NABU kürt Haussperling zum "Vogel des Jahres 2002"

Der Naturschutzbund NABU hat den Haussperling als "Vogel des Jahres 2002" vorgestellt.<br><b>Foto:</b> NABU/R. Siegel

Der Naturschutzbund NABU hat heute den Haussperling als „Vogel des Jahres 2002“ vorgestellt. Mit dieser Wahl lenkt der NABU die Aufmerksamkeit auf einen Vogel, der den Menschen als so genannter Kulturfolger seit über 10.000 Jahren begleitet, heutzutage aber dennoch kaum beachtet wird. „Es ist fast unbemerkt geblieben, dass der Haussperling in den letzten Jahren vielerorts verschwunden ist“, sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Auch wenn der Haussperling viel seltener als andere Singvögel Objekt wissenschaftlicher Untersuchung gewesen ist, lässt sich folgendes festhalten: Nach einem Massenauftreten zu Beginn des letzten Jahrhunderts und starker Verfolgung bis in die 50er Jahre beobachten Fachleute seit einigen Jahren einen deutlichen Rückgang der Vorkommen.

In Einzelgehöften oder Dörfern, in Siedlungen oder großen Städten: Der Spatz, wie der Haussperling auch landläufig genannt wird, lebt in unmittelbarer Nachbarschaft des Menschen. „Der Haussperling ist von allen Veränderungen im Siedlungsbereich direkt betroffen. Sanierte Gebäude ohne Nischen und Spalten für Brutplätze, versiegelte Flächen und ein verringertes Nahrungsangebot machen ihm das Leben schwer“, sagte Opitz. An diesen Punkten setzt auch die soeben gestartete NABU-Kampagne „Nachbar Natur. Ökologische Konzepte für Städte und Dörfer“ an. Opitz: „Was zum Schutz des Haussperlings unternommen wird, kommt auch Mensch und Natur zugute.“

Die Möglichkeiten, dem Haussperling und anderen Vögeln das Leben zu erleichtern, seien so leicht wie vielfältig, so der NABU. „Wer in seinem Garten auf Gift verzichtet und ihn möglichst abwechslungsreich mit heimischen Pflanzen bestückt, leistet einen Beitrag zu einem reichhaltigem und natürlichem Nahrungsangebot für Spatzen und andere Vögel“, erklärte Opitz. Aber auch bei Baumaßnahmen in Städten und Dörfern kann mit wenig Aufwand Platz für Tiere wie den Haussperling erhalten werden. Auch moderne oder sanierte Bauten sollten Nischen für Tiere berücksichtigen oder durch begrünte Fassaden aufgewertet werden.

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Markus Nipkow NABU-Pressestelle

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