Gebäudepass-Konzept aus Dresden

Die Entscheidung, ein Haus zu bauen oder zu kaufen, bedeutet, sich mit zahlreichen weitreichenden Fragen auseinander zu setzen. Neben klassischen Fragen wie Grundrissgestaltung und Finanzierung stellen sich zunehmend auch Fragen der Gesundheits- und Umweltverträglichkeit von Bauprodukten und Konstruktionen. Dabei sind die besonderen Qualitäten insbesondere ökologisch hochwertiger Gebäude für Bauherren, potenzielle Käufer oder Mieter häufig gar nicht ohne weiteres erkennbar.

Eine Möglichkeit, hier Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen, bietet der „Gebäudepass“. Vergleichbar mit einem erweiterten Kfz-Brief können mit einem Gebäudepass die Eigenschaften und Qualitäten eines begutachteten Gebäudes übersichtlich dokumentiert und gegebenenfalls auch zertifiziert werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Innenministerium Schleswig-Holstein aktuell durch das Dresdner Institut für ökologische Raumentwicklung ein Gutachten zu den Grundlagen für einen „Gebäudepass Schleswig-Holstein“ erarbeiten lassen. Ziel ist die Entwicklung eines Instrumentariums zur Kennzeichnung guter Bauqualität und Förderung ökologischer Qualitäten im Bauwesen. Als wesentliche Bedingung für das Gelingen wird in Schleswig-Holstein die Beteiligung eines möglichst großen Kreises von Interessengruppen des Bauwesens an der Entwicklung gesehen. Schleswig-Holstein gehört damit zu den Gebäudepass-Vorreitern unter den öffentlichen Akteuren im bundesdeutschen Bauwesen.´

Kernelemente der „Basis-Konzeption Gebäudepass Schleswig-Holstein“, die im Rahmen des Gutachtens durch die Dresdner Wissenschaftler entwickelt wurde, sind eine qualifizierende Beratung, Baubegleitung und Gebäudedokumentation sowie Zertifizierung in ausgewählten Teilbereichen und eine regelmäßige Fortschreibung des Gebäudepasses. Damit setzt der Gebäudepass Schleswig-Holstein nicht allein auf eine abschließende Beurteilung des fertigen Gebäudes sondern vielmehr auf eine teamorientierte Qualifizierung des jeweiligen Vorhabens von Anfang an. Hier sollen insbesondere auch die Erfahrungen aus der ebenfalls auf ökologische Qualifizierung ausgerichteten Wohnungsbauförderung des Landes genutzt werden.

Das Instrumentarium soll spätestens ab Anfang 2002 zunächst in einer Pilotphase in den Praxistest gehen, wobei insbesondere auch eine Adaption des Gebäudepasses für die spezifische Situation der Bestandssanierung erprobt werden soll. Hiervon versprechen sich die Dresdner Wissenschaftler wichtige Impulse auch für den Umgang mit dem Gebäudebestand über Schleswig-Holstein hinaus./


Ansprechpartner im IÖR: Andreas Blum 0351-4679-245

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Jörg Rathmann

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