Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kabinett beschließt Berufsbildungsbericht 2002

17.04.2002


Bulmahn: "Die Bereitstellung eines ausreichenden Ausbildungsplatzangebotes bleibt gesellschaftliche Daueraufgabe"

Das Kabinett hat am Mittwoch in Berlin den Berufbildungsbericht 2002 beraten und beschlossen. Demnach hat sich der positive Trend am Lehrstellenmarkt im vergangenen Jahr weiter stabilisiert. Die Ministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, sagte: "Wie im Jahr 2000 gab es auch im Jahr 2001 mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber." Trotzdem gebe es nach wie vor große regionale Unterschiede. Besonders in den neuen Ländern sei der Nachholbedarf immer noch groß, betonte Bulmahn: "Die Bereitstellung eines ausreichenden Angebotes bleibt eine gesellschaftliche Daueraufgabe."

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 614.000 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Die Anzahl, der bei der Bundesanstalt für Arbeit als unvermittelt gemeldeten Bewerber hat sich weiter deutlich verringert. In den neuen Ländern gibt es aber immer noch weniger betriebliche Ausbildungsplätze als Bewerber. Der Bund förderte daher mit dem Programm "Ausbildungsplatzprogramm Ost" im vergangenen Jahr mit über 100 Millionen Euro 16.000 zusätzliche betriebsnahe Ausbildungsplätze. Auch in diesem Jahr sei eine entsprechende Förderung geplant, sagte Bulmahn.

Die Ministerin kündigte weitere Anstrengungen an. Die Bundesregierung werde weiterhin mit großem Nachdruck dafür Sorge tragen, dass für alle Jugendlichen in unserem Land ausreichend Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Der im "Bündnis für Arbeit" beschlossene Ausbildungskonsens "Jeder junge Mensch, der kann und will, wird ausgebildet" bleibe dabei der unbestrittene Grundsatz.

Bulmahn forderte die Betriebe dazu auf, "jetzt die Chance zu nutzen, möglichst viele Jugendliche gerade für den eigenen Fachkräftebedarf auszubilden". Sonst drohe ihnen in einigen Jahren wegen der zurückgehenden Schulabgängerzahlen eine erhebliche Fachkräftelücke. Auch vor diesem Hintergrund müssten alle Potenziale genutzt und "auch die Jugendlichen einbezogen werden, die unsere Hilfe brauchen, um den Weg in die Ausbildung und den Beruf zu finden".

Die Bundesregierung habe auf dem Gebiet der beruflichen Ausbildung entschlossen gehandelt, betonte die Ministerin. So habe das Sofortprogramm "JUMP" seit 1999 über 400.000 Jugendlichen zu Ausbildung und Beschäftigung verholfen. Allein im Jahr 2001 sei damit über 84.000 jungen Menschen geholfen worden. "Wir haben das Sofortprogramm bis Ende 2003 verlängert und mit dem Job-AQTIV-Gesetz die Förderung ab dem Jahr 2004 sichergestellt." Für besonders benachteiligte Jugendliche habe das BMBF im Jahr 2001 das Programm "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf" entwickelt, das mit einem Etat von 52,5 Millionen Euro aus dem europäischen Sozialfonds finanziert ist.

Nach den Daten des Berufsbildungsberichts gibt es einen strukturellen Wandel in den einzelnen Ausbildungsbereichen. Erhebliche Rückgänge im Handwerk (-14264 oder -6,9%) und in der Landwirtschaft (-549 oder -3,8%) stehen bedeutende Zuwächse etwa in den IT-Ausbildungsberufen gegenüber, wo sich die Zahl der Ausbildungsplätze seit 1998 von 14.000 auf über 70.000 verfünffachte.

Die Bundesregierung habe dem Wandel Rechnung getragen, sagte Bulmahn. "Wir werden den Modernisierungsprozess des dualen Systems der Berufsausbildung konsequent fortsetzen." In den vergangenen drei Jahren seien 43 Ausbildungsberufe aktualisiert und 10 neue Berufe geschaffen worden. Für weitere 19 Berufe können die Ausbildungsordnungen zum 1. August 2002 in Kraft treten.

Das BMBF habe überdies die Berufsschulen mit modernen Technologien und Medien und der erforderlichen Software ausgestattet. Als Schwerpunkt im Zukunftsinvestitionsprogramm seien dafür Mittel aus UMTS-Erlösen in Höhe von 130 Millionen Euro in den Jahren 2001 und 2002 als Finanzhilfen an die Länder geflossen. Mit dem neuen Meister-BAföG seien mit Beginn dieses Jahres "Anreize für den Schritt in die Selbstständigkeit geschaffen worden", sagte Bulmahn. Gleichzeitig seien die finanziellen Mittel für die Aufstiegsförderung verdoppelt worden.

Für die Zukunft kündigte die Ministerin weitere Aktivitäten an. Die berufliche Weiterbildung stehe dabei im Mittelpunkt. Dafür habe das BMBF ein Aktionsprogramm "Lebensbegleitendes Lernen für alle" mit über 250 Millionen Euro aufgelegt. Die berufsbegleitende Qualifizierung werde weiter ausgebaut und zeige mit dem neuen IT-Weiterbildungssystem erste Früchte.

Die Qualität der Bildung in Deutschland solle künftig durch unabhängige Tests weiter erhöht werden. Ab Juli werde die "Stiftung Bildungstest" als neue Abteilung der Stiftung Warentest für das BMBF zunächst im Bereich der beruflichen Weiterbildung die ersten Kursangebote untersuchen.

Bulmahn lobte die Erfolge des "Bündnisses für Arbeit" in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. "Die erfolgreichen Maßnahmen, die wir in den letzten Jahren ergriffen haben, hätten nicht so wirkungsvoll umgesetzt werden können, wenn es das ’Bündnis für Arbeit’ nicht gegeben hätte."

Die Ministerin betonte abschließend, dass die Grundlagen für eine erfolgreiche berufliche Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung bereits in den frühen Jahren gelegt werden. Die Bundesregierung habe schon vor der PISA-Studie Bildungsdefizite in Deutschland aufgedeckt und Maßnahmen eingeleitet. Das von der Bundesregierung 1999 ins Leben gerufene "Forum Bildung" aus Vertretern von Bund und Länder und den Sozialpartnern habe Vorschläge zur Verbesserung des Bildungssystems erarbeitet. Eines der wichtigsten Ziele dabei sei es, den Aufbau und den Ausbau von Ganztagsschulen bundesweit zu forcieren, sagte Bulmahn. "Ich bin deshalb froh, dass die Bundesregierung diese wichtige Aufgabe in den kommenden Jahren mit zusätzlich 4 Milliarden Euro in Angriff nehmen wird."

Der Berufsbildungsbericht 2002 ist jetzt bereits abrufbar unter www.bmbf.de/pub/bbb2002.pdf www.bmbf.de/pub/bbb2002.pdf oder unter der eigenen Domäne www.berufsbildungsbericht.info

Pressereferat (LS 13) | BMBF-Pressedienst
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.bmbf.de/pub/bbb2002.pdf
http://www.berufsbildungsbericht.info

Weitere Berichte zu: Ausbildungsplatz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops