Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit weist Kurve nach oben aus

20.06.2007
Annette Schavan: "Wirtschaftliche Dynamik überträgt sich auf Innovationskraft Deutschlands"

"Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung überträgt sich auf die Innovationskraft in Deutschland wie die Innovationen umgekehrt die Wirtschaftskraft beflügeln. Die Kurve zeigt eindeutig nach oben. Die jetzt vorliegenden Daten und Analysen sind ein gutes Fundament für die weitere Arbeit", bewertet Bundesforschungsministerin Annette Schavan den neuesten Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands (TLF), der am Mittwoch im Bundeskabinett behandelt wurde.

Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und weiteren Wirtschaftsforschungsinstituten erarbeitete TLF stellt heraus, dass sich die deutsche Wirtschaft klar auf Expansionskurs befindet, dabei aber noch erhebliche Spielräume für mehr Wachstum hat. Der Bericht belegt auch, dass Deutschland seine starke Position im internationalen Technologiehandel noch ausgebaut hat. So zählen 65 Prozent der deutschen Industrieunternehmen nach EU-Kriterien als Innovatoren, deutlich mehr als in jedem anderen EU-Land. Bei den weltmarktrelevanten Patenten liegt Deutschland mit 288 Patenten je Million Erwerbstätige international an 6. Stelle, noch vor den USA (245) und deutlich über dem OECD-Schnitt. Deutschland exportierte 2005 insgesamt forschungsintensive Industriewaren in Höhe von knapp 430 Milliarden Euro und war damit vor den USA und Japan der weltgrößte Technologieexporteur.

Schavan: "Dieser Trend in Deutschland setzt sich fort. Bereits die Mitte 2006 erhobenen Planangaben lassen einen weiteren deutlichen Zuwachs bei den internen Aufwendungen der Wirtschaft für Forschung und Entwicklung (FuE) um 1,8 Milliarden Euro erwarten. Der Wirtschaftsaufschwung ist steiler verlaufen, als es noch Mitte vergangenen Jahres absehbar war. Die Voraussetzungen für eine noch stärkere Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind gegeben." Diese seien kräftige Unternehmensgewinne, hohe Produktivitätssteigerungen, geringe Lohnstückkosten, eine niedrige Inflationsrate und nicht zuletzt die sinkenden Unternehmenssteuern. Als Beispiel nannte die Ministerin die optische Industrie. Auf Grundlage neuer Technologien strebe die Branche bis 2010 ein Wachstum ihrer Kapazitäten bei Forschung und Entwicklung um neun Prozent pro Jahr an.

... mehr zu:
»Hightech-Strategie »Patent »TLF

Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit hebt ausdrücklich positiv hervor, dass mit der Hightech-Strategie der Bundesregierung unter Federführung des Bundesforschungsministeriums erstmals ein zusammenhängendes Konzept der Innovationspolitik vorgelegt wurde. Die Strategie greife über herkömmliche Forschungsförderung hinaus und berücksichtige die ressortübergreifende Gestaltung innovationsgerechter Rahmenbedingungen. Des weiteren gestalte sie die Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft neu und befördere die Umsetzung neuer Technologien am Markt.

Bis 2010 sollen drei Prozent des Bruttoinlandprodukts für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden. Zum Erreichen dieses Ziels stellt der Bericht heraus, dass das zusätzliche Sechs-Milliarden-Euro-Programm der Bundesregierung zum Ausbau der FuE-Investitionen zum richtigen Zeitpunkt gekommen sei. "Das Drei-Prozent-Ziel steht. Der Bund tut das Seinige, indem er so viel Geld wie keine Bundesregierung vorher zur Verfügung stellt. Bis 2010 stehen seitens des Bundes insgesamt 15 Milliarden Euro für die Hightech-Strategie zur Verfügung. Mit gemeinsamen Anstrengungen der Länder und der Wirtschaft können wir das Ziel erreichen", sagte Annette Schavan. Dazu benötige man auch wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen für Wagniskapital und junge Technologieunternehmen.

Dem im TLF vorausgesagten erheblichen Fachkräftemangel bei Akademikern müsse energisch begegnet werden, sagte die Ministerin. "Wir müssen alle Potenziale im Land nutzen. Dafür werden wir im Herbst die Konzeption für eine nationale Qualifizierungsoffensive vorlegen. Darüber hinaus müssen wir die Bedingungen in Deutschland so attraktiv gestalten, dass auch verstärkt ausländische Spitzenkräfte ins Land kommen. Das sind zwei Seiten einer Medaille."

Der Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands 2007 steht im Internet unter http://www.bmbf.de/pub/tlf_2007.pdf zum Download bereit.

Die Stellungnahme der Bundesregierung zum Bericht finden Sie im Internet unter: http://www.bmbf.de/pub/stellungnahme_breg_tlf07.pdf

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/
http://www.bmbf.de/pub/tlf_2007.pdf
http://www.bmbf.de/pub/stellungnahme_breg_tlf07.pdf

Weitere Berichte zu: Hightech-Strategie Patent TLF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert
24.01.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie