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Deutsche Industrie verzeichnet Auftragseinbruch

06.11.2008
Konjunktur trübt sich ein - Auslandsnachfrage unter Erwartungen

Die deutsche Industrie verzeichnet ihren schlimmsten Auftragseinbruch seit Jahren. Demnach sank die Nachfrage im September 2008 vier mal so stark, wie zuvor von Fachleuten erwartet.

Wie das Handelsblatt heute, Donnerstag, unter Berufung auf die aktuellen Wirtschaftszahlen des Bundeswirtschaftsministeriums berichtet, sind die Bestellungen preis- und saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 0,8 Prozent gefallen. Dabei bekommt auch der Maschinen- und -Anlagenbau vor allem den drastischen Nachfrageeinbruch aus dem Ausland zu spüren.

"Wir befinden uns derzeit in einer konjunkturellen Verlangsamung, nachdem in den letzten fünf Jahren ein enorm dynamisches Wachstum im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus zu verzeichnen war", sagt Olaf Wortmann, Konjunkturexperte beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, gegenüber pressetext.

Die aktuellen Zahlen der Industrie sind trotzdem so enttäuschend, da sich die Auftragseingänge im Oktober noch um 3,5 Prozent erhöht hatten. Diesen Anstieg führte das Wirtschaftsministerium noch auf Großaufträge sowie Feiertage zurück, wodurch sie als überhöht galten. Schließlich waren die Auftragseingänge acht mal in Folge gefallen. Wegen der derzeit schlechten Zahlen aus der Industrie werden auch die Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung der Bundesrepublik für die kommenden Monate als "stark eingetrübt" gesehen.

So heißt es aus Berlin, dass "sich der insgesamt seit Dezember 2007 zu verzeichnende Rückgang der Auftragseingänge verstärkt fortsetzt". Die schwächelnde Nachfrage aus dem Ausland trifft die gesamte Industriebranche schwer. Sie sank um 11,4 Prozent, während die Inlandsnachfrage um 4,3 Prozent deutlich einbrach. "Derzeit macht sich eine Kreditklemme bei Investitionen noch nicht bemerkbar. Vielmehr werden Aufträge verschoben oder die Kreditprüfung durch die Banken dauert teilweise länger", so Wortmann weiter.

Nach den einzelnen Industriesektoren aufgeschlüsselt, gingen die Aufträge vor allem bei den Investitionsgütern besonders deutlich zurück. Diese gaben um elf Prozent nach, während bei den Herstellern von Vorleistungen Einbrüche um 5,4 Prozent zu verzeichnen waren. Bei der Konsumgüterindustrie macht sich der Auftragsrückgang mit 1,5 Prozent deutlich.

In einem Zweimonatsvergleich (August/September gegenüber Juni/Juli) sanken alle Auftragseingänge unterdessen um 1,4 Prozent. Der Vorjahresvergleich (August/September) zeigt sogar, dass die Bestellungen um fünf Prozent nachgaben. Auf das Jahr hochgerechnet gingen die Aufträge aus dem Ausland mit 8,1 Prozent kräftig zurück - die Inlandsnachfrage nur um 1,7 Prozent.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.vdma.de
http://www.vdma.org/

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