 12. bis 16. Juni 2016 am Stand des Fraunhofer ISC und im Vortrag »DIBBIOPACK: Development of biodegradable and multifunctional packages: improvement of structural and barrier properties, smart features and sustainability« von Victor Peinado (Aitiip), technischer Koordinatior von DIBBIOPACK.

http://www.isc.fraunhofer.de
http://www.dibbiopack.eu

Media Contact

Marie-Luise Righi Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

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Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

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