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Ursachen der weltweiten Verschuldung erforschen

28.04.2011
Professor Dr. Moritz Schularick, Wirtschaftswissenschaftler am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin, erhält für sein Projekt „Financialization“ von der VolkswagenStiftung ein Schumpeter-Fellowship.

Das Forschungsvorhaben widmet sich dem Zusammenhang zwischen dem außergewöhnlichen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Verschuldung und dem Auftreten von Finanzkrisen in den USA und weiteren Ländern im Laufe des 20. Jahrhunderts. Das auf fünf Jahre angelegte Projekt soll am John-F.-Kennedy-Institut und dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität Berlin angesiedelt werden und wird mit 568.000 Euro gefördert.

Nie zuvor in der modernen Geschichte waren die privaten Haushalte und Unternehmen weltweit so hoch verschuldet wie heute. Dass es sich dabei um eine historische Entwicklung von weitreichender Bedeutung handelt – nicht nur für die Volkswirtschaft, sondern auch für die Politik und Gesellschaft – ist eine der Grundannahmen von Moritz Schularick.

Mit dem Begriff Finanzialisierung ist der starke Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Verschuldung gemeint, gemessen an der Anzahl von Krediten im Privatsektor im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Die Bedeutung des Finanzialisierungkonzepts für die interdisziplinäre Forschung in den Sozialwissenschaften soll im Rahmen des durch das Schumpeter-Fellowship geförderten Projekts ebenso aufgezeigt werden wie die ökonomischen Chancen und Risiken der Verschuldung.

Mit den Schumpeter-Fellowships der VolkswagenStiftung – benannt nach Joseph Alois Schumpeter, einem der erfolgreichsten Volkswirtschaftler des 20. Jahrhunderts – wird der Hochschullehrer- und Führungsnachwuchs in den Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften gefördert. Unterstützt werden Projekte, die inhaltliche und methodische Fachgrenzen ausloten oder durch Kooperationen jenseits üblicher Fächerkombinationen zu wissenschaftlicher Neuorientierung beitragen.

Professor Dr. Moritz Schularick hat in Berlin, London und Paris studiert und ist seit September 2007 Professor am John-F.-Kennedy-Institut, Abteilung Wirtschaft, der Freien Universität Berlin.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
• Prof. Dr. Moritz Schularick, John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, Abteilung Wirtschaft, Telefon: 030 / 838-52884, E-Mail: moritz.schularick@fu-berlin.de

Christine Boldt | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

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