Neues Buch: 3D Mikro- und Nanostrukturen quantitativ beschreiben?

Mikro- und Nanostrukturen im Blickfeld von Mathematik und Materialwissenschaft

Einen umfassenden Überblick zur quantitativen Beschreibung von Werkstoffen ermöglichen der Werkstoffwissenschaftler Prof. Dr. Frank Mücklich (Universität des Saarlandes) und der Mathematiker PD Dr. Joachim Ohser (FhI für Technomathematik Kaiserslautern) in ihrer neuen Veröffentlichung: Das bei Wiley & Sons erschienene Buch mit dem Titel „Statistical Analysis of Microstructures in Materials Science“ umfasst 375 Seiten mit zahlreichen mikroskopischen und erklärenden Abbildungen. Neben Computerprogrammen (als C-Quellcodes) bietet es außerdem jeweils praktisch ausgearbeitete Analysebeispiele aus allen Bereichen der Material- und Werkstoffwissenschaft.
ISBN: 0471974862

Die Eigenschaften von Materialien und Werkstoffen werden einerseits von ihrer chemischen Natur, andererseits aber auch von ihrer Mikro- und Nanostruktur bestimmt. Diese Mikro- und Nanostruktur ist sowohl entscheidend für die Festigkeit eines Stahles als auch für die Zähigkeit einer Hochleistungskeramik oder das Formgedächtnis sogenannter „Smart Materials“, um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn bei den heutigen Hochleistungswerkstoffen deshalb immer engere Vorgaben für diese Mikro- und Nanostrukturen erarbeitet werden, um damit die teilweise extremen Eigenschaften immer exakter maßzuschneidern, so erfordert dies die ebenso exakte quantitative Beschreibung der im Allgemeinen sehr komplizierten geometrischen und vor allem dreidimensionalen Strukturen. Messtechnisch zugänglich werden diese Mikro- und Nanostrukturen durch eine Vielzahl mikroskopischer Verfahren, von der Licht- und Elektronenmikroskopie bis hin zur Rastersondenmikroskopie, die jedoch nur zweidimensionale Schnitte oder Projektionen dieser Strukturen abbilden.

Das Buch „Statistical Analysis of Microstructures in Materials Science“ beschreibt deshalb ausführlich die Verfahren der digitalen Bildanalyse ebenso wie die Computersimulationstechniken und die neuen Möglichkeiten der stochastischen Geometrie und der Stereologie zur praktisch anwendbaren, räumlichen Modellierung der Mikro- und Nanostrukturen.
Nicht nur Mathematiker und Werkstoffwissenschaftler werden angesprochen; auch für Disziplinen, in denen vielfältige räumliche Strukturen behandelt werden ist das Buch von Interesse: von den Geowissenschaften über die Biowissenschaften, die Physik bis hin zur Chemie.
In sehr kurzer Zeit hat das Buch durch zahlreiche Rezensionen in namhaften internationalen Zeitschriften auf sich aufmerksam gemacht. Stellvertretend zitiert sei CERAMICS (2001): „…It can be expected that this unusually careful work will soon be acknowledged as an authoritative treatment, and certainly it will remain a major reference of applied stereology in the next two decades at least. Scientific and technical libraries should have multiple copies available“.

Sie haben Fragen? Dann setzen Sie sich bitte in Verbindung mit 
Prof. Frank Mücklich:
E-Mail: muecke@matsci.uni-sb.de
Tel: (+49)(681)302- 2048; 
Fax: (+49)(681)302-4876

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Materialwissenschaften

Die Materialwissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die sich mit der Erforschung – d. h. der Entwicklung, der Herstellung und Verarbeitung – von Materialien und Werkstoffen beschäftigt. Biologische oder medizinische Facetten gewinnen in der modernen Ausrichtung zunehmend an Gewicht.

Der innovations report bietet Ihnen hierzu interessante Artikel über die Materialentwicklung und deren Anwendungen, sowie über die Struktur und Eigenschaften neuer Werkstoffe.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Evolutionäre Ursprünge des Appetits

Kieler Forschungsteam zeigt am Beispiel des Süßwasserpolypen Hydra, wie schon Lebewesen mit sehr einfachen Nervensystemen die komplexe Koordination des Sättigungsgefühls und damit zusammenhängende Verhaltensweisen regulieren. Im Laufe der Evolution haben…

Österreichischer Minisatellit OPS-SAT verglüht nach erfolgreicher Mission

Viereinhalb Jahre lang fungierte der an der TU Graz gebaute Nanosatellit als fliegendes Labor im All, um missionskritische Software, Betriebskonzepte und neue Technologien zu erproben. Am 18. Dezember 2019 war…

Ein Pilz verwandelt Zellulose direkt in neuartige Plattformchemikalie

Ein neues Verfahren zur Massenproduktion von erythro- Isozitronensäure aus Abfällen könnte die Substanz zukünftig für die Industrie interessant machen. Der Pilz Talaromyces verruculosus kann die vom Markt bisher wenig beachtete…

Partner & Förderer