Telefonieren auf Nummer sicher

Die „klassische“ Sprachtelefonie wird zusehends über „Voice over IP“-Dienste ersetzt. Gespräche werden damit seltener über das herkömmliche Telefonnetz und vermehrt über das Internet geführt.

Dies spart zwar Kosten, da nur ein Netz sowohl für Datenübertragung als auch Telefongespräche in Anspruch genommen wird, erhöht aber gleichzeitig das Sicherheitsrisiko. Letzterem widmet sich das Projekt „Government Voice over IP Attack Study“ der Studiengänge „Advanced Security Engineering“, „Internettechnik“ und „Informationsmanagement“ der FH JOANNEUM. Mit dabei ist auch das Wiener Unternehmen Datentechnik GmbH.

„Herkömmliche Telefonnetze sind gut abgeschirmt und beinahe zu 100 Prozent zuverlässig“, erläutert Projektleiter Takashi Linzbichler, Lehrender an den Studiengängen „Advanced Security Engineering“ und „Internettechnik“. „Das Internet gilt jedoch nicht gerade als sicherster Ort auf der Welt. Alle Bedrohungen, die im World Wide Web auftreten, passieren auch bei der Internet-Telefonie“. Die bislang relativ ungefährdete Sprachtelefonie unterwerfe sich durch die Verlagerung in ein offenes System verschiedensten Attacken wie Hacker-Angriffen, Viren und trojanischen Pferden. „Damit ist auch die hundertprozentige Verfügbarkeit eines Telefonnetzes gefährdet, was bei Notrufen unter Umständen Menschenleben kosten kann.“

Angriffsmöglichkeiten aufzeigen

„Mit unserer Studie wollen wir“, so Linzbichler, „vorrangig sensibilisieren und unterschiedliche Angriffsmöglichkeiten aufzeigen. Denn Daten können relativ leicht erfasst und gespeichert werden. Zusammen mit anderen Kommunikationsdaten wie zum Beispiel der E-Mail-Adresse kann man einfacher denn je Persönlichkeitsprofile erstellen.“ In weiterer Folge sollen auch Angriffsszenarien entwickelt werden. Auf diese Weise können Daten- und Verhaltensmuster, die auf einen Datenangriff hindeuten, simuliert werden. Linzbichler: „Dazu haben wir ein eigenes Testnetz an der Fachhochschule aufgebaut, das wir mit simulierten Angriffen bombardieren und auch von Fremden angreifen lassen werden.“

Das Projekt soll im Frühjahr 2010 abgeschlossen sein und wird im Rahmen des österreichischen Sicherheitsforschungsförderprogramms „KIRAS“ vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert.

Die Studie ist ein Beispiel für jene Themen, die als Schwerpunkte im Master-Studium „Advanced Security Engineering“ der FH JOANNEUM Kapfenberg behandelt werden. Der Schutz sensibler Daten sowie Netzwerk- und Systemsicherheit stehen im Mittelpunkt dieses international ausgerichteten Studiums. In Zusammenarbeit mit acht europäischen Partner-Hochschulen erfolgt der Studierendenaustausch. Bewerbungen für das kommende Studienjahr sind noch bis 2. September möglich. Beim Info-Abend am 1. September von 17 bis 19 Uhr an der FH JOANNEUM Kapfenberg beraten VertreterInnen des berufsermöglichenden Studiums über Inhalte und vielfältige Jobchancen im boomenden Bereich der IT-Security.

Weitere Informationen:
Studiengangsleiterin Dr. Sonja Gögele, Tel. + 43(0)3862 33600-8350
E-Mail: sonja.goegele@fh-joanneum.at

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Thomas Winkler idw

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