Radiochemotherapie des Speiseröhrenkarzinoms

Bösartige Tumore der Speiseröhre (Ösophaguskarzinome) haben eine sehr ungünstige Prognose. Deshalb gab es in den letzten Jahren umfangreiche Anstrengungen, das Ergebnis der Standardtherapie (operative Entfernung) durch eine Kombination verschiedener Therapieverfahren (Chemotherapie, Strahlentherapie, Chirurgie) zu verbessern. Dabei zeigte sich, dass die Kombinationstherapie gegenüber der Standardtherapie lediglich bei den Patienten eine Verbesserung erbringt, die unter der Strahlentherapie oder Chemotherapie eine deutliche Tumorverkleinerung aufweisen. Eine optimierte Therapieplanung setzt daher die Kenntnis von Faktoren voraus, die Einfluss darauf nehmen, ob sich ein Tumor unter Strahlen- oder Chemotherapie rückbildet oder nicht.

Entscheidend dafür sind wahrscheinlich molekulare Veränderungen in den Tumorzellen, die für deren Wachstumsverhalten verantwortlich sind. Eine wichtige Rolle in der Wachstumssteuerung von Tumorzellen besitzt der so genannte TGF-ß1 Signalweg, der eine Vielzahl von Molekülen mit wachstumshemmender oder wachstumsstimulierender Funktion umfasst. In dem von der Wilhelm-Sander-Stiftung unterstützten Forschungsprojekt wird unter Verwendung modernster molekularbiologischer Methoden, der Einfluss von Molekülen des TGF-ß1 Signalwegs auf das Ansprechen von Ösophaguskarzinomen unter Chemo- und Strahlentherapie geprüft. Die dabei erhobenen Daten sollen die Grundlage für eine künftige, unter Berücksichtigung molekularer Tumoreigenschaften gesteuerte Therapieplanung und damit für eine Prognoseverbesserung bei diesem Tumortyp bilden.

Kontakt:
Prof. Dr. Mario Sarbia
Institut für Allgemeine Pathologie
Technische Universität München
Ismaninger Str. 22
81675 München
Tel: 089/41404166
Fax:: 089/41406106
E-mail: mario.sarbia@lrz.tum.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über € 150.000. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 150 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Media Contact

Bernhard Knappe idw

Weitere Informationen:

http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Diamantstaub leuchtet hell in Magnetresonanztomographie

Mögliche Alternative zum weit verbreiteten Kontrastmittel Gadolinium. Eine unerwartete Entdeckung machte eine Wissenschaftlerin des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme in Stuttgart: Nanometerkleine Diamantpartikel, die eigentlich für einen ganz anderen Zweck bestimmt…

Neue Spule für 7-Tesla MRT | Kopf und Hals gleichzeitig darstellen

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht detaillierte Einblicke in den Körper. Vor allem die Ultrahochfeld-Bildgebung mit Magnetfeldstärken von 7 Tesla und höher macht feinste anatomische Strukturen und funktionelle Prozesse sichtbar. Doch alleine…

Hybrid-Energiespeichersystem für moderne Energienetze

Projekt HyFlow: Leistungsfähiges, nachhaltiges und kostengünstiges Hybrid-Energiespeichersystem für moderne Energienetze. In drei Jahren Forschungsarbeit hat das Konsortium des EU-Projekts HyFlow ein extrem leistungsfähiges, nachhaltiges und kostengünstiges Hybrid-Energiespeichersystem entwickelt, das einen…

Partner & Förderer