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Krisenmanagementsystem für Banker

04.11.2008
Team der Universität Potsdam entwickelt Software, mit der Risiken besser abgeschätzt werden können

Vier junge Wissenschaftler der Universität Potsdam bauen gegenwärtig, betreut von Corporate Governance-Juniorprofessor Christoph Lattemann, eine für alle Finanzmarktakteure geeignete neue Software.

Mit dem Programm "Tempelhove" sollen künftig institutionelle und professionelle Anleger in die Lage versetzt werden, ihre Risiken im Eigenhandel auf den Kapitalmärkten besser einzuschätzen. Finanziell unterstützt wird das Projekt durch das Programm EXIST des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Mit ihm werden Gründungsinitiativen aus Hochschulen gefördert.

Das Produkt ist nicht für Kleinanleger oder Privatleute gedacht. Geeignet ist es ausschließlich für Banker, die ihr Geld ohne nur auf den schnellen Gewinn bedacht zu sein, anlegen wollen.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten zumindest teilweise berechenbar sind. Deshalb schneiden sie gerade große Datenströme von der Börse mit, werten sie aus und entwickeln auf Grundlage der aus der Physik stammenden Chaostheorie Algorithmen, die es den Nutzern in spe ermöglichen sollen, Risiken genauer abschätzen und bestehende Chancen identifizieren zu können. Die Forscher suchen in den vorhandenen Chaossystemen systematische Zusammenhänge im Verhalten der Finanzmarktakteure. Sie können ablesen, inwieweit die Kapitalmärkte einem System folgen, das beobachtete Verhalten logisch ist oder nicht, und sie können daraus abstrahieren.

Für die Uni-Leute sind insbesondere diejenigen Daten interessant, die sich aus vermeintlich ruhigen Handelstagen an der Börse ergeben. Was die vierköpfige Gruppe von Fachleuten für Informatik, Finanz- und Bankwirtschaft beziehungsweise Marketing weit mehr beschäftigt, sind die vielen kleineren Kurven jenseits des großen Auf und Ab, bei denen die Entwicklung zunächst unklar erscheint und genaues Hinsehen erforderlich wird. Die hierzu geführten Analysen und Ableitungen sind es, die die noch zu findenden Kunden vom Business to Business-Produkt überzeugen sollen.

Das Interesse am Krisenmanagementsystem ist vor allem außerhalb Deutschlands groß. Das an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Hochschule angesiedelte Team hofft deshalb, sich tatsächlich am Markt etablieren zu können, auch wenn es bereits ähnliche Produkte gibt. Erfolg versprechen sie sich insbesondere durch die von ihnen bevorzugte Kombination der Nutzung von State-of-the-Art Algorithmen, basierend auf der Chaostheorie, und neuester Computer-Technologie.

Die Wissenschaftler um Mentor Christoph Lattemann nutzen bei ihrer Entwicklungsarbeit die Ressourcen des Brandenburgischen Instituts für Existenzgründung und Mittelstandsförderung (BIEM) und seines an der Alma mater angesiedelten Centrums für Entrepreneurship und Innovation (BIEM-CEIP). Der GO:INcubator in Golm, mit dem das BIEM-CEIP Gründungsaktivitäten aus den Naturwissenschaften unterstützt, steht den potenziellen Jungunternehmern seit Projektbeginn im Juni mit Ansprechpartnern, Tipps und dem eigenen Netzwerk zur Seite.

Für nähere Informationen stehen Ihnen Juniorprofessor Dr. Christoph Lattemann von der Universität Potsdam unter Tel.: 01749853155, E-Mail: lattema@uni-potsdam.de beziehungsweise Johannes Gomolka unter Tel. 030/67044240 zur Verfügung.

Diese Medieninformation ist auch unter http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2008/pm250_08.htm im Internet abrufbar.

Sylvia Prietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2008/pm250_08.htm
http://www.uni-potsdam.de

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