Selbstlernende Videoanalyse überwacht effektiver

Australische Forscher haben ein Videoanalyse-System entwickelt, das ungewöhnliche Aktivitäten in Menschenmengen oder anderen geschäftigen Umgebungen erkennen kann.

„Die Software erfordert dabei nicht, dass der Nutzer vorher definiert, was überhaupt als ungewöhnliches Ereignis gilt“, betont Svetha Venkatesh, Professorin am Institute of Multisensor Processing and Content Analysis der Curtin University of Technology. Denn das System lernt, was normal ist, und verspricht dadurch eine besonders effiziente Überwachung.

Lernen statt definieren

Bei existierenden Videoanalyse-Systemen müsse ein Kunde vordefinieren, auf welcherlei Ereignisse es achten soll, so Venkatesh. Die neue Software dagegen müsse lediglich lernen, was im Überwachungsbereich als 'normal' gilt. Nach der Lernphase kann das System dann automatisch erkennen, wenn etwas Ungewöhnliches passiert. „Dadurch erkennt es auch Ereignisse, die der User gar nicht vorausgeahnt hat und kann Sicherheitspersonal in Echtzeit über ihr Eintreten informieren“, meint die Informatikerin.

Somit verspricht die Software, ein effizientes Werkzeug beispielsweise in der Verbrechens- und Terrorismusbekämpfung zu sein. „Es werden weniger Vorfälle übersehen und die Reaktion auf Probleme geht schneller“, erklärt Venkatesh. Als weiteren Vorteil streicht sie hervor, dass das Set-up und Training der Software gemessen an anderen Lösungen vergleichsweise einfach seien. Ferner genügt der Universität zufolge zum Betrieb der Lösung ein herkömmlicher Dual-Core-PC.

Pilotversuch

Der Informatikerin zufolge wurde das Videoanalyse-System bereits sechs Monate lang in Belmont, einem Vorort der Stadt Perth, getestet. Die Resultate waren laut Venkatesh vielversprechend. „Während des Pilotversuchs konnte die Software Dinge wie Herumlungern, versuchte Brandstiftung, Menschengruppen ungewöhnlicher Größe, Verkehr gegen die normale Fahrtrichtung und unsoziales Verhalten identifizieren“, erklärt sie.

Mit Finanzierung des Venture-Capital-Unternehmens Yuuwa Capital soll nun eine internationale Vermarktung der Software durch das Unternehmen iCetana folgen. Dabei sollen nicht nur Sicherheitskräfte, denen das System die Echtzeitüberwachung wichtiger Punkte erleichtern könnte, angesprochen werden. Als ein anderes potenzielles Anwendungsgebiet nennt iCetana beispielsweise Kontrollsysteme für Fertigungsprozesse.

Media Contact

Thomas Pichler pressetext.austria

Weitere Informationen:

http://impca.cs.curtin.edu.au

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Nachhaltige Elastokalorik-Klimaanlage

… soll Häuser zimmerweise kühlen und heizen. Mit der neuen Klimatechnik Elastokalorik wird es möglich, Gebäude nur über Lüftungsschlitze zu kühlen und zu heizen. Sie transportiert Wärme einfach, indem dünne…

Tumorzellen schnüren Päckchen

… mit denen sie Fresszellen zu Überläufern machen. Ein Team der Universität des Saarlandes kommt einem Protein auf die Spur, das dazu beiträgt, dass Tumoren entstehen, wachsen und leichter Metastasen…

Neues Schmerzmittel könnte Opioide langfristig ersetzen

Forschende der JGU finden einen Naturwirkstoff, der Opioide langfristig ersetzen und die Opioidkrise mildern könnte. Opioide gehören zu den am längsten bekannten Naturstoffen mit pharmakologischer Wirkung und sind hervorragende Schmerzmittel….

Partner & Förderer