Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

IAT: aktuelle Trends in der Klinikwirtschaft Ruhr

23.11.2007
Trendreport: Krankenhäuser bei der Anpassung an moderne Strukturen weit fortgeschritten

Die Krankenhäuser im Ruhrgebiet sind für die anstehenden Veränderungen im Gesundheitssystem gut aufgestellt. Vielfach notwendige Umstellungen sind bereits eingeleitet. Zudem lassen sich durch die gezielte Gestaltung von Gesundheitsclustern rund um die Krankenhäuser zukünftig weitere regionalökonomische Potenziale für die Region erschließen.

Das zeigt der soeben erschienene Trendreport Klinikwirtschaft Ruhr, mit dem das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Fachhochschule Gelsenkirchen erstmals einen Überblick über die Struktur-, Leistungs- und Modernisierungstrends in der Region vermittelt.

Bei gestiegenen Fallzahlen und mehr ärztlichem Personal sank im Ruhrgebiet seit 1992 die Zahl der Klinikbetten um 15,1 Prozent, die Zahl der Pflegetage um 26,7 Prozent und die Verweildauer um 37,9 Prozent auf 8,8 Tage. "Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit schneiden die Kliniken in der Metropole Ruhr wesentlich besser ab als in manch anderem Ballungsraum", stellt die Gesundheitswirtschafts-Expertin Michaela Evans fest. Im Vergleich zu anderen bundesdeutschen Klinikregionen besteht mit rund 65 Mio. Euro in der Metropole Ruhr ein relativ geringer finanzieller Anpassungsbedarf. .

In den 127 Krankenhäusern mit insgesamt 923 Fachabteilungen im Ruhrgebiet wurden 2005 1,2 Millionen Patienten behandelt. Die Beschäftigungswirkung der Krankenhäuser reicht jedoch über die Einrichtungen hinaus: Rund 80 000 Mitarbeiter sind in den Kliniken selbst, weitere 40 000 nach ersten Schätzungen im Umfeld beschäftigt. Die Zahl der Einrichtungen ist von 140 im Jahr 1992 um gut zehn Prozent zurückgegangen, wobei dieser Rückgang allerdings zu zwei Dritteln nicht durch Schließungen, sondern durch Zusammenschlüsse von Kliniken verursacht wurde. Jedes 5. Krankenhaus in der Region zählt zu den "Großen" mit 500 und mehr Betten, im Landesdurchschnitt NRW entfallen dagegen derzeit nur 12,7 Prozent der Kliniken auf diese Größenklasse.

Die Kliniken erobern sich zudem neue Leistungssegmente im ambulanten Bereich: : Von rund 3,5 Millionen behandelten Fällen im Jahr sind bereits heute über 62 Prozent dem ambulanten Bereich zuzuordnen. Des Weiteren werden derzeit rund 131 000 ambulante Operationen in den Krankenhäusern an der Ruhr durchgeführt. Im Wandel der Krankenhäuser zu modernen Gesundheitszentren gewinnen Angebote der Primärprävention, der Rehabilitation und so genannte Wohlfühlleistungen im Leistungsprofil der Einrichtungen an Bedeutung. Die Kliniken gestalten ihre Wertschöpfungsketten durch den Aufbau von Satellitenstrukturen in ihrem Umfeld, spezialisieren sich auf Kernkompetenzen und verlagern andere medizinische Dienstleistungen an Verbundpartner.

Damit gewinnen leistungsstarke, regionale Krankenhausverbünde zunehmend an Bedeutung, wobei an der Ruhr die konfessionellen und freigemeinnützigen Träger mit 78,5 Prozent dominieren. 16,7 Prozent der Ruhr-Kliniken liegen in öffentlicher Trägerschaft, lediglich 4,8 Prozent werden privat betrieben. Eine "Privatisierungswelle" auf dem Klinkmarkt Ruhr erwartet Evans derzeit aber weniger, wesentlich bedeutsamer sind dagegen Kooperationen, interdisziplinäre Zentren- und Schwerpunktbildungen sowie der Wechsel der Krankenhäuser in eine private Rechtsform.

Der Trendreport Klinikwirtschaft Ruhr kann kostenlos bezogen werden beim Institut Arbeit und Technik, Gelsenkirchen, 0209/1707-138, mail: koopmann@iat.eu und steht auch im Internet zum Download zur Verfügung.

2007: Klinik - Wirtschaft - Innovation: Trendreport Klinikwirtschaft Ruhr; Struktur-, Leistungs- und Modernisierungstrends des Klinikmarktes in der Metropole Ruhr. Bochum: Koordinierungsstelle MedEcon Ruhr

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:
Michaela Evans, Durchwahl: 0209/1707-121, E-Mail: evans@iat.eu
Institut Arbeit und Technik
der Fachhochschule Gelsenkirchen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Claudia Braczko
Munscheidstraße 14
45886 Gelsenkirchen
Tel.: +49-209/1707-176
Fax: +49-209/1707-110
E-Mail: braczko@iat.eu
info@iat.eu

Claudia Braczko | idw
Weitere Informationen:
http://www.iat.eu
http://www.klinik-wirtschaft-innovation.de/2007/bilder/Trendreport_Klinikwirtschaft_Ruhr.pdf

Weitere Berichte zu: IAT Klinikwirtschaft Metropole Ruhr Trendreport

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie