Gedächtniseffekt auf Einzelatom-Ebene

Das Energieverhalten des Riesenatoms zeigt ein Gedächtnis Lingzhen Guo/MPI für die Physik des Lichts

Die Forschergruppe aus deutschen, schwedischen und indischen Wissenschaftlern hat ein künstliches Quantensystem untersucht und dabei neue Eigenschaften gefunden.

Die Experimente wurden an der Chalmers University of Technology (Schweden) durchgeführt und die Theorie von Dr. Lingzhen Guo vom Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts (MPL) in Erlangen berechnet.

Der gemessene Effekt konnte bisher nie an einem einzigen Quantensystem beobachtet werden.
Das Riesenatom, das an einer Antenne befestigt ist, ist aus supraleitfähigen Schleifen aufgebaut – den so genannten Qubits, dem Quantencomputeranalogon zum Bit in einem klassischen Computer.

Die Wissenschaftler konnten das Riesenatom aufgrund seiner Größe mit akustischen Wellen anregen. Dieses „Erdbeben auf Nanoebene“ verändert den Energiezustand des Systems. Beim Freisetzen der aufgenommenen Energie beobachtete das Team ein erstaunliches Phänomen.

Während ein normales Atom seine Energie schnell wieder abgibt, nachdem es angeregt wurde, reagiert das riesige künstliche Atom ganz anders: Es scheint über ein Gedächtnis zu verfügen. Lingzhen Guo aus der Abteilung von Florian Marquardt am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts fasst die Beobachtung zusammen:

„Erst flacht das Energielevel ab, nur um kurze Zeit darauf wieder lebendig zu werden und einen weiteren Energieschub abzugeben. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Riesenatom mit seiner Umwelt interagiert.“

Riesenatome als Quantencomputer-Bauteile

Wenn es gelingt, mehrere Riesenatome miteinander zu verknüpfen, könnte man sie zum Bau eines Quantencomputers verwenden. Diese in der Theorie unvorstellbar leistungsfähigen Rechner haben das Potenzial, die Computertechnologie zu revolutionieren.

Es wird vermutet, dass die intrinsische zeitverzögerte Rückkopplung von Riesenatomen genutzt werden könnte um Clusterzustände für universelle messtechnische Quantenberechnung zu erzeugen, für die wesentlich weniger Hardware-Ressourcen benötigt werden als für gate-basierte Ansätze.

Der Leiter des internationalen Teams Prof. Per Delsing von der Chalmers University Schweden arbeitet hauptsächlich auf dem Gebiet der künstlichen Atome und Superconducting qubits, mit dem Ziel, einen Quantencomputer zu konstruieren.

Dr. Lingzhen Guo

https://www.nature.com/articles/s41567-019-0605-6

Media Contact

Christina Bornschein Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts

Weitere Informationen:

http://www.mpl.mpg.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie

Neuerungen und Entwicklungen auf den Gebieten der Informations- und Datenverarbeitung sowie der dafür benötigten Hardware finden Sie hier zusammengefasst.

Unter anderem erhalten Sie Informationen aus den Teilbereichen: IT-Dienstleistungen, IT-Architektur, IT-Management und Telekommunikation.

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Nanowirbel mit besonderer Eigenschaft

In manchen magnetischen Materialien lassen sich wirbelförmige Nano-Strukturen erzeugen: sogenannte Skyrmionen. Forschende am PSI haben nun erstmals antiferromagnetische Skyrmionen erschaffen und nachgewiesen. Ihre Besonderheit: In ihnen sind entscheidende Bausteine gegenläufig…

Meeresspiegelanstieg: Stabilitäts-Check der Antarktis offenbart enorme Risiken

Je wärmer es wird, desto rascher verliert die Antarktis an Eis – und viel davon wohl für immer. Dies hat ein Team des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Columbia University und…

In Wäldern nicht aufräumen

Bitte nicht stören: Nach Waldbränden, Borkenkäferbefall oder anderen Schädigungen sollte in den betroffenen Wäldern nicht aufgeräumt werden. Das schreibt ein Forschungsteam in „Nature Communications“. Stürme, Brände, Borkenkäfer: Weltweit sind viele…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close