Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Impulse für Innovationen

19.10.2006
Die Fraunhofer-Gesellschaft unterstützt die Hightech-Strategie der Bundesregierung mit einem Bündel von Aktivitäten. Hauptziel der Initiative ist es, neue Technologien im eigenen Land konsequent umzusetzen und zu vermarkten.

"Deutschland ist ein Land der Ideen. Wir machen aber zu wenig daraus und überlassen oft anderen die Umsetzung in erfolgreiche Produkte. Deutschland muss auch zum Land der Taten werden und seine Erfindungen anwenden, verkaufen und wieder zu Geld machen", beschreibt Prof. Hans-Jörg Bullinger, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, die wichtigste Herausforderung am Standort Deutschland. Innovative Produkte und Dienstleistungen steigern die Wertschöpfung in Deutschland und sichern Beschäftigung.

Die Bundesregierung hat das erkannt und die "Hightech-Strategie für Deutschland" ins Leben gerufen. Darin definiert sie 17 Technologiethemen, von denen besondere Impulse für die Wirtschaft zu erwarten sind. Die Forschungsunion, das von Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan einberufene Gremium führender Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, hilft dabei, diese Hightech-Strategie umzusetzen und weiterzuentwickeln.

"Mit der Hightech-Strategie für Deutschland hat die Bundesregierung erstmals über alle Ressorts hinweg eine nationale Innovationsstrategie entwickelt, um Deutschland an die Spitze wichtiger Zukunftsmärkte zu führen. Die Bundesregierung verfolgt damit eine klare Strategie für mehr Innovationen aus Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zur langfristigen Sicherung des Standorts Deutschland", sagt Bullinger, der gemeinsam mit Dr. Arend Oetker, Präsident des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, die Forschungunion leitet.

Deutschland kann nicht auf allen Gebieten Spitzenleistungen erbringen, sondern muss sich auf Kernkompetenzen konzentrieren. Die Hightech-Strategie setzt mit 17 Themen klare Schwerpunkte für die Innovationsförderung in den nächsten Jahren. Zunächst ist es nötig, Kompetenzen auf- und auszubauen. Deswegen will die Bundesregierung ihre Investitionen in die Wissenschaft kräftig ausweiten: Von 2006 bis 2009 werden sechs Milliarden Euro zusätzlich für Forschung, Entwicklung und Innovation zur Verfügung gestellt. Mit dem Geld sollen neue Ideen erzeugt werden. Die daraus entstehenden Innovationen sollen dann die Wirtschaft beleben und Wohlstand schaffen. Nur wenn aus Wissen neue Werte geschaffen werden, hat sich die Investition gelohnt. Die zusätzlichen Mittel geben den Akteuren in Wissenschaft und Wirtschaft Planungssicherheit und Gestaltungsspielraum. Dabei werden vor allem Bereiche unterstützt, in denen Deutschland schon heute über gute Potenziale verfügt. "Das Prinzip "Stärken stärken" ist der richtige Weg zur Herausbildung von international wettbewerbsfähigen Forschungs- und Anwendungsfeldern", sagt Bullinger.

Die meisten Themen der Hightech-Strategie stellen auch Schwerpunkte der Fraunhofer-Forschung dar. 14 davon werden von Fraunhofer-Instituten besonders intensiv bearbeitet und in einer Broschürenreihe vorgestellt. Die ersten Broschüren zu Optischen Technologien, zur Nanotechnologie und zur Medizintechnik und eine Überblicksbroschüre liegen jetzt vor.

Innovationscluster - gemeinsam stärker
Wer schneller zu Innovationen kommen will, muss sich über Firmen- und Organisationsgrenzen hinweg mit denjenigen zusammentun, die etwas dazu beitragen können. Die Fraunhofer-Institute stehen für diesen Wissensaustausch in Innovationsnetzwerken zur Umsetzung der Hightech-Strategie bereit. Das heißt: Unternehmen und Forschungseinrichtungen sollten nicht mehr versuchen, alles selbst zu erforschen und zu entwickeln, sondern die Erfindungen anderer hereinholen und umgekehrt Ideen, die sie nicht selbst weiterverfolgen, anderen überlassen. Kurz: Unternehmen und Forschungseinrichtungen sollen sich neuen Formen einer Bündelung der Ressourcen und einer Vernetzung der Kompetenzen öffnen.

Wir müssen dafür sorgen, dass die Wertschöpfung möglichst weitgehend in deutschen Landen bleibt. Dazu müssen Forschungsfelder und Schnittstellen zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und der Wirtschaft definieret werden, damit der Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft effizienter gestaltet werden kann. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat aus ihrer Erfahrung in der angewandten, wirtschaftsnahen Forschung heraus die Initiative zum Aufbau und Betrieb mittelfristig angelegter Innovationscluster mit regionalem Kern ergriffen. Die Initiative wurde im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation gestartet. Das Angebot ergänzt ähnliche Initiativen anderer Forschungsorganisationen und Zuwendungsgeber zur Einrichtung wissenschaftlicher Exzellenzzentren, indem es sich gezielt der Schnittstelle Wissenschaft - Wirtschaft widmet.

Die Fraunhofer-Innovationscluster sind Plattformen für den Austausch und die Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit regionaler Verankerung. Als prototypisch für die Fraunhofer-Innovationscluster kann der Innovationscluster "OptischeTechnologien" in Jena (JOIN - Jena Optical Innovations) angesehen werden. Die Jenaer Region steht weltweit als Synonym für moderne Optik. Weitere Innovationscluster der Fraunhofer-Gesellschaft sind "Mechatronischer Maschinenbau" in Chemnitz, "Digitale Produktion" in Stuttgart, "Personal Health" in Erlangen und "Nano for Production" in Dresden.

Die Innovationscluster begründen neue Formen von Public Private Partnership und bieten einen erfolgversprechenden Ansatz, um die viel beklagte engere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft zielgerichtet zu organisieren. Die ersten Ergebnisse und die hohe Nachfrage nach weiteren Clustern zeigen, dass solche Modelle geeignet sind, die Innovationslandschaft in Deutschland zu bereichern, das Innovationstempo zu erhöhen und die Innovationsfähigkeit zu stärken. Dabei geht es auch darum, insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die viel rascher und konsequenter als Großunternehmen Innovationen aufgreifen, an die technologische Entwicklung anzukoppeln. "Unser Land muss wieder in den wichtigen Zukunftsmärkten und -technologien zur Weltspitze aufschließen, mehr noch: In wichtigen Feldern müssen wir wieder Technologieführer werden", betont Bullinger.

Ansprechpartner:
Franz Miller
Telefon: 0 89 / 12 05-13 01
Fax: 0 89 / 12 05-75 15
presse@zv.fraunhofer.de
Fraunhofer-Gesellschaft
Hansastraße 27c
80686 München

Isolde Rötzer | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse
http://www.zv.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Innovationscluster Investition

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften