Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklung wesentlicher Daten der deutschen öffentlichen Finanzwirtschaft von 1997 - 2007

13.08.2008
Trotz der erfreulichen Entwicklung der Nettokreditaufnahme in den vergangenen zwei Jahren bleibt Konsolidierungsbedarf bestehen.

Im Jahr 2007 waren die Ausgaben der öffentlichen Haushalte mit 652 Mrd. EUR 14,2 Prozent höher als zehn Jahre zuvor. Die gesamten Staatsausgaben nahmen einschließlich der Sozialversicherungsträger nur geringfügig stärker zu, und zwar um 15,3 Prozent auf 1.064,7 Mrd. EUR.

Da der Zuwachs der Staatsausgaben von 2004 bis 2007 deutlich hinter der Entwicklung des nominalen Bruttoinlandsprodukts zurückblieb, fiel die Staatsausgabenquote kräftig um 4,5 Prozentpunkte auf nunmehr 43,9 Prozent, den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Geholfen hat hierbei die positive Konjunkturentwicklung.

Bedingt durch die gute Konjunktur und die massive Erhöhung bei den indirekten Steuern haben sich die Steuereinnahmen 2007 gegenüber dem Vorjahr deutlich um 10,2 Prozent auf 538,2 Mrd. EUR erhöht und überstiegen damit erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland 500 Mrd. EUR. Dies ist die höchste Zuwachsrate seit der Wiedervereinigung. Innerhalb von 10 Jahren haben sich die Steuereinnahmen um mehr als 130 Mrd. EUR und damit um fast ein Drittel erhöht. Die um den Familienleistungsausgleich bereinigte Steuerquote beträgt 23,6 Prozent. Das sind 1,4 Prozentpunkte mehr als die offiziell ausgewiesene Steuerquote von nur 22,2 Prozent.

Die Neuverschuldung der Gebietskörperschaften machte im Jahr 2007 mit 9,2 Mrd. EUR noch 0,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Nach der Abgrenzung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, wie sie dem Maastrichter Vertrag zugrunde liegt und in der die Finanzsalden der Sozialversicherungsträger einbezogen sind, hat der deutsche Gesamtstaat, nachdem sein Defizit schon in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen war, im Jahr 2007 endlich den lang ersehnten Haushaltsausgleich geschafft und ist ohne die Aufnahme neuer Kredite ausgekommen. Das wurde zuletzt 1989 erreicht.

Wie die IFSt-Schrift Nr. 451 des Instituts "Finanzen und Steuern" (Bonn) zeigt, besteht trotz der erfreulichen Entwicklung der staatlichen Nettokreditaufnahme in den vergangenen zwei Jahren noch kein Grund zur Entwarnung. In der für das EWU-Konvergenzkriterium maßgeblichen Abgrenzung der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ergibt sich eine Verschuldung von 1.576 Mrd. EUR. Das sind 65 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das Schuldenstands-Kriterium von 60 Prozent des BIP wird damit weiterhin - das sechste Jahr in Folge - verfehlt. Aus europarechtlicher Sicht bleibt also ein deutlicher Konsolidierungsbedarf bestehen.

Dr. Clemens Esser | idw
Weitere Informationen:
http://www.ifst2.de/publikationen/451/inhalt.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Aufwärtstendenz setzt sich fort
21.02.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das 4. Quartal 2016: Anhaltend hohes Niveau offener Stellen
21.02.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie