Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Supply Chain Management-Studie Europa

02.11.2001


Die intensive Zusammenarbeit zwischen Produktentwicklern und Partnern innerhalb der Supply Chain wird für europäische Unternehmen zunehmend wichtiger. Durch internetgestützte Technologien und Prozesse können Produkte deutlich schneller entwickelt und zur Marktreife gebracht werden. Die Einsatzmöglichkeiten und die Verbreitung solcher Technologien wird in den kommenden drei Jahren stark ansteigen, so die Ergebnisse einer aktuellen Accenture-Studie.

Accenture befragte 100 Top-Manager führender europäischer Unternehmen aus sieben Ländern zu Aktivitäten bei gemeinschaftlichen Produktentwicklungsstrategien (CPD – Collaborative Product Design). Die Umfrage konzentrierte sich auf die Branchen Automobilindustrie, Technologie, Luft- und Raumfahrt, Hersteller von weißer und brauner Ware sowie Investitionsgüter. Die Integration von Lieferanten, Partner- und Gemeinschaftsunternehmen, ausgelagerten Geschäftstellen sowie geographisch verteilten Geschäftseinheiten über Internettechnologien schafft neue Wettbewerbsvorteile bei Produktmanagement und -entwicklung, so das klare Votum von 67 Prozent der Befragten.

Potentiale bei Markteinführung, Qualität und Kosten

Die gemeinsame Produktentwicklung ermöglicht Verbesserungen bei Markteinführung, Entwicklungs- und Fertigungskosten sowie Produkt- und Produktionsprozessqualität. So glauben 79 Prozent der Befragten aus der Automobilindustrie, dass bei Markteinführung, Qualität und Kosten erhebliches Potential besteht; Vorteile beim Management von Innovationen werden von Technologieunternehmen sowie in der Luft- und Raumfahrt erwartet. Investitionsgüterunternehmen setzen primär auf Kostensenkungen. Automobil- und Fahrzeughersteller sind im Branchenvergleich bei der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit mit Zulieferern und Kunden am weitesten fortgeschritten. Die Investitionsgüterindustrie liegt hingegen auf der Innovationskurve zurück und setzt stärker auf unternehmensinterne Zusammenarbeit. Hersteller und Lieferanten nutzen die gemeinsame Produktentwicklung vor allem in den beiden technischen Bereichen Produktion und Planung. Über zwei Drittel der Befragten konzentrieren sich hierbei auf Entwurf- und Detailplanung. Zusätzliches Potential in den Bereichen Instandhaltung und Service wird lediglich von 20 Prozent der Unternehmen gesehen.

„Innovationsfähigkeit und Kompetenzen bei der zeitkritischen Einführung qualitativ hochwertiger Produkte sind für alle Unternehmen im heutigen Wettbewerbsumfeld entscheidend. Neue Technologien für die gemeinsame Produktentwicklung werden bereits genutzt - das volle Potential wird allerdings bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, müssen Unternehmen genau prüfen, wie innovative CPD-Technologien neue Geschäftsprozesse bei der Planung, Budgetierung und Umsetzung von Produktentwicklungen ermöglichen,” so Stephan Haupt, Partner bei Accenture im Bereich Supply Chain und Investitionsgüter.

Die befragten Unternehmen lassen sich in drei Gruppen einteilen: Die Innovativen – zumeist aus den Branchen Automobil- und Fahrzeugbau - (14 Prozent) sehen gemeinsame Produktentwicklung als eine wesentliche Priorität an, die Nachzügler (53 Prozent) haben CPD-Projekte im Zusammenhang mit anderen Internetaktivitäten gestartet. Zurückhaltend geben sich 33 Prozent.

Neben einer intensiven Zusammenarbeit von Entwicklungsabteilungen, Zulieferern, internen Funktionen und Geschäftspartnern sowie Kunden wird die Integration der IT-Systeme und Prozesse von 76 Prozent der Befragten als wichtiges Nahziel genannt. Der Integration von CPD- in ERP-Systeme – beispielsweise über gemeinsame Module - kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Knapp die Hälfte der Unternehmen geht davon aus, dass die derzeit verwendeten Technologien ausgebaut oder ersetzt werden müssen.

Unternehmensübergreifende Kommunikation wird meist gefragte Fähigkeit

Zwei Drittel der Unternehmen planen, in den kommenden drei Jahren web-basiertes gemeinsames Dokumentmanagement, einzuführen. Unternehmensübergreifende Kommunikation wird dabei die meist gefragte Fähigkeit sein: Über 70 Prozent der Teilnehmer erwarten, dass IT-Anwendungen für die gemeinsame Nutzung von Text- und Planungsdaten (beispielsweise CAD- oder CAE-Daten) implementiert sein werden. Steigerungen werden auch bei der Nutzung effizienter Kanäle für die interne und externe Kommunikation erwartet. Die gemeinsame Nutzung von Programmen zur Erstellung von Textdokumenten, Projektplanung und -überwachung wird um 30 Prozent steigen. Die Nutzung von Grafik-, Zeichen- und Modellierungsprogrammen wird – ebenso wie die Nutzung von Videokonferenzen – um 20 Prozent zunehmen.

„Kostensenkungen, beschleunigte Markteinführungen sowie die Integration von Lieferanten und Kunden bei der Entwicklung neuer Produkte sind entscheidende Voraussetzungen für wirtschaftlichen Erfolg. Umfassende CPD-Fähigkeiten sind hierbei von großer Bedeutung – jedoch geht es hier um mehr als den Einsatz neuer Technologien, die bestmögliche Lösung verlangt tiefgreifenden Wandel, der alle Bereiche der Organisation berührt. Zudem müssen teilweise völlig neue Geschäftsbeziehungen geschaffen werden“, so Stephan Haupt.

Götz Erhardt | Presseraum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Atypische Beschäftigung: Zunahme bei Teilzeit und Leiharbeit, Zahl der Mini-Jobs geht leicht zurück
18.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Im Focus: XENON1T: Das empfindlichste „Auge“ für Dunkle Materie

Gemeinsame Meldung des MPI für Kernphysik Heidelberg, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

„Das weltbeste Resultat zu Dunkler Materie – und wir stehen erst am Anfang!“ So freuen sich Wissenschaftler der XENON-Kollaboration über die ersten Ergebnisse...

Im Focus: World's thinnest hologram paves path to new 3-D world

Nano-hologram paves way for integration of 3-D holography into everyday electronics

An Australian-Chinese research team has created the world's thinnest hologram, paving the way towards the integration of 3D holography into everyday...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

Flugzeugreifen – Ähnlich wie PKW-/LKW-Reifen oder ganz verschieden?

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Myrte schaltet „Anstandsdame“ in Krebszellen aus

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

22.05.2017 | Physik Astronomie

Wie sich das Wasser in der Umgebung von gelösten Molekülen verhält

22.05.2017 | Biowissenschaften Chemie