Hirnforschung bringt Innovation in Bildung und Technologie

Bulmahn: „Entschlüsselung des Gehirns ist zentrale Aufgabe für die Zukunft“

Nach Ansicht von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn birgt die in Deutschland hervorragend aufgestellte Hirnforschung große Innovationspotenziale. „Die Entschlüsselung der Funktionsweisen des Gehirns ist eine der zentralen wissenschaftlichen Aufgaben der Zukunft“, sagte sie am Dienstag in Berlin. „Wenn wir das Denken verstehen, werden wir in vielen Bereichen unseres Lebens davon profitieren.“

Bulmahn besuchte drei Forschungseinrichtungen, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Titel „Das Denken verstehen“ gefördert werden. Allein im laufenden Jahr werden im Nationalen Netzwerk Computional Neuroscience rund sechs Millionen Euro für die neurowissenschaftliche Forschung aufgewandt. Deren Ergebnisse sollen etwa zur Therapie von Erkrankungen des Nervensystems genutzt werden sowie für die Entwicklung neuer Lernstrategien. Daneben sollen Möglichkeiten der Anwendung in der Gesundheitsforschung, den Biowissenschaften, der Informationstechnologie und der Lernforschung erschlossen werden.

Die Ministerin verwies zudem auf die intensive Debatte von Hirnforschern und Geisteswissenschaftlern über die Freiheit des Willens. „Die schrittweise Entschlüsselung des menschlichen Denkens bringt uns auch in unserem menschlichen Selbstverständnis weiter.“

Erste Station der eintätigen Reise war das Bernstein-Zentrum für Computational Neuroscience Berlin. Das BMBF fördert die vier Bernstein-Zentren in Berlin, Freiburg, Göttingen und München bis zum Jahr 2010 mit insgesamt 34 Millionen Euro. Die Zentren vernetzen die experimentellen mit den theoretischen Neurowissenschaften.

Anschließend besuchte die Ministerin das Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Hier wurde eine von Frau Prof. Stern und ihren MitautorInnen im Auftrag des BMBF erstellte Expertise „Lehr-Lernforschung „Erwartungen, Befunde, Forschungsperspektiven“ vorgestellt, in der eine Reihe interdisziplinärer Fragestellungen entwickelt wurden. „Ich will diese Anregungen aufgreifen und durch eine entsprechende Förderinitiative unterstützen, damit Hirnforscher, Lehr-Lernforscher und Fachdidaktiker gemeinsam entsprechende Grundlagenforschung betreiben können.

In Magdeburg schließlich erläuterten Wissenschaftler vom Institut für Neurobiologie der Universität den neuen 7-Tesla Magnetresonanztomograf. Das Gerät erzielt beste Bilder von Hirnstrukturen. Mit ihnen können „rzte Stoffwechselstörungen im Gehirn besser nachvollziehen und etwa Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson früher erkennen.

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