Flexibilitätsspielräume für die Aus- und Weiterbildung in KMU

Flexibel und gestaltungsoffen konzipierte Ausbildungsberufe sollen dazu beitragen, eine qualitativ hochwertige und am Bedarf orientierte Qualifizierung von Nachwuchskräften sicherzustellen, die auch einen reibungslosen Übergang von der Aus- in die Weiterbildung gewährleistet.

Wie diese Gestaltungsräume in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erfolgreich umgesetzt werden, dokumentieren und diskutieren Berufsbildungsexpertinnen und -experten aus Wissenschaft und Praxis auf der Fachtagung „Flexibilitätsspielräume für die Aus- und Weiterbildung“, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) am 22. und 23. April in Bonn-Bad Godesberg veranstaltet. Die Tagung bildet den Abschluss des gleichnamigen, seit 2002 aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Modellversuchsprogramms.

„Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, in denen fast drei Viertel unserer Nachwuchskräfte ausgebildet werden, müssen in ihrem hohen Engagement für die Fachkräftequalifizierung unterstützt werden“, betont Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, in seiner Eröffnungsrede. „Hierzu gilt es, Konzepte zu entwickeln und zu erproben, die in der Praxis tragfähig sind. Denn kleinere und mittelständische Betriebe verfügen häufig nicht über ein eigenes Bildungsmanagement.“

Die innerhalb des BIBB-Modellversuchsprogramms geförderten 28 Projekte geben hierzu interessante Einblicke. Sie verdeutlichen, wie Betriebe durch Kooperationen mit Partnern im dualen System – z. B. Schulen oder außer- und überbetrieblichen Bildungsdienstleistern – bei der Entwicklung innovativer Aus- und Weiterbildungsstrategien unterstützt werden können. Neben Konzepten für ein externes Bildungsmanagement wurden u. a. Module für berufliche Zusatzqualifikationen, neue Lern- und Arbeitskonzepte im Handwerk, Kompetenzfeststellungs- und -entwicklungsverfahren sowie Qualifizierungskonzepte für ausbildende Fachkräfte erarbeitet und erprobt. Zu diesen und weiteren Themen präsentieren sich an beiden Veranstaltungstagen Modell-Projekte auf einem „Markt der Innovationen“.

Darüber hinaus diskutieren Fachvertreter/-innen aus Wissenschaft und Praxis, wie diese Innovationen erfolgreich in den Berufsbildungsalltag übertragen werden können. Einen Schwerpunkt des zweiten Veranstaltungstages bildet ein Gespräch europäischer Bildungs-expertinnen und -experten über Gestaltungsoffenheit aus europäischer Sicht. Hier werden Erfahrungen aus Dänemark, Schweden, Österreich und den Niederlanden mit denen in Deutschland verglichen und diskutiert, wie die unterschiedlichen Systeme voneinander lernen und profitieren können.

Die besondere Bedeutung der Modell-Projekte liegt darin, dass ihre Ergebnisse gemeinsam von Partnern aus der Praxis, mit wissenschaftlicher Begleitung und unter Einbeziehung bildungspolitischer Akteure erzielt wurden. Ein Teil der im Modellversuchsprogramm entwickelten Konzepte und Instrumente wird in Strukturprogrammen wie z.B. JOBSTARTER, JOBSTARTER CONNECT oder der beruflichen Nachqualifizierung und Qualifizierung des berufspädagogischen Personals aufgegriffen und fortgeführt.

Die BIBB-Fachtagung „Flexibilitätsspielräume für die Aus- und Weiterbildung – Ausbildungsreife der kleinen und mittleren Unternehmen fördern“ findet am 22. und 23. April in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg, Koblenzer Straße 80, statt.

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Andreas Pieper idw

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