Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikro-, Nano- und Materialindustrie reagiert konstruktiv auf die Wirtschaftskrise

14.04.2009
IVAM präsentiert Wirtschaftsdaten

Mit überwiegend konstruktiven Maßnahmen wollen die Mikro-, Nano- und Materialunternehmen in Europa auf die Wirtschaftskrise reagieren.

Knapp 70 Prozent der Firmen wollen verstärkt Neukunden akquirieren, mehr als 65 Prozent neue Geschäftsfelder erschließen. Dies ergab eine Befragung, die IVAM Research im Februar unter 2.300 europäischen Unternehmen und Instituten aus den Bereichen Mikrotechnik, Nanotechnik und neue Materialien durchgeführt hat. Die Ergebnisse präsentiert IVAM am 23. April auf dem Forum "Innovations for Industry" während der MicroTechnology/HANNOVER MESSE in Halle 6.

Weitere Maßnahmen, die die überwiegend mittelständischen Unternehmen gegen die Krise ergreifen wollen, sind verstärktes Marketing, die Erschließung neuer Absatzregionen und die Investition in Innovationen. Um Sparmaßnahmen kommen die Firmen jedoch nicht herum. So wollen fast 35 Prozent der Unternehmen als Reaktion auf die Krise bei den Personalkosten sparen und 14 Prozent die Investitionen für Forschung und Entwicklung zurückfahren.

Fast die Hälfte (47 Prozent) der befragten Hightech-Unternehmen war im Jahr 2008 von der Krise betroffen, in den meisten Fällen durch Auftragsrückgänge (78,4 Prozent) und sinkenden Absatz (63,6 Prozent). Düsterer fallen die Prognosen für 2009 aus: In diesem Jahr rechnen mehr als zwei Drittel der Unternehmen mit negativen Auswirkungen der Krise auf ihre Geschäftsentwicklung.

Exportanteil stabil - Mitarbeiterentwicklung stagniert

Auf den Exportanteil der europäischen Mikro-, Nano- und Materialindustrie hat sich die weltweite Wirtschaftskrise im Jahr 2008 nicht spürbar ausgewirkt - dieser blieb im Vergleich zu den Vorjahren weitgehend stabil. Insgesamt haben 2008 fast 50 Prozent der mittelständischen Unternehmen mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Export erzielt. Die USA bleiben dabei Exportland Nummer eins der europäischen Industrie. Die Gesamtumsätze sind im Jahr 2008 bei der Hälfte der Unternehmen gestiegen, knapp 20 Prozent meldeten jedoch einen Umsatzrückgang. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten sogar 28 % der Firmen einen Umsatzrückgang.

Deutlich weniger optimistisch als in den Vorjahren fallen die Prognosen für die Mitarbeiterentwicklung im laufenden Geschäftsjahr aus. Insgesamt rechnet nur etwa ein Drittel der Unternehmen für 2009 mit einem Zuwachs. Gut 50 Prozent erwarten, die Zahl der Mitarbeiter 2009 stabil zu halten; fast 17 Prozent rechnen mit rückläufigen Mitarbeiterzahlen.

Unternehmen setzen trotz Absatzkrise auf die Automobilindustrie

Die aktuelle Absatzkrise der Automobilindustrie scheint kein Grund für die Zulieferunternehmen zu sein, sich von der Autobranche abzuwenden. Nach der Medizintechnik, die nach wie vor der wichtigste Markt der europäischen Mikro-, Nano- und Materialunternehmen ist, ist die Automobilindustrie der zweitwichtigste Absatzmarkt der Unternehmen. Mehr als 50 Prozent der mittelständischen Unternehmen beliefern die Automobilwirtschaft. Allerdings rechnen 73 Prozent der Automobilzulieferer für 2009 mit einem Auftragsrückgang, 61 Prozent mit sinkenden Absatzzahlen.

Mikrosysteme für erneuerbare Energien liegen im Trend

Von Mikrosystemen für erneuerbare Energien, wie zum Beispiel Photovoltaik, versprechen sich die europäischen Mikro-, Nano- und Materialunternehmen in naher Zukunft gute Geschäfte. 55 Prozent der Unternehmen, die sich mit Energietechnologien beschäftigen, setzen auf Applikationen im Bereich erneuerbare Energien. 45 Prozent wollen sich mit funktionalen Oberflächen beschäftigen, die Energie und Kosten sparen. Mit dem "Micro Energy Harvesting", bei dem ambiente, das heißt aus der Umgebung gewonnene Energie für den Antrieb von Mikrosystemen genutzt wird, wollen sich 10 Prozent der mit Energie- und Effizienztechnologien beschäftigten Unternehmen in naher Zukunft auseinandersetzen. Dem Thema "Energy Harvesting" widmet sich auch eine Session auf dem Forum "Innovations for Industry" während der HANNOVER MESSE vom 20. bis 24. April 2009. Das Forum und der Produktmarkt "Mikro, Nano, Materialien" des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik befinden sich in Halle 6, Stand F08 und E16.

Grafiken zur Pressemitteilung können bei Iris Lehmann, il@ivam.de, angefordert werden.

Josefine Zucker | idw
Weitere Informationen:
http://www.ivam-research.de
http://www.ivam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort
25.04.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie