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Neue Managementkonzepte für Krankenhäuser

28.09.2007
Die Gesundheitswirtschaft steht vor großen Veränderungen - kurzfristige Problemlösungen verstellen den Blick auf entscheidende Weichenstellungen für die Zukunft

"Der demographische Wandel wird zwar viel diskutiert, aber nur wenige Krankenhäuser berücksichtigen die bevorstehenden Änderungen ihrer Patienten- und Beschäftigtenstruktur systematisch in Führung und Organisation", sagt Dr. Sabine Bohnet-Joschko von der Universität Witten/Herdecke (UWH). Die Wirtschaftswissenschaftlerin leitet an der UWH die Forschungsgruppe Nachhaltigkeit, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, besonders Unternehmen der Gesundheitswirtschaft durch Ansätze des Wissens- und Demographie-Managements zu unterstützen. Bohnet-Joschko: "Gerade diese Unternehmen brauchen angepasste Weiterbildungsangebote und Instrumente des Wissenstransfers, um das Wachstumspotential, das der Gesundheitsbranche durch den demographischen Wandel zuwächst, auch wirklich nutzen zu können."

In der Gesundheitswirtschaft stehen die Zeichen auf Wachstum, weil es immer mehr ältere und chronisch kranke Patienten gibt, die auf medizinische Betreuung angewiesen sind. Andererseits ist diese Branche Teil einer Gesellschaft, in der das Durchschnittsalter der Belegschaften stetig zunimmt und genügend qualifizierter Nachwuchs nicht in Sicht ist.

Welche Aufgaben vor den Krankenhäusern und anderen Einrichtungen der Branche liegen, beleuchtete kürzlich auch die Fachtagung "Demographie-Management in der Gesundheitswirtschaft - Neue Konzepte und Instrumente für Führung und Organisation" an der Universität Witten/Herdecke. Experten aus Kliniken und Pflegeeinrichtungen wie auch aus Unternehmen anderer Wirtschaftszweige konnten ihre Erfahrungen aus der Praxis austauschen. "Wacht auf!", appellierte Dr. Jürgen Pfister, Leiter des Bereichs Personal und Soziales der Metro AG, bei einer Podiumsdiskussion an die Unternehmen der Gesundheitswirtschaft. Bereits im Jahr 2010 wird durchschnittlich jede dritte Erwerbsperson älter als 50 Jahre sein.

Ein zentrales Mittel im Umgang mit der demographischen Entwicklung sind Fort- und Weiterbildungen, um ältere wie jüngere Kollegen auf dem Stand des Wissens zu halten und auch um Quer- oder Wiedereinsteiger als neue Mitarbeiter zu qualifizieren. Von elementarer Bedeutung sind daneben alle Maßnahmen, die die Beschäftigten motivieren und in die Lage versetzen, bis zum Eintritt in den Ruhestand für das Unternehmen tätig zu sein. Stichworte hier sind Gesundheitsprävention, Aufstiegschancen und altersgerechte Arbeitsplatzgestaltung. Frühverrentungen werden dagegen als kontraproduktiv eingeschätzt: Sie entziehen den Unternehmen Mitarbeiter mit wertvollen Erfahrungen und verursachen hohe Kosten für die Gesellschaft.

Die Forschungsgruppe Nachhaltigkeit der Universität Witten/Herdecke kooperierte bei der Fachtagung mit dem personalmagazin, der Dr. Becker Klinikgesellschaft, der Marie-Luise und Ernst Becker-Stiftung, der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) und dem Demographie Netzwerk (ddn). Das Demographie Netzwerk ist ein Zusammenschluss von mittlerweile rund 100 Unternehmen, die gemeinsam Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen des demographischen Wandels entwickeln. Die Wittener Forschungsgruppe selbst wird ab Januar 2008 ihre Weiterbildungsreihe "Managementkompetenzen im Gesundheitswesen" fortführen, die als Blended-Learning-Angebot ein Maximum an räumlicher und zeitlicher Flexibilität ermöglicht.

Weitere Informationen:
Dr. Sabine Bohnet-Joschko und Kathrin Michel,
Tel.: 02302/926-565, Mail: demig@uni-wh.de

Bernd Frye | idw
Weitere Informationen:
http://www.demig.info
http://www.kamig.de

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