Bremer Meeresbiologen lüften das Geheimnis von Korallenriffen

Neueste Erkenntnisse in jüngster Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“

Bremer Meeresbiologen vom Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) an der Universität Bremen gelang es erstmals, mit Hilfe eines Unterwasser-Endoskops in die engen Höhlen und Spalten von Korallenriffen vorzudringen. Mit einer speziell dafür entwickelten Miniaturkamera ist es möglich, das bizarre Labyrinth von Korallenriffen visuell zu durchwandern und dabei die reiche Besiedlung der Höhlenwände zu dokumentieren und zu analysieren. Tropische Korallenriffe gehören zu den weltweit am stärksten bedrohten Ökosystemen. Bevor Konzepte für ihren Schutz entwickelt werden können, müssen ihre funktionalen Zusammenhänge erforscht werden. Im Golf von Aqaba am Roten Meer führt das ZMT gemeinsam mit seinen jordanischen Partnen von der Marine Science Station in Aqaba Untersuchungen durch, deren spektakuläre Ergebnisse jetzt in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift „Nature“ publiziert werden. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe um Claudio Richter und Mark Wunsch vom ZMT könnten den Schlüssel zum berühmten Paradoxon von Charles Darwin bedeuten. Es geht um die Frage, wie Korallenriffe unter der extremen Nährstoffarmut tropischer Meere existieren können. Eine Erklärung scheint jetzt gefunden, denn die Wissenschaftler stellten auf ihrem visuellen Gang fest, daß die Wände der Korallengänge und -höhlen dicht, vor allem mit Schwämmen bewachsen sind. Diese filtern kleinste Nahrungspartikel aus dem durchströmenden Wasser. „Die Schwämme in den Höhlen führen dem Korallenriff seine Nahrung zu, indem sie dabei ähnlich wie die Darmzotten im menschlichen Verdauungssystem funktionieren“, erklärt Claudio Richter. Die auf diese Weise eingebrachten Phosphor- und Stickstoffverbindungen bilden nach Berechnung des deutsch-jordanischen Teams aus Ökologen, Chemikern und Mikrobiologen eine Quelle lebenswichtiger Mineralien für die in notorischer Nährstoffknappheit lebenden Korallen.

Weitere Informationen bei:
Dr. Claudio Richter, Tel: 0421-2380025, e-mail: claudio.richter@zmt.uni-bremen.de
Dr. Mark Wunsch, Tel: 0421-2380045, e-mail: mark.wunsch@zmt.uni-bremen.de

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Dr. Christiane Schnack idw

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