Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktienmarkt: Mehr Chancen als Risiken

15.01.2002


Nach zwei verlustreichen Jahren in Folge zeichnet sich an den internationalen Börsen für 2002 eine Verbesserung der Rahmenbedingungen ab. Massive globale Zinssenkungen, kombiniert mit kräftigen fiskalischen Impulsen in den USA, tiefere Ölpreise sowie rigorose Kostensenkungen der Unternehmen geben Anlass zu der Hoffnung, dass der Prozess der Konjunktur- und Gewinnerholung im Verlauf der kommenden zwölf Monate weltweit erneut in Gang kommt. Der nur gedämpfte Optimismus der meisten Marktauguren zeugt von gewachsenem Risikobewusstsein. Nach schwungvollem Auftakt in den ersten Börsensitzungen des neuen Jahres, der vor allem vom Technologiesektor getragen wurde, hat sich daher an deutschen Markt zuletzt auch schon wieder etwas Zurückhaltung breit gemacht.

Entscheidender Faktor für eine Erholung der Weltwirtschaft ist die Zugkraft Amerikas. Dort hat in jüngster Vergangenheit die Häufung positiver Frühindikatoren die Erwartung einer unmittelbar bevorstehenden konjunkturellen Trendwende bestärkt. Neben dem Verbrauchervertrauen verbesserte sich im Dezember auch der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für die Industrie deutlich, wobei der besonders wichtige Teilindikator für die Auftragslage von 48,8 auf 54,9 Punkte zulegte. Zunächst bleiben die Wachstumsimpulse zwar noch schwach, in der zweiten Jahreshälfte dürfte die US-Wirtschaft dann aber wieder einen dynamischeren Expansionskurs einschlagen, der sich 2003 mit BIP-Zuwachsraten von 3 bis 4 Prozent fortsetzen sollte.

Auch im Euroraum sind erste Lichtzeichen am Ende des Tunnels zu erkennen. Allerdings wird hier die Erholung wohl erst im Frühjahr einsetzen und zudem weniger kraftvoll ausfallen als in den Vereinigten Staaten. Erste Signale für eine positive Wende lieferte der Stimmungsindex der Europäischen Kommission über das Vertrauen der Verbraucher und Unternehmen in der Eurozone, der per Ende Dezember um 0,2 auf 98,8 Punkte anzog. Eine Verbesserung der Lage kündigt daneben der von Reuters ermittelte Service-Index für den Euroraum an; mit 49,2 (nach 46,9) Punkten lag er nur noch knapp unter der Marke von 50 Zählern, oberhalb derer steigende Aktivitäten angezeigt werden. Noch immer vergleichsweise schwach fallen die entsprechenden Daten für Deutschland aus, das mit einer prognostizierten Wachstumsrate von unter 1 Prozent für das laufende Jahr in Europa den letzten Platz belegt.

Per Saldo eröffnen die sich auf mittlere Sicht verbessernden fundamentalen Perspektiven in Verbindung mit der günstigen Liquiditätsausstattung weiteres Kurspotenzial am deutschen Aktienmarkt. Allerdings hat der DAX mit dem kräftigen Anstieg seit dem Septembertief von rund 39 Prozent schon einen guten Teil seines Potenzials vorweg ausgeschöpft. Zykliker aus den Sektoren Maschinenbau, Technologie und Chemie sowie Versicherer sollten die besten Kurschancen bieten.

Hans Beth | ots

Weitere Berichte zu: Euroraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften